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MR – 225·226 (Besserer von Thalfingen)

Ω

Linke Spalte

Albrecht
Besserer von Thalfingen
k. b. Kämmerer ¿
und Flügel-Adjudant S. M. des Königs
Ritter ¿ Max-Joseph-¿
K¿ Ordens Grosskreuz ¿
¿
Ihm folgte seine Gemahlin
Caroline
Freifrau Besserer von Thalfingen
geb. Freiin von Verger
Palastdame des Theresia¿
und Elisabethen-Ordens-Ehrendame
geb. den 11. Juni 1788 gest. den ¿
Caroline
Freiin Besserer von Thalfingen
Theresien-Ordens-Ehrendame
geb. den 18. Okt. 1854 gest. den ¿

Rechte Spalte

Maximilian
Freiherr Besserer von Thalfingen
¿ Generalmajor a. D.
¿ Ritter hoher Orden
geb. zu Oettingen den 3. Sept. 1820
gest. zu München den 10. Febr. 1903
Therese
Freifrau Besserer von Thalfingen
Hofdame a. D.
des Theresien-Ordens-Ehrendame
des Elisabethen-Orden-Ordensdame
geb. den ¿. Aug. 1824, gest. den 3. Nov. 1913.
Elise
Freifrau Besserer von Thalfingen
geb. Freiin von Reck auf Authenried
¿ u. Generalmajors-Witwe
geb. den ¿ Juli 1833, gest. den 25. März 1914.
Therese
Freifrau Besserer von Thalfingen
Theresien-Ordens-Ehrendame
geb. den 30. Juli 1862, gest. den 4. Dez. 1920.

FAMILIENGRAB DER
FREIHERREN
BESSERER
VON THALFINGEN

Ω

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Albrecht Freiherr von Besserer von Thalfingen

* 8.10.1787
† 1.2.1839 (München)
Flügeladjutant, Generalmajor und Kämmerer

Allgemeine Zeitung von und für Bayern (26.1.1839)

München, 23 Jan. Der Generalmajor Freiherr v. Besserer, interimistischer Verweser des Kriegsministeriums, befindet sich seit mehreren Tagen sehr leidend.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern Nr. 26. Samstag. Nürnberg; Samstag, den 26. Januar 1839.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern (1.2.1839)

München 29 Jan. Mit der Gesundheit des interimistischen Kriegsminister-Verwesers, Generalmajor Frhrn. v. Besserer, geht es wieder besser; zwar kann er noch nicht seinen Funktionen vorstehen, doch ist baldige Hoffnung hiezu vorhanden, da er bereits wieder ausfährt.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern Nr. 32. Nürnberg; Freitag, den 1. Februar 1839.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern (3.2.1839)

München, 31 Jan. Die Krankheit des funktionirenden Kriegsministers, Freiherrn v. Besserer, hat sich seit Kurzem so sehr verschlimmert, daß sein theures Leben, trotz aller ärztlichen Hülfe, in der augenscheinlichsten Gefahr schwebt. Die Theilnahme für den Leidenden ist eben so groß und herzlich, als sein Zustand beklagenswerth.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern Nr. 34. Nürnberg; Sonntag, den 3. Februar 1839.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern (4.2.1839)

München, 1 Febr. Heute Morgens um ¾ auf fünf Uhr verschied der Generalmajor Frhr. v. Besserer, interimistischer Kriegsminister, Flügeladjutant Sr. Majestät des Königs, Ritter des Max-Joseph-Ordens und des Civilverdienstordens der Bayer. Krone, der französischen Ehrenlegion, des russischen Georgen- und des Wladimir-Ordens IV. Klasse mit der Kokarde, des Annenordens II Klasse in Brillanten, des österreichischen Theresien- und Leopoldordens, des preussischen Militär-Verdienstordens etc. etc., an einer Luftröhren-Schwindsucht in seinem 52sten Lebensjahre. Seit einigen Jahren schon kämpfte er mit einem in der Luftröhre sich herangebildeten und immer wachsenden Uebel, das in letzter Zeit ihn seiner dienstlichen Funktionen unfähig machte, bis in der vorgestrigen Nacht ein plötzlicher heftiger Anfall dieses schnelle Ende herbeiführte.
(A. Ab. Ztg)

Allgemeine Zeitung von und für Bayern Nr. 35. Nürnberg; Montag, den 4. Februar 1839.

Allgemeine Zeitung von und für Bayern (6.2.1839)

München, 2 Febr. Der verstorbene Kriegsminister Albrecht Freiherr v. Besserer aus Talfingen war zu Ruppersheim im Königreich Württemberg am 8 Okt. 1787 geboren und trat schon in seinem 16ten Jahre als Kadet, beim ersten Chevauxlegers-Regiment König seine militärische Laufbahn an, wurde im Jahre 1804 Junker, das folgende Jahr Unterlieutenant und mit seinem 19ten Jahre machte er den preussischen Feldzug mit. In seinem 20sten Jahre legte er schon bei dem Treffen zu Hansdorf in Schlesien die größten Proben von Tapferkeit ab und erhielt eine Kontusion am Kopfe. In demselben Jahre (16. Mai) zeichnete sich auf ähnliche Weise bei Wartha aus, verlor ein Pferd unter dem Leibe, und obwohl er zwei schwere Wunden erhielt, ging er nicht aus dem Treffen bis zum entschiedenen Siege. Seine in diesem Treffen bewiesene persönliche Tapferkeit und die durch ihn herbeigebrachte unerwartete Hülfe, welche den Ausschlag gab, brachten ihm den Max-Joseph-Orden (1807). Zwei Jahre später wurde er zum Oberlieutenant befördert, zeichnete sich in den Treffen bei Liegenburg, bei Neumark und Wörgel rühmlichst aus, erhielt am 1. Jan. 1809 das Kreuz der französischen Ehrenlegion, und am nämlichen Tage wurde ihm die Ehre, zum Adjutanten des damaligen Generallieutenant Baron Wrede ernannt zu werden, welche Eigenschaft er gegen zwanzig Jahre beibehielt.

Von dieser Zeit beginnt die eigentliche Karriere seines Ruhms; jetzt war ihm die Gelegenheit, Muth und Talent gleichzeitig zu entfalten, erst recht gegeben. Es bewies beides in dem Treffen bei Bvaenia, in der blutigen Schlacht bei Hanau, den ruhmvollen Tagen von St. Diez, Treyes, Langres, Brieane, Bar, Arcis sur Aube, Fere Champenaise u. s. w. In den letzteren Jahren begleitete er Se. Königl. Hoh. den Kronprinz als dessen Adjutant auf mehreren Reisen, verweilte mit Höchstdemselben lange in Berlin, wo er Ihm eben so sehr als erfahrener Rathgeber und Lehrer, wie als bewährter Freund zur Seite stand. Diese Dienste wußten Se. Maj. der König wohl zu würdigen, indem Sie ihn zu Allerhöchst ihrem Flügeladjutanten ernannten, und das Allerhöchste Vertrauen durch die provisorische Uebertragung des Portefeuilles des Kriegsministeriums ihm bewiesen. So wie er als Flügeladjutant Sr. Majestät wegen seines äusserst leutseligen und humanen Benehmens gegen Alle, die sich bittend dem Throne nahten, sich benahm, so wurde er als oberster Kriegsbeamter von allen Untergebenen auf gleiche Weise geachtet und geliebt. Die Trauer wegen des Dahingeschiedenen erfüllt gleichartig alle Stände, die den edlen Menschen neben dem hochgestellten Manne in ihm verehrten. Gestern Abends 5 Uhr wurden seine irdischen Ueberreste im Leichenhause unter Begleitung einer sehr großen Zahl herrschaftlicher Diener mit Flambeaux beigesetzt; Sonntag wird die feierliche Beerdigung stattfinden, wozu unsere sämmtliche Garnison ausrückt.

München, 2 Feb. Der Ball von gestern auf heute bei Ihrer Maj. der Königin Karoline war eben so prächtig als zahlreich besucht; Heiterkeit, Glanz und Schönheit veranlaßten eine Dauer bis Morgens 3 Uhr. Se. Maj. der König verließen den Ball und begaben Sich in die Residenz zurück bald nach 10 Uhr, und Ihre Majestät die Königin Theresia gegen ein Uhr.

Heute Nachmittags 4 Uhr fand die Leichenfeier des Freiherrn v. Besserer mit aller seinem Range gebührender Würde statt. Unsere sämmtliche Garnison war rings um den Kirchhof aufgestellt, wahrend die ganze Generalität und Stab die Leiche zum Grabe begleiteten, weicher sehr viele hohe Beamten und ein zahlreiches Gefolge herrschaftlicher Diener mit Flambeaux die letzten Ehren erwiesen. Von zwei Batterien ertönten 36 Kanonenschüsse, und die drei Infanterie-Regimenter wechselten dreimalige Ehrensalven. Zu dieser Feier war unsere ganze Stadt in gedrängter Masse hinausgeströmt, und man kann sich freuen, daß man bei diesem ganzen ungewöhnlichen Gedränge in der engen zum Kirchhofe führenden Straße nichts von einem leicht möglichen Unglück vernommen hat. Es war rührend, die alten Kriegsgefährten dieses von Allen so geliebten Helden und trefflichen Beamten um ihren Gefährten, der in seinen schönsten Jahren aus ihrer Mitte scheiden mußte, trauern zu sehen, und manches greisen Kriegers Augen erglänzten von den Thränen der Verehrung und tiefgefühlter Wehmuth. Seit zwei Jahren sahen wir viele würdige Krieger, und besonders mehrere Generale dahinscheiden; eine lebhaftere Theilnahme, eine sich so deutlich aussprechende allgemeine Trauer hat wohl nie statt gehabt.

Morgen, sagt man, werde die Hofschlittenfahrt stattfinden, bei welcher gewöhnlich die glänzendste Suite in großer Galla erscheint.

(A. Ab. Ztg.)

Allgemeine Zeitung von von für Bayern Nr. 26. Nürnberg; Mittwoch, den 6. Februar 1839.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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