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GRUFT DER FREIHERRN KARG v. BEBENBURG
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Karg-Bebenburg, Frances/Fanny Isabella Freifrau von (vw) / Frerichs (gb); 2.8.1847 (Thirlestaine Hall/England) – 15.5.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
Karg-Bebenburg, Gabriele Freiin von; 4.5.1870 – 28.4.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
Karg-Bebenburg, Josef Freiherr von; 30.5.1833 (Regensburg) – 5.5.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
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Frerichs (gb)
* 2.8.1847 (Thirlestaine Hall/England)
† 15.5.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
Bad Reichenhall, 16. Mai. (Freifrau Fanny von Karg-Bebenburg †.) Ihrer Tochter Gabriele, gestorben am 28. April, und ihrem Gatten Josef, gestorben am 5. Mai, folgte vorgestern Sonntag Abends im Tode Freifrau Fanny von Karg-Bebenburg. Eine Familientragödie, wie sie wohl selten sich ereignete! Ein tiefes schmerzliches Wehe geht bei dieser betrübenden Kunde durch die Herzen aller Bewohner von St. Zeno und Bad Reichenhall, durch das ganze Thal. Mit der Verlebten steigt eine Frau in das Grab, die mit Recht als die edelste Frau, die größte Wohlthäterin der Armen verehrt worden ist. Tief schwer hat sich die Hand des Schicksals in letzter Zeit auf die hochgeachtete Familie Karg gelegt. Noch hat sich die Gruft über die Tochter und den Gatten kaum geschlossen, und wieder hat der unerbittliche Tod in der schwergeprüften Familie Einkehr gehalten und die theure Frau unbarmherzig aus dieser Zeitlichkeit abberufen. Es war zu viel des Unglückes und des Schmerzes für die nun Verlebte, die beim Hinscheiden ihres geliebten Gatten und der geliebten Tochter geäußert hatte, daß sie diesen Schlag nicht lange überdauern werde, und diese Vermuthung sollte nach so kurzer Zeit zur traurigen Gewißheit werden. Was St. Zeno an Freifrau von Karg verliert, das wissen am Besten die Armen und Nothleidenden, für die sie stets eine offene Hand und ein warmes Herz besaß, das weiß die ganze Bewohnerschaft von weit und breit, die in der edlen Frau den guten sorgenden und schützenden Engel verehrt. Verwaist ist nun das Schloß, nach kaum acht Tagen trug man Herr und Herrin zur letzten Ruhestätte hinfort, wohin bereits die Tochter vorausgegangen. Ruhe sanft, du gute Frau des ganzen Reichenhaller Gau! Die Leiche wird mit der Eisenbahn nach München überführt und in der im südlichen Friedhofe angelegten Familiengruft beerdigt werden.
Rosenheimer Anzeiger No. 112. Mittwoch, den 17. Mai 1899.
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* 4.5.1870
† 28.4.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
Bad Reichenhall, 28. April. (Todesfall.) Baronesse Gabriele v. Karg-Bebenburg ist heute Vormittag nach längerem Leiden im Alter von 28 Jahren gestorben. Herrn Baron v. Karg, der als großer Wohlthäter der Armen weit und breit bekannt ist und seiner Familie wird wegen dieses herben Verlustes die aufrichtigste Theilnahme aus allen Schichten der Bevölkerung entgegengebracht.
Rosenheimer Anzeiger No. 99. Sonntag, den 30. April 1899.
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* 30.5.1833 (Regensburg)
† 5.5.1899 (St. Zeno/Bad Reichenhall)
Rosenheim, 6. Mai. (Baron Karg †.) Gestern Früh 5 Uhr ist in seinem Tuskulum in Sct. Zeno bei Bad Reichenhall Baron von Karg-Bebenburg gestorben. Tiefe Trauer herrscht in Bad Reichenhall, der beste und größte Bürger und Wohlthäter ist in die Ewigkeit eingezogen und folgte nur zu schnell seiner am 28. April verstorbenen Tochter Freifräulein Gabriele von Karg-Bebenburg, welche im Alter von 29 Jahren durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. Dieser erneute schmerzliche Verlust des durch große Liebenswürdigkeit, Leutseligkeit und Herzensgüte Hochgeschätzten empfindet die ganze Gegend des Reichenhaller Gebietes sehr schwer. Baron Karg hatte unter den Nachwehen der glücklich überstandenen Influenza schwer zu leiden gehabt. Die Theilnahme, welche der so schwer heimgesuchten Familie in ganz hervorragender Weise von allen Schichten der Bevölkerung selbst in weiter Ferne entgegengebracht wird, ist begreiflich, wenn man weiß, wie entgegenkommend, freundlich und hilfsbereit die Karg'sche Familie gegen Jedermann ist und wie viel Gutes Herr Baron Karg den Armen der ganzen Gegend des Saalgaues, insbesondere der Stadt Bad Reichenhall fortgesetzt erwiesen hatte. Das treue Gedenken des Volkes bleibt ihm gesichert, er war eine Hauptstütze für Bad Reichenhall, der Bürger reinster Edelstein.
Rosenheimer Anzeiger No. 105. Sonntag, den 7. Mai 1899.