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Hier ruhen Herr
Joseph Borzaga,
Oberlieutenant im I. Artillerie-Regiment
Prinz Luitpold,
geb. zu Fischbachau am 16t. März 1832,
geblieben auf dem Feld der Ehre
in der Schlacht von Sedan
am 1t. September 1870,
dahier begraben am 17t. Januar 1871.
Ihm folgte
im 3. Jahre des Weltkrieges
die treueste Gattin, die beste Mutter
Frau Franziska Borzaga
geb. Zechmeister,
geb. 12. April 1838, gest. 15. August 1916.
Ihnen folgte ihre treue Tochter
Fräulein Franziska Borzaga
Studienprofessor a. D.
geb. 23. Februar 1864, gest. 13. Dezember 1937.
Sockel
Die Artillerie Offiziere vom I. bayr. Armeekorps,
ihrem unvergesslichen Kameraden.
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Borzaga, Franziska; 23.2.1864 (München) – 13.12.1937; Studienprofessorin
Borzaga, Franziska (vw) / Zechmeister (gb); 12.4.1838 – 15.8.1916; Lohnkutschers-Tochter aus München / Oberleutnants-Witwe
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* 16.3.1832 (Fischbachau)
† 1.9.1871 (Sedan)
Oberleutnant
1. Artillerie-Regiment »Prinz Luitpold«.
Oberlieutenant Joseph Borzaga,
geboren zu Fischbachau am 16. März 1832, war der Sohn des kgl. Forstmeisters Joseph Borzaga zu Marquartstein. Nachdem er das Gymnasium besucht hatte, wählte er in seinem 18. Lebensjahre den Soldatenstand und zwar die Artillerie. Im Dezember 1850 marschirte er mit nach Schleswig. Von dort in die Heimath zurückgekehrt, wurde er zum Unteroffizier ernannt und wegen seiner Fertigkeit im Zeichnen vielfach im Bureau beschäftigt. Auf sein Ansuchen erfolgte am 4. Januar 1859 seine Ernennung zum Regiments-Aktuar. Die damaligen Verhältnisse brachten ihm jedoch bald die Beförderung zum Lieutenant im 1. Artillerie-Regiment.
1866 avancirte Borzaga zum Oberlieutenant und marschirte als solcher mit der Batterie Grammich aus. Am 25. und 26. Juli kämpfte er bei Roßbrunn.
Im Monat Mai und Juni des denkwürdigen Jahres 1870 war er mehrere Wochen ans Krankenbett gefesselt. Plötzlich brach der längst schon drohende französische Krieg aus. In seiner Begeisterung und Pflichttreue setzte Oberlieutenant Borzaga alle Gesundheits-Rücksichten bei Seite und rückte als Reconvalescent mit der 8. Feldbatterie »Sewalder« am 30. Juli 1870 in’s Feld.
Am 1. September kam die Batterie auf der Höhe von Bazeilles in ein fürchterliches Kreuzfeuer. Hier in der treuesten persönlichen Pflichterfüllung fand der Tapfere den Heldentod.
Er hielt zu Pferd an seinem vordern Geschütze und war eben abgesessen, um einen seiner Kanoniere wegen des guten Abfeuerns zu beloben, da traf ihn bei den Worten: »jetzt haben wir’s, der Schuß war gut!« eine feindliche Kugel durch’s Herz und er stürzte leblos zu Boden. Nur noch einige Wochen und er hätte den Höhepunkt seiner Wünsche erreicht, da ihn die Reihe zum Hauptmann traf.
Seine Kameraden beerdigten ihn in Bazeilles in einem eingezäunten Anger. Die Leiche ist später nach München gebracht und dort am 17. Januar 1871 zur Erde bestattet worden.
Dem gediegenen Artillerie-Offizier, dem beliebten Kameraden, dem trefflichen Familienvater wird ein dauerndes Andenken bewahrt werden.
Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee. Nürnberg, 1871.