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2 – 7 – 6 (Branca)

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GRABSTAETTE
DER
FREIHERRLICHEN FAMILIE
VON BRANCA

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Maximilian Freiherr von Branca

* 19.11.1839 (Aibling/Obb.)
† 29.12.1906 (München)
Landgerichtsassessors-Sohn / General

Allgemeine Zeitung (30.12.1906)

General der Infanterie Maximilian Frhr. v. Branca †.

Der langjährige Generaladjutant Sr. kgl. Hoheit des Prinzregenten, kgl. Kämmerer und General der Infanterie Maximilian Frhr. v. Branca ist in der vergangenen Nacht im Alter von 67 Jahren gestorben.

General der Infanterie Maximilian Wilhelm Johann Frhr. v. Branca entstammte einem alten Patriziergeschlechte, das dem bayerischen Staate nicht nur Offiziere, sondern auch manchen verdienten Beamten geliefert hat. Er wurde am 19. November 1833 zu Aibling bei Rosenheim geboren als Sohn des im gleichen Monat 1846 verstorbenen Landgerichtsassessors Max v. Branca und dessen Gemahlin Sophie, geborenen Ott (gest. zu Traunstein im September 1864), erhielt seine erste militärische Ausbildung im Kadettenkorps und war am 16. August 1858 als Junker des Infanterie-Leib-Regiments der Armee eingereiht worden. Unter dem 16. Mai 1859 zum Unterleutnant avanciert, machte er zwei Monate später eingeteilt bei der 1. Schützenkompagnie (Hauptmann Max Frhr. v. Gumppenberg) den Ausmarsch in die Kantonierungen nach Schwaben zwischen Neu-Ulm und Günzburg mit und kam darauf im Frühjahr 1860 als Aufsichtsoffizier unter Verwendung als Fecht- und Turnlehrer zur Kriegsschule. In dieser Stellung dauerte sein Verbleiben bis zur Mobilisierung 1870. Inzwischen hatte er sich, nachdem im Mai 1866 seine Beförderung zum Oberleutnant stattgefunden hatte, in der 11. Kompagnie (Hauptmann Friedrich Staubwasser) des Leib-Regiments am Kriege gegen Preußen, insbesondere an den Gefechten bei Kissingen, dem Ueberfalle bei Homburg und den Gefechten von Uettingen und Roßbrunn beteiligt und in Anerkennung seines tapferen Verhaltens eine Allerhöchste Belobung erhalten. Gleich nach der Mobilisierung 1870 mit dem Regiment ins Feld zu rücken war ihm nicht vergönnt; er wurde zuerst an den Landwehrkompagniesitz Altötting beordert und daraus zum Führer der 3. Kompagnie des Landwehr-Bataillons bestimmt.

Im August 1870 erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann und im November übernahm er die Verbringung des 5. Ersatz-Transports (320 Mann stark) auf den Kriegsschauplatz. Diesen erreichte er am 9. Dezember abends, so daß es ihm noch möglich war, am nächsten Tage an den Kämpfen bei Beaugency-Cravant teilzunehmen. Nachdem er noch die Einschließung und Belagerung von Paris mitgemacht hatte, wurde ihm nach der Rückkehr aus der Kampagne die 4. Kompagnie seines Regiments unterstellt. Veranlaßt durch seine bereits bewährten Talente auf dem Gebiete der körperlichen Ausbildung erfolgte kurz nachher seine Berufung zum Mitglied einer Kommission behufs Einführung des neuen Exerzier-Reglements. Er wirkte dann auch einige Zeit lang von 1872 ab bei den in München und Würzburg aufgestellten Instruktions-Bataillonen als Anweiser. 1875 fand seine Erhebung in den Freiherrnstand statt, anläßlich des Neujahrsfestes 1877 die Dekorierung mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens vom heiligen Michael, Anfang Dezember 1878 die Ernennung zum Stabshauptmann, und nachdem ihm im April 1880 das Majorspatent verliehen war, ein paar Monate später die zum etatsmäßigen Stabsoffizier und im Juli 1882 die zum Kommandeur des 2. Bataillons. Dies sollte seine letzte Stellung in der Truppe sein, denn nachdem er noch im März 1885 seinen damaligen Regimentskommandeur, den Prinzen Arnulf, zu den Trauerfeierlichkeiten der Prinzessin Elisabeth von Hessen nach Darmstadt begleitet und darauf im Herbste gleichen Jahres im Gefolge des Prinzen an den Uebungen des 3. preußischen, dann des 14. und 13. (württembergischen) Armeekorps teilgenommen hatte, berief ihn im Juni 1886 nach Einsetzung der Regentschaft Se. kgl. Hoheit Prinz Luitpold zu Allerhöchstseinem Flllgeladjutanten.

Auf diesem Ehrenplatze wurden dem Verstorbenen zahlreiche Beweise besonderer Huld zuteil, und mögen die vielen Auszeichnungen, die v. Branca während dieser 20 Jahre empfangen hatte, den Beweis geben, wie er sich das vollste Vertrauen seines königlichen Herrn erworben hat. Noch im gleichen Jahre zum Oberstleutnant und 1888 zum Oberst befördert, wurde ihm 1892 das Ritterkreuz 1. Klasse des Militär-Verdienstordens und das Generalmajorspatent, 1897 das Patent zum Generalleutnant mit dem Prädikate »Exzellenz«, und nachdem im Dezember 1900 die Ernennung zum Generaladjutanten stattgefunden hatte, zum 80. Geburtstage des Regenten das Großkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael verliehen. Seit März 1904 war er General der Infanterie, seit 1894 bekleidete er die Würde eines kgl. Kämmerers. Mitte August 1905 war es dem General vergönnt, das 50jährige Dienstjubiläum zu begehen, aus diesem Anlaß erhielt er das Ehrenkreuz des Ludwigsordens. Außerdem schmückten noch mehrere fremde Orden, darunter sechs Großkreuze oder solche 1. Klasse, seine Brust. Mit Exzellenz v. Branca sinkt ein treuer, verdienstvoller Diener unseres Regenten, ein liebenswürdiger, biederer Charakter ins Grab. Außer der trauernden Witwe, einer geborenen Hummel, Tochter des † kgl. Oberbaurats Karl v. Hummel, mit der er seit April 1867 vermählt war, hinterläßt er zwei Söhne, die ebenfalls der Armee angehören, und eine Tochter.

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Die Krankheit des Frhrn. v. Branca, eine Lähmung, die allmählich den ganzen Körper ergriff, verhinderte ihn seit vorigem Winter, seine Dienste als Generaladjutant zu versehen. In Bad Aibling, seinem Geburtsort, hoffte er noch Heilung zu finden, kehrte aber im Herbst bereits schwer krank nach München zurück, um sich einer weiteren Behandlung im Sanatorium Neuwittelsbach zu unterziehen. Der Prinzregent, dem der Verstorbene nicht nur in seiner dienstlichen Eigenschaft, sondern auch durch Freundschaft eng verbunden war, beehrte den Erkrankten durch wiederholte Besuche, bei welchem der Regent, solange es der Gesundheitszustand des Frhrn. v. Branca noch gestattete, stundenlang bei dem Patienten zubrachte. Die Nachricht von dem Ableben des Generals v. Branca erhielt der Prinzregent, welcher sich bereits früh zur Jagd nach dem Aumeister begeben hat, erst heute mittag. Die Beerdigung des Generals Frhrn. v. Branca findet mit militärischen Ehren Montag nachmittags 4 Uhr auf dem Südlichen Friedhöfe, die Ueberführung dorthin heute nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause in der Karlstraße aus statt.

Allgemeine Zeitung Nr. 603. München; Sonntag, den 30. Dezember 1906.

Allgemeine Zeitung (31.12.1906)

Münchener- Stadtanzeiger.

München, 29. Dezember.
Frhr. v. Branca †. Samstag nachmittag 4 Uhr fand im Trauerhause des verstorbenen Generaladjutanten Frhrn. v. Branca in der Karlstraße die feierliche Aussegnung der Leiche, im Beisein der Witwe, sowie seiner beiden Söhne, Rittmeister und kgl. Kämmerer Max Frhr. von Branca, und Gesandtschaftsattaché, Kammerjunker Wilhelm Frhr. v. Branca, sowie der Tochter und einiger Freunde der Familie statt. An der Bahre waren inzwischen zahlreiche Kränze, darunter solche von der Herzogin von Modena, Prinz Ludwig, den Prinzessinnen Therese und Klara, den »Kameraden der Adjutantur« u. a. niedergelegt worden. Unter Begleitung des großen Konduktes von St. Bonifaz fand hierauf die Ueberführung nach dem südlichen Friedhofe statt.

Allgemeine Zeitung Nr. 604. München; Montag, den 31. Dezember 1906.

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Wilhelm Freiherr von Branca

* 10.6.1809 (München)
† 6.1.1890 (München)
Ministerialrat a. D.

Münchner Neueste Nachrichten (9.1.1890)

Lokales.

München, 8. Januar.
(Ministerialrath v. Branca †.) Heute Nachmittag ½4 Uhr wurde im südlichen Friedhofe der k. Mininisterialrath a. D. Freiherr Wilhelm v. Branca zu Grabe getragen. Im Trauergefolge bemerkten wir u. A. den Oberst Freiherrn v. Branca, Polizeipräsidenten Dr. v. Müller. Der von Stadtpfarrer Prior P. Klingl gehaltenen Trauerrede entnehmen wir, daß der Verstorbene am 10. Juni 1809 als der Sohn des Ministerialreferenten Max v. Branca geboren wurde, mit Auszeichnung seine Studien absolvirte und im Jahre 1838 seine erste Anstellung als Regierungssekretär in Würzburg erhielt. 1846 wurde er Regierungsassessor in Ansbach und erwarb sich solche Verdienste um den Kreis, daß ihn die Stadt Fürth zum Ehrenbürger ernannte. 1850 wurde er Regierungsrath in München, wo er sich namentlich um die Erweiterung der Kreisirrenanstalt verdient machte. 1868 zum Ministerialrath ernannt, trat er 1873 in den verdienten Ruhestand.

Münchner Neueste Nachrichten No. 13. Donnerstag, den 9. Januar 1890.



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