Ω
Hier ruhen in Frieden
Linke Spalte
JOSEPH
KRATZER
1836 – 1896
Rechte Spalte
STEPHANIE
KRATZER
1838 – 19¿
Ω
Kratzer, Josef Otto; 1836 – 12.7.1896 (München); Rentier
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Simmerlein (gb)
* 1838
† 1.3.1913 (München)
Rentiers-Witwe
Feuerbestattung. Im Krematorium des Ostfriedhofs fand am Dienstag vormittag die Einäscherung der Leiche der im Alter von 74 Jahren verstorbenen Rentierswitwe Stephanie Kratzer statt. An der Bahre, an der sich mit den Angehörigen eine Anzahl teilnehmender Freunde der Familie versammelte, hielt der Vorsitzende des Vereins für Feuerbestattung Major Kery eine kurze Gedächtnisrede. Die Verstorbene und ihr verstorbener Gatte hatten seinerzeit dem Nationalmuseum einen wertvollen Goldpokal geschenkt, sie selbst stiftete später für das Münchner Rathaus ein schönes Glasgemälde.
Generalanzeiger der »Münchner Neuesten Nachrichten« Nr. 117. Mittwoch, den 5. März 1913.
Stiftung für Blinde und Augenkranke. Die am 1. März 1913 verstorbene Rentiere Stefanie Kratzer hat mit einem Betrage von 172,012.39 Mark eine Stiftung errichtet, deren Verwaltung der Stadtgemeinde übertragen wurde. Der Zweck der Stiftung ist die Unterbringung armer Blinder und unheilbarer weiblicher Blinder in Anstalten auf Lebenszeit und die Unterbringung von augenkranken Knaben und Mädchen in geeigneten Erholungsstätten für die Dauer der Genesungszeit. Das Gemeindekollegium nahm die Stiftung heute mit dem Ausdruck wärmsten Dankes an.
Münchner Neueste Nachrichten No. 221. Freitag, den 1. Mai 1914.