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3 – 12 – 13 (Grünewald)

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Die Grabinschrift ist nicht erhalten

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Max von Grünewald

† 7.3.1907 (München), 84 Jahre alt
Hofrat

Allgemeine Zeitung (11.3.1907)

Hofrat Max v. Grünewald †. Eine selten zahlreiche Trauergemeinde gab heute nachmittag im südlichen Friedhofe einem der betagtesten Beamten der kgl. Hofverwaltung, dem im hohen Alter von 85 Jahren verstorbenen Hofrat und kgl. Hofkassier Max v. Grünewald das letzte ehrende Geleit. Dem mit Schiffhut und Degen, sowie den vielen Orden des Verstorbenen gezierten Sarge folgten die nächsten Anverwandten, darunter Intendanzrat Grünewald, dann der Generalintendant der kgl. Hoftheater und der kgl. Hofmusik Frhr. v. Speidel mit zahlreichen Beamten der Intendanz, Geheimrat v. Klug, Geheimer Hofrat, Höglauer, Justitiar der Hofverwaltung, mit den Beamten der kgl. Hofkasse und des Hofsekretariats, Hofkassier Stabsrat Eichheim, Hofkassakontrolleur Moralt und viele andere Hofbeamte. Ferner sah man im Trauergefolge Reichsrat Graf Törring-Jettenbach, Feldzeugmeister General Streck, General Graf Tauffkirchen, Offiziere aller Waffengattungen u. a. m.

Der kirchliche Zeremoniar, prot. Kirchenrat Reichenhart, widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf, in dem er denselben als ein Muster treuer Pflichterfüllung und edlen Menschentums feierte. In langem, arbeitsreichem Leben hat sich der Verstorbene durch eigene Kraft zu den höchsten Ehrenämtern, die ihm zuteil warden, emporgeschwungen, stets das Vertrauen seines königlichen Herrn ehrend. Er war den Beamten der kgl. Hofverwaltung stets ein leuchtendes Vorbild.

Unter König Ludwig II. wurde er zum Hofkassier der kgl. Hof- und Kabinettskasse ernannt und war in dieser Eigenschaft in gewissem Sinne Mitleidender an den finaziellen Wirrnissen der Hofkasse unter Ludwig II. Er erhielt den Titel kgl Rat, später den Titel eines kgl. Hofrates und 1877 das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone. Schon 1869 war er mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Michaelsordens ä. O. ausgezeichnet worden. Anläßlich der Anwesenheit der Kaiserin Marie in Schloß Berg erhielt er den russischen Stanislausorden und wegen der Ordnung des Nachlasses der Königin-Witwe von Griechenland den Orden von Oldenburg.

Am Grabe wurden unter einer Fülle von Kränzen solche niedergelegt vom Marien Ludwig Ferdinand-Verein, von den Beamten des kgl. Hofsekretariats, den Kassabeamten der Generalintendanz der Hoftheater, von Marie Dahn-Hausmann u. a.

Allgemeine Zeitung Nr. 118. München; Montag, den 11. März 1907.



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