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4 – 2 – 50 (Harold)

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Tafel

Edgar Freiherr von Harold
k. b. Major ¿ Kammerjunker
30.5.1830 – 1.8.1886
dessen Gattin Emilie
geb. von Brandl
26.6.1832 – 2.6.1907

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Adam Freiherr von Harold

* 19.2.1794 (Düsseldorf)
† 17.11.1860 (Nürnberg)
Königlich bayerischer Kämmerer, Generalleutnant und Generalkommandant

Tag-Blatt der Stadt Bamberg (30.11.1860)

Dem Wunsche des in Nürnberg verlebten Hrn. Generallieutenants und Generalkommandanten Frhrn. v. Harold gemäß wurde dessen Leiche vorgestern Nachmittag zur Beerdigung nach München gebracht. Eine Brigade unter Kommando des Hrn. Generalmajors v. Hermann geleitete die Leiche zum Bahnhofe unter Vorantritt der celebrirenden katholischen Geistlichen. Dem Sarge folgte die protestantische Geistlichkeit, die Stäbe der Linie und Landwehr, die königl. und die Gemeindebehörden. Den Zug schloß, die Musik an der Spitze, das Landwehrregiment Nürnberg. Nach der Einsegnung gaben sämmtliche Truppentheile, sowie eine vor dem Bahnhofe aufgestellte Batterie, bestehend aus zwei Zwölfpfündern der königlichen und vier Sechspfündern der bürgerlichen Artillerie die üblichen drei Ehrensalven. Frhr. v. Harold war lange Jahre Stadtkommandant von München und besitzt dort wegen seiner Humanität uud Bürgerfreundlichkeit das beste Andenken.

Tag-Blatt der Stadt Bamberg No. 332. Freitag, den 30. November 1860.

Münchener Bote für Stadt und Land (1.12.1860)

Deutschland

Bayern. Aus Nürnberg, 29. Nov., schreibt man: Gestern Nachmittags 3 Uhr wurde die Leiche des Kommandanten der 3. Armeedivision, Hrn. Generallieutenants Frhrn. v. Harold, mit den dem Range des Verstorbenen gebührenden militärischen Ehren nach dem Bahnhofe gebracht, da der Dahingeschiedene seinem letzten Willen gemäß in München beerdigt wird. Die Leichenbegleitung bildete die ganze Besatzung und die Landwehr, aus welchen Mannschaften eine Brigade von 4 Bataillonen Infanterie, mit 1 Division Kavallerie, 6 Geschützen und der Sanitätskompagnie formirt wurde. Im Bahnhofe fanden die kirchlichen Exequien statt, nach welchen die üblichen Geschütz- und Gewehrsalven folgten. Eine große Menschenmenge wohnte der Trauerfeierlichkeit bei. Die Armee verliert an dem Verlebten einen ihrer verdienstvollsten Offiziere.

Münchener Bote für Stadt und Land No. 286. München; Samstag, den 1. Dezember 1860.

Münchener Bote für Stadt und Land (1.12.1860)

Hauptstadt-Neuigkeiten.

Gestern Nachmittags wurde die Leiche des in Nürnberg verstorbenen Generallieutenants und Divisionärs Frhrn. v. Harold hieher gebracht und auf besonderen Wunsch des Verblichenen in aller Stille beerdigt. Nur eine Deputation von Offizieren begleitete den Sarg zur Gruft.

Münchener Bote für Stadt und Land No. 286. München; Samstag, den 1. Dezember 1860.

Erheiterungen (8.12.1860)

Mannigfaltigkeiten.

Der am 27. November in Nürnberg an einer Lungenlähmung verstorbene Generallieutenant und Generalkommandant Adam Freiherr von Harold, k. Kämmerer, war am 19. Februar 1794 zu Düsseldorf geboren. Seine Erziehung genoß er im k. Kadettenkorps. Unterm 17. März 1809 wurde er zum Unterlieutenant im 2. Infanterieregiment Kronprinz ernannt und machte als solcher den Feldzug gegen Oesterreich und im Jahre 1812 jenen gegen Rußland mit. Am 22. Februar 1815 zum Oberlieutenant befördert, machte er den Feldzug 1815 gegen Frankreich mit und wurde am 1. November desselben Jahres zum Grenadier-Garderegiment versetzt. Am 12. Oktober 1822 zum ersten Adjutanten des Generals der Infanterie und Kommandanten des General-Ouartiermeisterstabes v. Raglowich ernannt, wurde er gleichzeitig zum General-Quartiermeisterstab versetzt und verblieb in demselben auch nach seiner Beförderung zum Hauptmann und Major, bis zum 9. Oktober 1637, wo er znm 12. Infanterieregiment versetzt wurde. Am 1. April des Jahres 1838 zum 1. Jägerbataillon transferirt, kam er bei seiner Beförderung zum Oberstlieutenant am 15. Dezember 1843 in's Infanteneregiment König. Unter'm 18. Oktober 1844 wurde er zum Kommandanten des 4. Jägerbataillons und am 31. März 1848 zum Obersten und Kommandanten des 3. Infanterieregiments Prinz Karl ernannt, dann am 16. Juni 1849 unter Beförderung zum Generalmajor zum Stadtkommandanten von München ernannt. Am 31. März 1855 als Generallieutenant charakterisirt, verblieb er in seiner Stellung als Stadtkommandant bis zum 12. Oktober 1857, wo er zum Generallieutenant befördert und mit dem Kommando der 3. Armeedivision betraut wurde.

Erheiterungen Nro. 294. Belletristisches Beiblatt zur Aschaffenburger Zeitung. Samstag, den 8. Dezember 1860.

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Edgar Freiherr von Harold

* 30.6.1830 (München)
† 1.8.1886 (Possenhofen)
Königlich bayerischer Major und Kammerjunker

Berliner Entomologische Zeitschrift (1886)

Nekrolog.


Edgar von Harold.

Die vorstehend zum Abdruck gebrachten Beschreibungen neuer coprophager Lamellicornien enthalten die letzten entomologischen Zeilen des Königlich Bayerischen Majors a. D. und Kammerjunkers, Edgar Freiherrn von Harold, welcher am 1. August 1886 zu Possenhofen am Starnberger See im 56sten Lebensjahre verstarb. »Die wenigen Worte der Vorrede führen gleichsam entschuldigend des Schreibers leidende Gesundheit an, während es damals schon ein furchtbar schweres qualvolles Leiden war, gegen das der Arme mit bewundernswürdiger Energie und Selbstbeherrschung zu ringen suchte bis zum Aeussersten (Worte seiner Wittwe, der Freifrau Emilie v. Harold, geb. Brandt).

Edgar Freiherr von Harold wurde geboren in München am 30. Mai 1830 als Sohn des im Jahre 1860 zu Nürnberg als General-Kommandant verstorbenen General-Lieutenants Adam Frhr. v. Harold, der seinerseits einer englischen Familie entstammte. Er genoss seine Erziehung in der Königl. Bayerischen Pagerie und absolvirte im Jahre 1848 das Gymnasium mit der ersten Note. Hierauf trat er als Lieutenant in das Infanterie-Leibregiment ein und diente bis 1869, in welchem Jahre er als Hauptmann I. Classe quittirte. Dazu veranlasste ihn zunächst die Wahrnehmung, dass bei den, nach dem Feldzuge von 1866 fortwährend sich steigernden militärischen Anforderungen, seine entomologischen Beschäftigungen mit den Dienstobliegenheiten nicht mehr vereinbar blieben. Seine Dienstzeit hat er einmal durch einen einjährigen Urlaub, den er in Spanien und Marokko zubrachte, unterbrochen, ausserdem besuchte er, bei anderen Gelegenheiten, wiederholt Paris, London, Rom und andere Hauptstädte Europa’s. Die Friedensjahre wurden von ihm mehrfach zum Besuche von Collegien an der Universität benutzt. Bei Ausbruch des Krieges im Jahre 1870 trat er wieder in Verwendung beim Generalstabe ein, erhielt den Majorsgrad und schied nach dem Friedensschlusse aus der Aktivität wieder aus. Entomologischen Beschäftigungen seit seiner Jugend hingegeben, lenkte er in wissenschaftliche Bahnen seit 1859 ein. Ausser den vom ihm und Dr. Gemminger gemeinschaftlich herausgegebenen »Catalogus coleopterorum hucusque descriptorum synonymicus et systematicus«, Monachii 1868–1876 (12 Bände), 77 008 Arten umfassend, einem Werke von erstaunlicher Ausdauer und Gediegenheit, hat er eine stattliche Reihe von vorwiegend coleopterologischen Arbeiten in deutschen und französischen Fachzeitschriften, besonders in seinen »Coleopterologischen Heften« publicirt, von 1877 bis 1881 die (alsdann eingegangenen) »Mittheilungen des Münchener entomologischen Vereins« redigirt und wurde auf Grund seiner Leistungen zum Custos-Stellvertreter an die Entomologische Abtheilung des Berliner Königlichen Zoologischen Museums berufen, ein Posten, den er am 4. Mai 1877 antrat und am 1. Juli 1880 wieder verliess. Hier hat er sich auch mit Hemipteren, insbesondere Heteropteren zu beschäftigen angefangen, wovon zahlreiche von ihm mit seinen schönen, markigen Schriftzügen versehene Signaturen der Sammlung zeugen.

Bei seinen Bestrebungen, der systematischen Nomenclatur Stabilität zu verschaffen und dem Grundsätze des »Suum cuique« gerecht zu werden, war ihm insbesondere der Umstand förderlich, dass er den klassischen Sprachen stets grosse Sorgfalt zugewendet hatte und dass ihm die französische, englische, italienische und spanische Sprache geläufig waren.

Für die Zeitschrift des Berliner Entomologischen Vereins, dessen Mitglied der Verstorbene seit 1858 blieb, hat E. v. Harold sehr zahlreiche Aufsätze geliefert, welche in den Jahrgängen 1859, 1861, 1862, 1863, 1866, 1867, 1868, 1869, 1871, 1873, 1874, 1875, 1876, 1877, 1878, 1879, 1880, 1881 und 1884 niedergelegt sind.

Berliner Entomologische Zeitschrift. Berlin, 1886.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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