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6 – 4 – 28 (Beyrer · Renn)

Ω

Grabstätte
der
Familien
¿ u. Renn

Ω

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Heinrich Beyrer

* 2.9.1847 (Obergarten/Tirol)
† 10.5.1882 (München)
Bildhauer

Bayerischer Kurier (12.5.1882)

Nur auf diesem Wege.

Todes-Anzeige.

Gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbsakramente, ruhig und ergeben in Gott dem Herrn verschied heute Mittags nach mehrmonatlichem, schweren Leiden unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter,

Herr Heinrich Beyrer,
Bildhauer,

im Alter von 35 Jahren. Diese Trauerkunde allen Verwandten, Freunden und Bekannten.

In unserm namenlosen Schmerz bitten wir um stilles Beileid, Gebet und liebevolles Andenken dem theuren Verstorbenen zu bewahren.

München, am 10. Mai 1882.

Die tieftrauernde Gattin.
Mina Beyrer, geb. Ziegler,
mit ihren beiden unmündigen Kindern
Oscar und Wilhelm
im Namen der übrigen Verwandten.

Die Beerdigung findet Freitag den 12. Mai um 3¼ Uhr am südlichen (alten) Friedhof, der Gottesdienst Montag den 15. Mai Vormittags 8 Uhr in der St. Peters-Pfarrkirche statt.

Bayerischer Kurier No. 132. München; Freitag, den 12. Mai 1882.

Allgemeine Zeitung (3.7.1882)

Nekrologe Münchener Künstler.
XXIII.

Schließlich gedenken wir noch des vielversprechenden Bildhauers Heinrich Beyrer, welcher, geboren am 2 September 1847 in Obergarten (bei Lermoos in Tirol), leider schon am 10 Mai d. J. aus dem Leben schied. Er war ein Bruder und Schüler von Joseph Beyrer, diesem überaus tüchtigen und insbesondere im Bereiche der Holzsculptur mit virtuoser Technik ausgerüsteten Künstler – welcher gerade durch seine für den Augsburger Dom bestimmten »Stationen« (Vergl. »Allg. Ztg.« Nr. 266 B. vom 22 September 1880.) gerechte Anerkennung erntet und die durch Knabls Abgang entstandene Lücke im Bereiche der religiösen Plastik in würdiger Weise füllt. In diesem Atelier bildete sich Heinrich Beyrer von 1863 bis 1870, conditionirte dann bei dem Bildhauer Engelbrecht Kolp (Engelbrecht Kolp, geb. 28 December 1840 zu Fliersch bei Holzgau im Tiroler Lechthale, kam frühzeitig nach München, wo er sich durch eisernen Fleiß und Ausdauer einen geachteten Namen erwarb, aber schon am 21 August 1877 zu Innsbruck starb.) und Jos. Kopp, besuchte Wien, wo er bei Kißling und Bockhorni arbeitete; 1874 kehrte er zu seinem Bruder nach München zurück und führte daselbst viele Statuetten, Gruppen und Reliefs aus, darunter auch einen 9 Fuß hohen Friedensengel (nach Schlemin) in Kalkstein und nach antikem Muster ein lebensgroßes Pferd (gefaßt von Kuißel) für die Harnischkammer des Privatiers Kuppelmayer. Beyrer wurde ein Opfer des heuer nicht ungewöhnlichen schroffen Witterungswechsels; er suchte im Vorfrühlinge zu Botzen Heilung oder Linderung seines Lungenleidens; das böse Wetter trieb ihn zurück, der Eisenbahnzug blieb am Brenner im Schnee stecken; im offenen Schlitten mußte nun der fiebernde Mann über den Brenner die heillose Fahrt wagen und kam übel zugerichtet nach München, wo seine tieferschütterte Gesundheit unaufhaltsam verfiel. Die Welt, welche häufig viel Größeres in kürzerer Zeit vergißt, hatte noch kein Wort zum Gedächtnisse dieses braven, strebsamen Künstlers; gönnen Sie ihm diese erste und hoffentlich nicht letzte Erinnerung.

Allgemeine Zeitung Nr. 184. Augsburg; Montag, den 3. Juli 1882.

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Josef Wilhelm Renn

* 2.6.1820 (Imst)
† (15).6.1894 (München)
Bildhauers-Sohn / Bildhauer

Münchner Neueste Nachrichten (15.6.1894)

Todes-Anzeige.

In Gottes heiligem Wissen war es gelegen, unseren innigstgeliebten Gatten, Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel,

Herrn
Joseph Renn,
Kunstbildhauer,

nach kurzem, harten Krankenlager, versehen mit dem heil. Sakramente der letzten Oelung, aus dieser Zeitlichkeit abzurufen.

Wir empfehlen den theuren Verblichenen dem frommen Gebete.

München, den 13. Juni 1894.

Rosa Renn, geb. Steib, Gattin,
Dr. Emil Renn, k. Gymn.-Prof.,
Julius Renn, akad. Bildhauer, Söhne,
im Namen der übrigen Verwandten.

Die Beerdigung findet Freitag den 15. Juni Nachm. 4 Uhr im südlichen (alten) Friedhofe und der Trauergottesdienst Montag den 18. Juni Vormittags 9 Uhr in der St. Peters-Pfarrkirche statt.

Münchner Neueste Nachrichten No. 272. Freitag, den 15. Juni 1894.

Innsbrucker Nachrichten (18.6.1894)

Hof- und Personal-Nachrichten.

In München wurde am Freitag der Bildhauer Josef Renn, geb. am 2. Juni 1820 zu Imst als Sohn des Bildhauers F. X. Renn, unter großer Theilnahme beerdigt.

Innsbrucker Nachrichten Nr. 137. Montag, den 18. Juni 1894.

Bote für Tirol u. Vorarlberg (18.6.1894)

Local- und Provincial-Chronik.
Innsbruck, 18. Juni.

Josef Renn †. Aus München, 16. Juni, wird uns geschrieben: Gestern wurde die sterbliche Hülle des Bildhauers Josef Renn unter großer Theilnahme zugrabe getragen. Renn ist geboren zu Imst am 2. Juni 1820, als Sohn des Bildhauers F. H. Renn, bei dem er seinen ersten Unterricht im Vereine mit J. Knabl, M. Stolz, J. K. Müller und seinem Bruder Gottfried (jetzt in Speier) erhielt. Nach vollendeter Lehrzeit zog er, wie seine Collegen, mit tüchtigen Kenntnissen ausgerüstet nach München, wo er bei J. O. Entres, wie seine Mitschüler, Aufnahme fand und so die bereits erloschene Holzsculptur wieder zu beleben half. Später conditionierte Josef Renn auch bei J. Petz, ebenfalls einem Tiroler, und dann viele Jahre bei A. Sickinger. Vor etwa 20 Jahren machte er sich selbständig und erhielt viele beehrende Aufträge. J. Renn war ein achtenswerter, ruhiger Charakter, außerordentlich fleißig und sparsam und lebte ganz seiner Familie; vor etwa 10 Jahren begab er sich zur wohlverdienten Ruhe, da er wegen manchmaligen körperlichen Leiden, keine Aufträge mehr annahm.

Bote für Tirol u. Vorarlberg Nr. 137. Innsbruck; Montag, den 18. Juni 1894.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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