Inhalt | Register | |



6 – 5 – 23* (Abenthum · Kraft)

Ω

Das Grab ist nicht erhalten

Ω

|||

Maria Abenthum (vh)

† 23.7.1848 (München), 47 Jahre alt, Tod durch Unfall
Lohnkutschers-Gattin

Aller-Neueste Nachrichten (24.7.1848)

– den 23. Juli. Heute wollte die b. Lohnkutscherin Abenthum ihren Mann, der sich zur Herstellung seiner zerrütteten Gesundheit im Bade Kreuth befindet, einen Besuch abstatten; doch ehe sie am Morgen abfuhr trank sie noch eine Tasse Kaffee im Urban’schen Kaffeehaus und ging auf das Apartement, da dessen Bretter faul und morsch waren, so fiel die ohnehin etwas schwere Frau in eine bei 20 Fuß tiefe Grube, wo sie den Tod des Erstickens auf eine so eckelhafte Weise erleiden mußte. (Große Nachlässigkeit vom Hausbesitzer!)

Aller-Neueste Nachrichten Nr. 88. Montag, den 24. Juli 1848.

Der Reichsbote (25.7.1848)

München, 23. Juli. Heute ereignete sich ein höchst trauriger Unglücksfall. Die Lohnkutschersfrau Abenthum stürzte im Hause des Kaffetier Urban am Frauenplatze sammt dem Sitze des Abtrittes in die Schwindgrube, indem die morschen Bretter unter ihren Füßen brachen und konnte trotz schleuniger Hilfe nicht mehr gerettet werden. Dieser Vorfall bewährt von Neuem, daß man bei Reparaturen namentlich so gefährlicher Orte nicht säumen soll. Bereits seit Jahr und Tag war der ruinöse Zustand dieser Lokalität des Urban’schen Kaffeehauses notorisch und nichts geschah zur Verhütung eines Unglücksfalles, wie wir ihn nun leider zu bedauern haben.

Der Reichsbote Nr. 9. Dienstag, den 25. Juli 1848.

Münchener Wochen-Zeitung (30.7.1848)

Unglücksfälle in und um München: Am verflossenen Sonntag früh verunglückte die Gattin des bürgerl. Lohnkutschers Abenthum in einem Kaffehause auf dem Frauenplatze, indem ein Brett auf dem s. v. Abtritt mit ihr durchbrach, und sie bereits erstickt war, als man ihr zu Hülfe kam. Diese unglückliche Frau war eben im Begriff zu ihrem in einem fernen Bade befindlichen todtkranken Manne zu eilen, um ihn womöglich noch im Leben zu sehen, als sie selbst so schnell der Tod ereilte; sie war im 48. Lebensjahre.

Münchener Wochen-Zeitung Nr. 26. Sonntag, den 30. Juli 1848.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


Erstellt mit jutoh digital publishing software (Anthemion Software Ltd.)