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Linke Stele
Hier ruhen in Gott:
der beste Gatte und Vater
Herr Valentin Schittler,
Holzhändler
gest. 4. September 1872, im 59. Lebensjahre.
Dessen Gattin
Frau Therese Schittler,
geb. 18. April 1817, gest. 16. März 1900.
Fräulein Elise Schittler,
Holzhändlerstochter,
gest. 30. März 1870, im 42. Lebensjahre.
Ihr folgte ihr Bruder
Herr Joseph Schittler, Gastwirth
geb. 13. März 1847, gest. 7. Juli 1893.
Herr Karl Schittler, Kaufmann
geb. 5. Juli 1857, gest. 8. Juni 1894
Frau Josefa Schittler, Gastwirtsw.
geb. 4. Jan. 1854, gest. 9. Juli 1933.
R. I. P.
Sockel
Fräulein Anny Schön
geb. 30. Juni 1899, gest. 20. Mai 1917.
Rechte Stele
Hier ruhen in Gott:
unsere unvergesslichen Kinder
deren Enkel
Rosina, geb. 30. Jan. 1882, gest. 6. Juni 1884.
Valentin, geb. 15. März 1884, gest. 30. Aug. 1884.
Max, geb. 30. Novbr. 1886, gest. 12. März 1887.
Elise, geb. 7. März 1888, gest. 12. Juni 1889.
Karolina, geb. 3. Juli 1891, gest. 23. Jan. 1892.
Johann, geb. 24. Juni 1885, gest. 1. Okt. 1892.
Karl, geb. 14. Okt. 1893, gest. 29. Dezbr. 1893.
Ihnen folgte
Herr Valentin Schittler,
Flossmeister,
Inh. d. Feldzugsm. 1870-71,
geb. 23. Januar 1845, gest. 14. Dezember 1905
als guter Gatte und treubesorgtester Vater
von den Seinen innigst betrauert!
Frau Anna Schittler
Flossmeisters-We.
geb. 26. März 1858, gest. 23. Juli 1936.
R. I. P.
Sockel
Unser innigstgeliebtes Kindchen
Elisabeth, geb. 30. Okt. 192¿, gest. ¿. Nov. 1925.
folgte ihr Brüderchen Josef Valentin
¿. Dez. 1928, gest. 25. Febr. 1929
Sockel
Schittlersches Familien-Grab
Ω
Schittler, Anna (vw) / Kraft (gb); 26.3.1858 – 23.7.1936; Flossmeisters-Witwe
Schittler, Elisabeth; 30.10.192¿ – ¿.11.1925
Schittler, Elise; – 30.3.1870 (München), 21 Jahre alt; Holzhändlers-Tochter
Schittler, Elise; 7.3.1888 – 12.6.1889
Schittler, Johann; 24.6.1885 – 1.10.1892 (München), Tod durch Ertrinken; Holzhändlers-Sohn
Schittler, Josef; 13.3.1847 – 7.7.1893; Gastwirt
Schittler, Josefa (vw); 4.1.1854 – 9.7.1933; Gastwirts-Witwe
Schittler, Karl; 5.7.1857 – 8.6.1894; Kaufmann
Schittler, Karl; 14.10.1893 – 29.12.1893
Schittler, Karolina; 3.7.1891 – 23.1.1892
Schittler, Max; 30.11.1886 – 12.3.1887
Schittler, Rosina; 30.1.1882 – 6.1.1884
Schittler, Therese (vw); 18.4.1817 – 16.3.1900; Holzhändlers-Witwe
Schittler, Valentin; – 4.9.1872 (München), 58 Jahre alt; Holzhändler
Schittler, Valentin; 23.1.1845 (München) – 14.12.1905 (München); Holzhändlers-Sohn / Flossmeister
Schittler, Valentin; 15.3.1884 – 30.8.1884 (München); Flossmeisters-Sohn
Schittler, Valentin; ¿.12.1928 – 25.2.1929
Schön, Anna; 30.6.1899 – 20.5.1917
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* 23.1.1845 (München)
† 14.12.1905 (München)
Holzhändlers-Sohn / Flossmeister
Lokales.
München, 14. Dezember.
Floßmeister Valentin Schittler †. Ein Herzschlag machte heute Vormittag 9 Uhr völlig unerwartet dem Leben eines unserer hervorragendsten Münchner Originale, des Floßmeisters Valentin Schittler, ein Ende. Schittler war in München in allen Kreisen bekannt einmal durch sein weitverzweigtes Geschäft und seinen großen Grund- und Häuserbesitz, dann aber auch durch die Zähigkeit und den unbeirrten Eifer, mit dem er seine Interessen, sein »gutes Recht« dem Magistrat und den übrigen Behörden gegenüber verfocht, wobei er es an Beweisen drastischer Geradheit und kräftigen Humors nicht fehlen ließ. Auch außerhalb München, weit über Bayerns Grenzen hinaus, war er als ruhiger, geschäftstüchtiger Holzhändler bekannt. Der Verstorbene ist am 23. Januar 1845 als Sohn der Holzhändlerseheleute Valentin und Therese Schittler geboren und stand daher im 61. Lebensjahre. Er war seit 1878 verheiratet und hat im Jahre darauf (1879) das elterliche Geschäft übernommen und dasselbe durch seine rastlose Tätigkeit zu hoher Blüte gebracht. Im Jägerbataillon machte er 1870/71 den Feldzug mit und geriet bei Orleans in französische Gefangenschaft. Schittler besaß, wie gesagt, eine Menge Anwesen und ein weitverzweigtes Geschäft. Die persönliche Regsamkeit und der ehrliche Geschäftsfleiß des Verstorbenen wird auch jenen Achtung abnötigen, denen er mitunter erhebliche Schwierigkeiten bereitete.
Münchner Neueste Nachrichten und Handels-Zeitung, Alpine und Sport-Zeitung. Theater- und Kunst-Chronik. No. 584. Freitag, den 15. Dezember 1905.
Münchener Tagesneuigkeiten.
München, 14. Dezember.
Valentin Schittler, ein durch seinen Unternehmungsgeist und seine Originalität bekannter Münchner Bürger, ist am Donnerstag Vormittag, nicht ganz 60 Jahre alt, plötzlich an einem Herzschlag verschieden. Ein Leben voll unermüdlicher Tätigkeit hat damit seinen Abschluß gefunden. Mit 13 Jahren schon hatte Schittler, dessen Eltern in der Fabrikstraße hier ein Holzgeschäft betrieben, sich als tüchtiger Flößer bewährt und oftmals die grüne Isar und bis Wien hinab die blaue Donau befahren. Zum Militär einberufen, machte er als Jäger 1870 den Feldzug gegen Frankreich mit, in dem er bei Orleans das Mißgeschick hatte, in Gefangenschaft zu geraten. Zwei Jahre später übernahm er gemeinsam mit seinem Bruder Max das elterliche Geschäft. Von 1877 an führte er es allein und 1878 trat er in den Stand der Ehe, aus der sechs Kinder hervorgingen. Von kleinen Anfängen wußte Schittler sein Geschäft immer mehr in die Höhe zu bringen; er war nicht nur als Holzhändler sondern auch als Floßmeister und Schneidlägbesitzer tätig, dabei erwarb er nach und nach einen bedeutenden Grundbesitz, namentlich in der Gegend der früheren Lände am großen Stadtbach. Die jetzige Geyerstraße und ein Teil der Baldestraße sind auf Schittlerschem Grund erbaut. Bei diesen Unternehmungen, insbesondere bei den Baulinienfragen, hatte er manch' zarten Strauß mit dem Magistrat und der Baulinienkommission zu bestehen, wobei er seine Interessen mit aller Zähigkeit verfocht. Manch' originelles Schriftstück von seiner Hand, das in den Akten dieser Behörden ruht, gibt davon Zeugnis. Der Grundsatz, von dem er ausging, hat in einer Inschrift Ausdruck gefunden, die er an seinem Hause Nr. 5 an der Geyerstraße anbringen ließ. Sie lautet: »Ein kräftig Wort, ein derber Streich – Macht harte Schädel windelweich«. Da aber manches seiner Worte zu kräftig und zu derb ausfiel, hatte er auch verschiedene Unannehmlichkeiten durchzumachen. Schittler war jedoch nicht der Egoist, als den ihn manche ansehen mochten, vielmehr kamen die Projekte, die er durchzusetzen wußte, auch wieder anderen Bürgern zugute. Bei der großen Ausdehnung seiner verschiedenartigen Unternehmungen gönnte er sich weder Rast noch Ruhe, noch Erholung; nun hat der Tod den Unermüdlichen, sozusagen vom Kontor weg, zur ewigen Ruhe gebettet.
Generalanzeiger der Münchner Neuesten Nachrichten Nr. 585. Freitag, den 15. Dezember 1905.
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* 15.3.1884
† 30.8.1884 (München)
Flossmeisters-Sohn
TODES-ANZEIGE.
Gott der Allmächtige hat ein zweites schweres Opfer von uns gefordert, indem er heute Nacht unser einziges, heißgeliebtes Söhnchen
Valentin
im Alter von 6 Monaten in die Schaar seiner Engel aufgenommen hat, was wir unseren lieben Verwandten, Freunden und Bekannten schmerzerfüllt mittheilen.
Um stilles Beileid bitten
München, 2. September 1884.
Die tiefbetrübten Eltern:
Valentin Schittler, Floßmeister,
Anna Schittler, geb. Kraft.
Die Beerdigung findet Donnerstag den 4. September Nachmittags 2 Uhr im südlichen (alten) Friedhofe statt.
Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 248. Donnerstag, den 4. September 1884.