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Grabstätte der Familie
Arnold.
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* 12.5.1842 (München)
† 3.10.1904 (München)
Offizier und Schriftsteller
Todesfall. Gestern abend 8½ Uhr ist der kgl. bayer. Hauptmann a. D. Hugo Arnold nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen. Mit Hauptmann Arnold ist ein tapferer Veteran aus den Feldzügen von 1866 und 1870/71 und ein bekannter, namentlich auf ethnographisch-anthropologischem Gebiete tätiger Schriftsteller dahingegangen. Von 1892 bis 1895 gehörte er auch dem Redaktionsverbande der Allgemeinen Zeitung an, für deren Feuilleton und Beilage er bis in die letzte Zeit noch manchen Beitrag lieferte.
Münchener Stadt-Anzeiger und Bayrische Rundschau Nr. 458 der Allgemeinen Zeitung. Mittwoch, den 5. Oktober 1904.
Beerdigungen. Zu gleicher Zeit [Beerdigung von Charlotte von Herigoyen] trug man einen tapferen Offizier, den kgl. bayer. Hauptmann a. D. und Schriftsteller Hugo Arnold zu Grabe. Zur Bezeigung der letzten militärischen Ehren war eine Kompagnie des Infanterie-Leib-Regiments mit Musik ausgerückt. Unter Vorantritt der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des 11. Infanterie-Regiments setzte sich der Zug nach dem Grabe in Bewegung. Dem Sarge folgten als nächste Verwandte der Oberstudienrat Dr. Ritter v. Arnold. Rektor des Wilhelm-Gymnasiums und Mitglied des Obersten Schulrates, Staatsminister a. D. Exzellenz Dr. v. Landmann, der Direktor des Reichsarchivs Dr. Franz Baumann, Rektor Dr. Friedrich Ohlenschlager, der Vorstand des Kriegsarchive und Oberst a. D. Ritter v. Erhard, Professor Dr. Sigmund Günther, der kgl. Wirkl. Rat Chefredakteur Leher, Intendanzrat Moralt, die Mitglieder der Anthropologischen Gesellschaft, eine Offiziersdeputation des 2. Infanterie-Regiments, viele Schriftsteller, Gelehrte und andere Leidtragende. Der amtierende Geistliche entwarf ein kurzes Lebensbild des Verstorbenen und wies auf die vielen militärischen und publizistischen Ehren hin, die der Verstorbene sich errungen. Mit der Niederlegung reicher Kranzspenden schloß der Trauerakt.
Münchener Stadt-Anzeiger und Bayrische Rundschau Nr. 459 der Allgemeinen Zeitung. Samstag, den 8. Oktober 1904.
Arnold Hugo, 1842 (München) – 1904; A. war ursprünglich Offizier beim Bayerischen Infanterie-Leibregiment und nahm an den Kriegen von 1866 und 1870/71 teil; wegen seiner Tapferkeit erhielt er das Eiserne Kreuz und den bayerischen Militärverdienstorden; nach seiner 1887 wegen eines Kriegsleidens erfolgten Pensionierung wirkte er als Schriftsteller; er betätigte sich vorwiegend auf geschichtlichem, ethnographischem und anthropologischem Gebiet, betrieb Forschungen über römische Lagerplätze, Straßenzüge und Standquartiere in Bayern, leitete die Aufdeckung und Ausgrabung prähistorischer Gräber und Hügel, z. B. am Wörthsee, am Auerberg im Lechrain u. a., entdeckte die letzten Reste der von Heinrich dem Löwen erbauten Münchner Stadtmauer; auch die oberbayerischen Seen zogen ihn in den Kreis seiner historischen Betrachtung; er schuf so auch heitere kulturhistorische Landschaftsbilder aus der Urzeit; ziemlich spät machte A. noch Aufzeichnungen über sich selbst (»Unter General von der Tann«) und über alte Volksbräuche (Keferloher Pferdemarkt, Ortsnamen der Münchner Gegend, Tölzer Leonhardifahrt u. a.).
© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.