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HOFMANN.
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* 20.2.1840 (Triest)
† 5.8.1896 (München)
Architekt
Oberbaurath Hofmann.
Julius Hofmann geboren im Jahre 1840 in Triest, machte als Architekt seine Studien in Wien, wurde schon im Jahre 1858 von dem Erzherzog Maximlian nach Triest berufen und mit der vollständigen Ausschmückung des Schlosses Miramar betraut.
Bei Ausbruch des italienischen Feldzugs wurden auf Miramar die Arbeiten eingestellt, und in Folge dessen kam Hofmann zum ersten Male nach München, wo er den russischen Hofmaler Swertschkoff kennen lernte und für diesen bedeutende Arbeiten ausführte, die nach Petersburg bestimmt waren.
Im Jahre 1863 wurde er beauftragt, seine Thätigkeit in Miramar fortzusetzen und 1 Jahr später in vertrauter Mission von dem nachmaligen Kaiser Maximilian nach Mexico gesendet woselbst er bis vor dem tragischen Ende dieses edlen Fürsten (1867) als Hofarchitekt verblieb. Kurz vor der Katastrophe reiste Hofmann auftragsgemäß nach Europa, um das Schloß Lacroma in Dalmatien für den zukünftigen Aufenthalt des Kaisers Max herzurichten. Während dieser Reise erfolgte die Füsilirung des unglücklichen Habsburger Sprößlings, weßhalb sich Architekt Hofmann sofort wieder nach München begab und hier die Glasmalerei studirte. Nachdem er sich in diesem Fache hinreichend Kenntniß erworben hatte, errichtete er eine Glasmalerei für die Mayer'sche Hof-Kunstanstalt am Stiegelmayerplatz zu München.
Der dieser Anstalt vorstehende Direktor Zettler hat sich aber bereits 1 Jahr später von derselben getrennt und in Gemeinschaft mit diesem errichtete Hofmann die jetzt blühende Zettler'sche Hof-Glasmalerei zu München, welcher er in technischer und künstlerische Richtung 10 Jahre lang vorgestanden ist.
Schon beim Baue des kgl. Schlosses Linderhof wurde Hofmann privatim mit mehreren Arbeiten betraut; ein Gleiches geschah beim Schloßbau von Herrenwörth, und als schließlich die Frage ventilirt wurde, wer wohl Neu-Schwanstein ausstatten könnte, wurde vom Oberbaudirektor von Dollmann dem Architekten Hofmann die gesammte innere Ausschmückung übertragen, welche Arbeiten 3 Jahre in Anspruch nahmen. Nach der Pensionirung Dollmanns wurde als dessen Nachfolger im kgl. Privatbureau unter vielen Andern auch Hofmann dem Könige vorgeschlagen, und ist Hofmann auch unter Ernennung zum Hofbaurath als Dollmanns Nachfolger von Seiner Majestät auserwählt worden.
In dieser Stellung wurden ihm die Neubauten von Linderhof, Hohenschwangau und Chiemsee, sowie der kgl. Residenz in München anvertraut. Auch wurde er mit dem Baue des Hubertus-Pavillons, sowie des Schlosses Falkenstein beauftragt und hatte er im Auftrage des Königs Projekte für ein großes Byzantinisches und für ein Chinesisches Schloß zu fertigen, welche Projekte jedoch auf dem Papier geblieben sind.
In dieser seiner Laufbahn hat Hofmann sehr viele Reisen unternommen: Er besuchte Frankreich, England, Deutschland, Italien und Spanien, war, wie erwähnt, in Mexico und wurde zu öfteren Malen als Privatperson von S. Maj. König Ludwig II. mit besonderen Aufträgen nach Paris gesandt. Bis zum tragischen Ende des kunstverständigen Königs hatte sich Hofmann der Gunst und Gnade desselben erfreut, wovon verschiedene Handschreiben Zeugniß geben. Nach des Königs Tode verblieb Hofmann nicht nur in seiner Stellung, sondern er wurde sofort vom Prinz-Regenten zum Oberbaurath befördert. In dieser seiner jetzigen Stellung sind ihm nicht allein die kgl. Privatschlösser zur Ueberwachung übertragen, sondern es wurden ihm auch die sämmtlichen Hofbauten in München, Nymphenburg, Schleißheim, Dachau und Schloß Berg übrgeben.
Hof-Baurath Hofmann ist Münchner Bürger, also auch bayerischer Staats-Bürger, seit 1865 verheirathet und ist Vater eines Sohnes. Derselbe gilt als ein hochwissenschaftlich gebildeter und sehr befähigter Mann in seinem Fache.
Wie nicht leicht ein zweiter, war es ihm vom Schicksal bestimmt, als »Hofarchitekt« das tragische Ende zweier kunstsinniger Monarchen, bei denen er angestellt, erleben zu müssen.
J. L. Craemer: Schloß Herrenwörth, das bayerische Versailles in Wort und Bild. München, 1887.
Hofmann, Julius, Baumeister, geb. 1840 (?), † 5. Aug. 1896 in München. Er stand in Diensten des Kaisers Maximilian von Mexiko und hatte später Antheil an den bayerischen Königsschlössern Herrenchiemsee, Lindenhof und Neuschwanstein. Von ihm ferner die Entwürfe zur neuen Schatzkammer der Münchener Residenz und zur Gedächtniskirche für Ludwig II. in Berg am Starnbergersee. Hof-Oberbaurath.
Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Frankfurt am Main, 1921.