Ω
Obelisk
HIER RUHEN
FRZ. FIDEL LOEHLE
K. B. HOFKÜCHENMEISTER
GEB. 31. DEZ. 1756
GEST. 7. SEPT. 1813.
ANNA
DESSEN WITTWE
GEB. 23. APR. 1766
GEST. 19. APR. 1823.
JOS. LOEHLE
BEGRUENDER DER KUNSTANSTALT
v. PILOTY u. LOEHLE
RITTER D. HERZ. PARM. ST. LUDWIGS
CIV. VERD. ORD.
GEB. 26. OKT. 1807 GEST. 13. FEB. 1840.
THERESE LOEHLE
GEB. SAGNE
K. TOPOGR. KUPFERSTECHERS GATTIN
GEB. 22. MAI 1807 GEST. 9. JULI 1845.
CONR. LOEHLE
K. B. HOFOFFIZIANT
GEB. 25. JUNI 1793 GEST. 7. NOV. 1846.
LUDW. LOEHLE
GEB. 23. MAI 1848 GEST. 13. MAI 1850.
FRANZ LOEHLE
K. B. HOF- u. OBERPOSTRATH
RITTER HOHER ORDEN
GEB. 28. JAN. 1792 GEST. 5. JUNI 1857.
AUGUSTE LOEHLE
GEB. LAAR
GEB. 16. MAI 1804 GEST. 4. APR. 1873.
JOHANN LOEHLE
K. KUPFERSTECHER A. D. IM K. B. TOPOGR. BUREAU
GEB. 16. JULI 1801 GEST. 11. MAI 1878.
PETER LOEHLE
K. INGENIEUR-GEOGRAPH A. D. IM K. B. TOPOGR. BUREAU
GEB. 14. AUG. 1799 GEST. 21. JUNI 1878.
KAROLINE LOEHLE
GEB. MEUNIER
K. TOPOGR. KUPFERSTECHERS WITTWE
GEB. 3. MAI 1822 GEST. 11. NOV. 1898.
Sockel
PAUL LOEHLE
GEB. 3. NOV. 1890 ZU REHHAG BEI BERN
GEST. 8. JUNI 1897 ZU NYMPHENBURG.
ADOLF LOEHLE
RENTNER, EHEDEM INHABER u. DIREKTOR DER
KUNSTANSTALT VON PILOTY u. LOEHLE IN MUENCHEN
MITBEARBEITER DES ERSTEN ERDPROFILES
GEB. 4. APRIL 1838. GEST. 13. OKTOBER 1905.
FRANZ KAMPS
APOTHEKER
GEB. 9. JANUAR 1861. GEST. 21. FEBRUAR 1932.
Frl. MARIE PICKL-GOLDSTEIN
GEB. 29. DEZEMBER 1878 – GEST. 7. MÄRZ 1935.
Ω
Kamps, Franz; 9.1.1861 – 21.2.1932; Apotheker
Loehle, Adolf; 4.4.1838 – 13.10.1905; Kunstmaler, Zeichner und Inhaber der Kunstanstalt Piloty und Loehle
Loehle, Anna (vw); 23.4.1766 – 19.4.1823; Hofküchenmeisters-Witwe
Loehle, Franz; 28.1.1792 – 5.6.1857; Hofrat und Oberpostrat
Loehle, Franz Fidel; 31.12.1756 – 7.9.1813; Hofküchenmeister
Loehle, Josef; 26.10.1807 (Regensburg) – 13.2.1840 (München); Lithograph und Begründer der Kunstanstalt Piloty und Loehle
Loehle, Karoline (vw) / Meunier (gb); 3.5.1822 – 11.11.1898; Kupferstechers-Witwe
Loehle, Konrad; 25.6.1793 – 7.11.1846; Hofoffiziant
Loehle, Ludwig; 23.5.1848 – 13.5.1850
Loehle, Paul; 3.11.1890 (Rehhag bei Bern) – 8.6.1897 (München)
Loehle, Peter; 14.8.1799 – 21.6.1878; Ingenieur-Geograph
Loehle, Therese (vh) / Sagne (gb); 22.5.1807 (München) – 9.7.1845 (München); Uhrgehäusemachers-Tochter / Kupferstechers-Gattin
Pickl-Goldstein, Marie; 29.12.1878 – 7.3.1935
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* 16.7.1801
† 11.5.1878 (München)
Kupferstecher
TODES-ANZEIGE.
Theilnehmenden Freunden & Bekannten erstatten wir hiemit die Trauernachricht, dass unser lieber Gatte, Vater, Bruder, Oheim und Schwager,
Herr Johann Bapt. Loehle,
kgl. topogr. Kupferstecher a. D. & Vorstand der Kunstanstalt von Piloty & Loehle,
heute Morgens nach 4 Uhr schnell und unerwartet entschlafen ist.
München, Augsburg, Passau, Haag & Landshut
den 11. Mai 1878.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag den 13. Mai, Nachmittags 4 Uhr, vom südlichen, alten Leichenhause aus, und der Trauergottesdienst Donnerstag den 16. Mai, Vormittags 10 Uhr, in der St. Bonifazius-Pfarrkirche statt.
Neueste Nachrichten Nr. 132 & 133. München; Sonntag, den 12. Mai 1878.
München, 15. Mai.
(Unlieb verspätet.) Vergangenen Samstag schied ein wackerer Künstler aus unserer Mitte. Des Morgens 4 Uhr entschlief schnell und unerwartet der Kupferstecher Hr. Joh. Bapt. Löhle, vormaliger kgl. Kupferstecher im k. topographischen Bureau und seit einer Reihe von Jahren Vorstand und Leiter der Kunstanstalt von »Piloty und Löhle«. Als solcher gehört er mit seinem Namen der Geschichte der Kunst. Um die Kunst und deren Verbreitung hat er sich namhafte Verdienste durch die Herausgabe zahlreicher und bedeutender Reproduktionswerke erworben und der von ihm geleiteten Firma denjenigen ehrenvollen Ruf in weitesten Kreisen gewahrt, dessen sie sich von allem Anfang an seit länger als 4 Jahrzehnten, nach der Gründung des Instituts durch Ferdinand Piloty, dem Vater, und Joseph Löhle allezeit erfreut hat. Der Verewigte stand noch im besten Mannesalter.
Neueste Nachrichten Nr. 136. München; Donnerstag, den 16. Mai 1878.
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* 4.4.1838 (München)
† 13.10.1905
Kunstmaler, Zeichner und Inhaber der Kunstanstalt Piloty und Loehle
Lokales.
München, 14. Oktober.
Adolf Loehle †. Wie bereits kurz mitgeteilt, ist der ehemalige Inhaber und Direktor der Kunstanstalt Piloty & Loehle gestern verschieden. Adolf Loehle, Sohn des seinerzeit rühmlich bekannten kgl. topographischen Kupferstechers und Kartographen Johann Loehle und dessen Gattin Therese geb. Sagne, wurde am 4. April 1838 in München geboren. Von Jugend an zur künftigen Leitung der im Jahre 1832 unter der Aegide Königs Ludwig I. zur lithographischen Herausgabe der kgl. Pinakotheken gegründeten Kunstanstalt von Piloty & Loehle dahier bestimmt, trat er nach erworbener Vorbildung 1857 in diese Kunstanstalt ein und wirkte in derselben bei Herausgabe ihrer großartigen Verlagswerke, die Weltruf erlangten. Nach dem Tode seines Vaters und seines Oheims übernahm Adolf Loehle im Jahre 1878 die alleinige Leitung der k. priv. Kunstanstalt von Piloty & Loehle und verlegte noch Vollendung des großen lithographischen Pinakothek-Werkes von 320 Blättern den Schwerpunkt der Anstalt auf das Landkartenfach, in welchem unter seiner Leitung u. a. gediegene Karten von Bayern ins Leben gerufen wurden. Auch der Entwurf der gegenwärtigen amtlichen Verkehrs- und Ort-Entfernungskarte von Bayern, Württemberg und Baden stammt von ihm.
Der bei Anlaß des Deutschen Geographentages 1884 von Hauptmann Ferd. Lingg († 1899) ausgestellte geistvolle Entwurf eines »Meridionalschnittes durch Europa in einheitlichem Maßstabe« gab Loehle Gelegenheit durch Erweiterung, Ausführung und Herausgabe dieses Wertes in seiner Kunstanstalt, die Erdbeschreibung um ein Originalwerk ersten Ranges unter dem Titel: »Erdprofil der Zone vom 31. bis 65. Grad nördl. Breite«, das zum ersten Male eine der Natur entsprechende Darstellung der Erdoberfläche gibt, zu bereichern. Dieses Werk, dem Autoritäten der geographischen Wissenschaft, Generalfeldmarschall Graf Moltke an der Spitze, einstimmige bewundernde Anerkennung zollten — hat Loehle nicht etwa nur nach Linggs ursprünglichem Entwürfe mechanisch reproduzieren lassen und publiziert, sondern in fast dreijähriger Arbeit zum »Erdprofil« ausgestaltet.
Trotz der übereinstimmenden, seltenen Anerkennung der Fachautoritäten, aus deren gesammelten Urteilen über das »Erdprofil« klar hervorgeht, daß schlechterdings niemand eine anschauliche, sinnliche Vorstellung von der wahren Oberflächengestaltung unserer Erde, ja von dieser selbst, besitzt, der dieses Werk nicht gesehen hat — erzielt dasselbe bis heute noch nicht die verdiente allgemeine Verbreitung, und zwar deshalb, weil es etwas absolut Neues ist. Denn wenn Fachzeitschriften ersten Ranges das Werk u. a. für die »bedeutendste graphische Publikation, die die Erdkunde unserer Tage aufzuweisen hat«, erklären, oder ausrufen: »Endlich erhalten wir einmal ein vollständig richtiges Bild der Erdoberfläche!« — so sollte man glauben, daß das Werk überall verbreitet sein müsse, umsomehr als es nicht etwa ausschließlich fachwissenschaftlich ist, sondern dessen Hauptvorzug in seiner populären Anschaulichkeit liegt. Allerdings ist es kein Buch, keine Karte und kein Globus — und somit kann es noch so manches Jahr dauern, bis die so glückliche, anerkannt vollkommen neue Lösung der Aufgabe, ein richtiges, anschauliches Bild unserer Erde, im wahren Verhältnis zu ihren Bergen und Meeren wie zur Atmosphäre, und vom Erdkern bis in die Sternenwelt reichend, zu geben, allgemein gekannt und genützt wird. Im Jahre 1890 trat Loehle die Kunstanstalt von Piloty & Loehle käuflich an die Firma Dr. C. Wolf & Sohn dahier ab, zog sich ins Privatleben zurück und widmete sich der Erziehung seines Kindes, eines aufgeweckten Knaben, der ihm aber schon in jungen Jahren durch raschen Tod entrissen wurde.
Adolf Loehle hat Verfügungen getroffen, daß nach seinem Tode das seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Loehleschen Gemäldesammlung befindliche Dalberg-Loehlesche Schiller-Porträt, lebensgroßes Brustbild nach dem Leben, in Oel gemalt von Höflinger 1781, Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser zur eventuellen Begründung einer Deutschen National-Porträt-Galerie überreicht werden solle. [Als interessante Erscheinung mag hier noch erwähnt werden, daß wir in der Lage waren, obige Daten eigenen Aufzeichnungen Adolf Loehles zu entnehmen, welche uns gemäß eines letzten Wunsches des Verstorbenen nach dessen Tode freundlich zur Verfügung gestellt wurden. D. Red.]
Münchner Neueste Nachrichten No. 483. Montag, den 16. Oktober 1905.
Aus dem Rathause.
München, 24. November.
(Aus dem Verwaltungssenat.)
Vermächtnis.
Dem Historischen Stadtmuseum hat Herr Adolf Loehle in seinem Erbvertrag ein koloriertes Handexemplar des unter seiner Leitung entstandenen Linggschen Erdprofiles, ein Exemplar der von seinem Vater Johann Loehle entworfenen und in Kupfer gestochenen Spezialkarte von Südwestdeutschland (auf der Pariser Weltausstellung von 1867 prämiiert), weiter die zur ehrenden Anerkennung der Leistungen und Vervollkommnungen der Kunstanstalt von Piloiy und Loehle in München auf dem Gebiete der Lithographie geprägte große goldene Medaille des Königs Wilhelm II. der Niederlande vom Jahre 1817 vermacht. Hiefür wird gedankt.
Generalanzeiger der Münchner Neuesten Nachrichten Nr. 551. Samstag, den 25. November 1905.
Loehle, Adolf von, Maler und Zeichner, geb. 4. April 1838 in München. Er malte Fürstenbildnisse und hat deren besonders für die Reproduktion gezeichnet. Er war 1878–90 Besitzer und Direktor der Kunstanstalt Piloty und Loehle in München, in der er seit seiner Jugend thätig gewesen war.
Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Frankfurt am Main, 1921.
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* 26.10.1807 (Regensburg)
† 13.2.1840 (München)
Lithograph und Begründer der Kunstanstalt Piloty und Loehle
63. Joseph Löhle,
Direktor und Miteigentümer der lithographischen Anstalt von Piloty und Löhle zu München, Ritter des herzogl. luccesischen St. Ludwig Civilverdienstordens;
geb. d. 26. Okt. 1807, gest. d. 13. Febr. 1840.
Er war der jüngste Sohn des k. baier. Hofküchenmeisters Franz Fidel Löhle und zu Regensburg geboren. Nach dem im J. 1813 erfolgten Tode seines Vaters erhielt er die erste Jugendbildung im k. Erziehungsinstitute zu Neuburg a. D., welches er aber, wegen entschiedener Vorliebe für die Kunst, noch vor Vollendung der Gymnasialstudien verließ und an der k. Akademie der Künste zu München mit Zeichnungen im historischen Fache mit günstigstem Erfolge sich beschäftigte. Dort machte er die Bekanntschaft des durch seine vorzüglichen Leistungen im Fache der Steinzeichnung in bleibendem Andenken stehenden G. Bodmer, dessen treuer Freund und Gefährte er ward. Sie waren gemeinschaftlich die ersten selbstständigen Herausgeber lithographirter Bilder und das von ihm unternommene, in ganz Deutschland vielseitig verbreitete Bild, König Otto's, Königs von Griechenland, Abschied zu München am 6. Dec. 1832, machte zuerst seinen Namen in ehrenvoller Weise bekannt. Im J. 1833 verband sich L. mit dem im historischen Fache rühmlichst bekannten Lithographen Ferd. Piloty zur gemeinschaftlichen Herausgabe der lithographieren Abbildungen aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleißheim, welches Werk von diesem Zeitpunkte an sich fortwährend entschieden verbesserte und in allen Ländern Europa's einen höchst ehrenvollen Ruf erwarb. Unter seiner Leitung machte, durch gesammelte vielseitige Erfahrungen, vorzüglich der lithographische Kunstdruck in München wesentliche Fortschritte und in Anerkennung dieses Strebens nach Vervollkommnung der Lithographie verlieh ihm der Herzog von Lucca im Jahre 1838 den St. Ludwigs-Civilverdienstorden. Kurz vor dem im J. 1837 erfolgten, für die Kunst allzufrühen Hinscheiden seines Freundes Bodmer erwarb L. durch Kauf seine sämmtlichen Werke und setzte deren Herausgabe mit seinem Associé Ferd. Piloty neben dem Pinakothekwerke fort.
Dieser herbe Verlust machte indessen auf den zurückgebliebenen treuen Freund den tiefsten Eindruck und stimmte sein Gemüth vor der Zeit zum Ernste des spätern Mannesalters, obgleich er in einer sehr glücklichen Ehe und einer seltnen Harmonie mit mehreren Brüdern lebte. In Mitte seines Wirkens und in voller Jugendkraft überraschte ihn der Tod nach kurzem Unwohlsein am obengenannten Tage und er folgte seinem Freunde Bodmer, nachdem er gleich ihm erst kurz das 33. Lebensjahr angetreten hatte. Sein offenes, freundliches Benehmen und seine Menschenfreundlichkeit erwarben ihm die allgemeine Liebe seiner Mitbürger und Untergebenen. Außer seiner Gattin hinterließ er eine 10jährige Tochter.
Neuer Nekrolog der Deutschen. Weimar, 1843.
Löhle, Joseph, Lithograph in München, geboren zu Regensburg im Jahr 1807. Sein Vater Franz Fidel war königl. bayrischer Hofküchenmeister. Noch vor Vollendung der Gymnasialstudien zu Neuburg a. D. begab er sich an die Akademie nach München, wo er sich mit G. Bodmer innigst befreundete. Sie waren gemeinschaftlich die ersten selbstständigen Herausgeber lithographirter Bilder, und das von ihm allein unternommene Stück, König Otto’s Abschied zu München im Jahr 1832, erwarb ihm zuerst Ruf. Im Jahr 1833 verband er sich mit Ferd. Piloty zu Herausgabe der lithographirten Abbildungen aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleissheim. In Anerkennung seines Strebens nach Vervollkommnung der Lithographie verlieh ihm der Herzog von Lucca im Jahr 1838 den St. Ludwigs Civilverdienstorden. Nach dem Tode Bodmer’s setzte er die Herausgabe der Werke desselben mit genanntem Piloty fort. Im Jahr 1840 starb er als Direktor und Miteigenthümer der lithographischen Anstalt von Piloty und Löhle zu München. Literatur. Neuer Nekrolog der Deutschen 1840. S. 205 ff.
Die Künstler aller Zeiten und Völker. Stuttgart, 1860.
Löhle: Joseph L., Lithograph, geb. am 26. Octbr. 1807 als der jüngste Sohn des k. baier. Hofküchenmeisters Franz Fidel L., erhielt nach dem Tode seines Vaters (1813) die erste Bildung im königl. Erziehungsinstitute zu Neuburg an der Donau, welches er wegen entschiedener Vorliebe für die Kunst noch vor dem Absolutorium verließ, an der Akademie zu München mit Zeichnungen im historischen Fach sich beschäftigend. Mit G. Bodmer bekannt und befreundet, gaben sie bald gemeinsam lithographische Blätter heraus; namentlich war es die große »König Otto's von Griechenland Abschied zu München 1832« vorstellende Steinzeichnung (nach Ph. Foltz, lithographirt von Bodmer), womit L. seinen Ruf begründete. Im J. 1833 verband sich L. mit dem als Lithographen im historischen Fach bekannten Ferdinand Piloty (dem Vater der beiden nachmals berühmten Maler) zur gemeinsamen Herausgabe lithographirter Copien aus der königl. Pinakothek zu München und der Gemäldegallerie zu Schleißheim, ein Werk, welches sich fortwährend verbesserte und in allen Ländern Europa's einen epochemachenden Ruf erwarb. Somit war die heute noch florirende, neuestens auch durch photographische Reproductionen bekannte Kunstanstalt »Piloty und Löhle« begründet. Nach Bodmer's Tode (1837) erwarb L. dessen sämmtliche Steinzeichnungen und setzte deren Herausgabe mit Ferd. Piloty neben dem großen Pinakothek- und Galleriewerke fort. L. starb am 13. Febr. 1840 (sein Porträt als Brustbild lithographirt von J. Fertig, gr. Fol.). Darauf trat sein Bruder Joh. Bapt. L. (Kupferstecher im königl. topographischen Bureau) als Vorstand und Leiter in diese Anstalt bis zu seinem Tode am 11. Mai 1878. Ihm folgte sein Bruder Peter L. (Ingenieurgeograph vom königl. baier. Generalquartiermeisterstabe) schon am 21. Juni 1878, im 79. Lebensjahre in das Grab.
Vgl. Kunstvereinsbericht für 1840, S. 95 f. Müller-Klunzinger, 1860, II. 611. Seubert, 1878, II. 470.
Hyac. Holland.
Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1884.
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Sagne (gb)
* 22.5.1807 (München)
† 9.7.1845 (München)
Uhrgehäusemachers-Tochter / Kupferstechers-Gattin
Todes-Anzeige.
Heute Abends 6½ Uhr verschied nach 9monatlicher Krankheit im 37ten Lebensjahre
Frau Therese Loehle,
geborne Sagne.
Was Gatte und Sohn, Mutter und Bruder, so wie zahlreiche Verwandte und Freunde an ihr verloren, vermögen Worte nicht auszudrücken, wird aber gewiß von Allen innig mitgefühlt, welche die heimgegangene edle Seele und ihr liebevolles Wirken näher gekannt.
Diese schmerzliche Anzeige erstattet unter Bitte um stille Theilnahme und frommes Andenken für die Selige.
München, den 9. Juli 1845.
der tieftrauernde Gatte Johann Löhle, Kupferstecher I. Classe im topographischen Bureau des k. Generalquartiermeister-Stabs, zugleich im Namen der sämmtlichen Verwandten.
Die Beerdigung findet Samstag den 12. Juli Nachmittags 5 Uhr vom Leichenhaus aus statt.
Münchener Tagblatt No. 190. Samstag, den 12. Juli 1845.