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Hier ruhen:
Eugen Bernreither
Hauptmann im 10ten Inf. Regt.
geb. ¿. Juni 1831,
gest. den Heldentod zu Sedan den 1. Septbr. 1870.
Elise Bernreither
Majorsgattin,
geb. den 17. Nov. 1792, gest. den 27. Septbr. 18¿
Johann Bapt. Bernreither
kgl. Major
geb. den 14. April 1791, gest. den 6. April 1877.
Hermann Holz
Kunstmaler
geb. den 20. Mai 1821, gest. den 16. Okt. 1883.
Sockel
Adelgunde Holz
Kunstmalers-Witwe
geb. den 24. Sept. 1829, gest. den 12. Nov. 1917.
Rechte Seite
Wilhelm Pfeiffer
Kunstmaler
geb. den 15. Januar 1822,
gest. den 28. November 1891.
Elisabeth Spörr
geb. Pfeiffer
geb. den 16. Januar 1863,
gest. den 13. Mai 1899.
Eugenie Pfeiffer
Kunstmalers-Kind
geb. den 14. Oktbr. 1871,
gest. den 10. Febr. 1872.
Sockel
Amalie Pfeiffer
Kunstmalers-Witwe
geb. den 10. Januar 1828,
gest. den 25. Februar 1909.
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Bernreither, Elise (vw); 17.11.1792 – 27.9.1875 (München); Majors-Gattin
Bernreither, Johann Baptist; 14.4.1791 – 6.4.1877 (München); Major a. D.
Bernreither, Josefine (vw); – (9).5.1887 (München); Hauptmanns-Witwe
Holz, Adelgunde (vw) / Bernreither (gb); 24.9.1829 – 12.11.1917 (München); Majors-Tochter / Kunstmalers-Witwe
Holz, Hermann; 20.5.1821 (Bremen) – 16.10.1883 (München); Portraitmaler, Landschaftsmaler, Photograph, Schriftsteller und Bienenzüchter
Pfeiffer, Amalie (vw) / Bernreither (gb); 10.1.1828 – 25.2.1909; Kunstmalers-Witwe
Pfeiffer, Eugenie; 14.10.1871 (München) – 10.2.1872 (München); Kunstmalers-Tochter
Pfeiffer, Friedrich Wilhelm; 15.1.1822 (Wolfenbüttel) – 28.11.1891 (München); Genremaler, Landschaftsmaler und Tiermaler (Pferde)
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* 4.6.1831 (München)
† 1.9.1870 (Bazeilles)
Hauptmann
Beerdigungs-Anzeige.
Anverwandten, theilnehmenden Freunden und Bekannten bringt der Unterzeichnete hiemit zur Anzeige, daß die Leiche seines Sohnes, des
Herrn Eugen Bernreither,
kgl. Hauptmann im 10. Inf.-Regimente »Prinz Ludwig«,
von Sedan hieher gebracht wurde und Dienstag Nachmittags 3 Uhr vom südlichen Leichenhause aus bestattet werden wird.
München, den 6. März 1871.
Bernreither, Major.
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 66. Dienstag, den 7. März 1871.
10. Infanterie-Regiment »Prinz Ludwig.«
Hauptmann Eugen Bernreither,
wurde als der Sohn des Majors Bernreither den 4. Juni 1831 zu München geboren. Dem Willen seiner Eltern und dem eigenen Wunsche folgend, trat er in das Cadeten-Corps. Nachdem er der Anstalt 5 Jahre angehört hatte, trat er am 1. Oktober 1848 in seinem 17. Jahre als Freiwilliger in das 1. Infanterie-Regiment. Am 10. November 1850 wurde Bernreither zum Unterlieutenant im 10. Infanterie-Regiment befördert, welches damals in Kurhessen stand. Der 3. November 1861 brachte ihm den Grad eines Oberlieutenants. In den folgenden Jahren erwarb er sich durch die umsichtige und geschickte Leitung des Turnunterrichts und des Bajonettfechtens der Unteroffiziere seines Bataillons besondere Anerkennung.
Nachdem sich Bernreither unmittelbar vor Ausbruch des Krieges im Jahre 1866 noch verehelicht hatte, eilte er seinem bereits abmarschirten Regimente nach. Er kämpfte während des Feldzugs mit Auszeichnung und wurde durch Armeebefehl vom 21. August 1866 für sein braves Verhalten im Gefechte von Kissingen am 10. Juli 1866 öffentlich belobt. Am 5. Juli 1866 zum Hauptmann II. Classe befördert, wurde er von der mobilen Armee nach Ingolstadt abberufen, um eine Depotcompagnie zu übernehmen.
Hauptmann Bernreither vereinigte in seiner Person die Eigenschaften und Kenntnisse eines tüchtigen Offiziers, er brachte seine Compagnie in kurzer Zeit auf einen trefflichen Standpunkt der Ausbildung und erwarb sich dadurch die Anerkennung seiner Vorgesetzten. Beim Ausbruche des Krieges 1870 marschirte er begeistert an der Spitze seiner ihm vertrauensvoll folgenden Compagnie gegen den Feind. Er kämpfte in dem Gefechte bei Beaumont am 30. August 1870 mit großer Bravour und Anszeichnung, schon 2 Tage später, in der Schlacht von Sedan, traf ihn ein feindliches Geschoß, das seinem thatenreichen Leben ein rasches, schmerzloses Ende bereitete. Er fiel an der Spitze seiner Compagnie in treuer Erfüllung seiner Pflicht. An demselben Tage wurde Bernreither mit noch mehreren seiner Kameraden im Friedhofe von Bazeilles begraben. Auf den Wunsch seiner noch lebenden hochbetagten Eltern und seiner hinterlassenen tiefgebeugten Gattin wurde später seine irdische Hülle nach München verbracht.
Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee. Nürnberg, 1871.
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* 20.5.1821 (Bremen)
† 16.10.1883 (München)
Portraitmaler, Landschaftsmaler, Photograph, Schriftsteller und Bienenzüchter
Nekrologe Münchener Künstler.
XXXIII.
Wenige Tage vor Weishaupt ging am 16. Oktober der Kunstmaler Hermann Holz aus dem Leben. Derselbe war (geboren am 20. Mai 1821 zu Bremen) in den vierziger Jahren nach München gekommen, machte als Schüler von Bernhardt und Graefle Portraits, wendete sich aber dann zur Photographie und erwarb dadurch einen geachteten Namen und ein schönes Vermögen. Später malte Holz unter Millners Leitung einige Landschaften, warf sich dann aber ganz auf seine Lieblingsbeschäftigung als Imker, wurde als solcher erster Vereinsvorstand der Münchener Bienenzüchter und schrieb in Dr. Stautners »Bienen-Zeitung« (München 1879 ff.) eine Reihe von Aufsätzen, in welchen er seine zahllosen, scharfsinnigen mikroskopischen und anatomischen Beobachtungen und Erfahrungen niederlegte, darunter ganze Abhandlungen, z. B. über seinen Betrieb der Bienenzucht und die »Studien über die Faulbrutkrankheit« der Bienen (1880). Seine langjährigen Untersuchungen über den »Bienenstachel« waren noch nicht abgeschlossen, als ein in Folge schwerer Vermögensverluste eingetretener Schlagfluß seinem verdienstlichen Forschen ein jähes Ziel setzte.
Allgemeine Zeitung Nr. 362. München; Sonntag, den 30. Dezember 1883.
Holz: Hermann H., Maler, Photograph, Bienenzüchter und Fachschriftsteller, geboren am 20. Mai 1821 zu Bremen, † am 16. October 1883 in München; kam beiläufig 20 Jahre alt, ausgestattet mit guten Vorkenntnissen nach München, malte als Schüler von Bernhardt und Graefle Porträts, wendete sich aber dann zur Photographie und erwarb dadurch einen geachteten Namen und ein schönes Vermögen. Später machte er unter Karl Millner's Leitung Fortschritte in der Landschaft und schuf einige anziehende Bilder, warf sich dann aber ganz auf seine Lieblinglingsbeschäftigung als Imker, wurde als solcher erster Vereinsvorstand der Münchener Bienenzüchter und schrieb in Stautner's »Bienen-Zeitung« (München 1879 ff.) eine Reihe von Aufsätzen, in welchen er seine zahllosen scharfsinnigen, mikroscopischen und anatomischen Beobachtungen und Erfahrungen niederlegte, darunter »Zur Einwinterung der Bienen«, über Drohnen und Drohnenbau, Fütterungsversuche, über die Wachsmotte, ein neues Desinfectionsmittel für Bienenwohnungen, eine kranke Bienenkönigin, 1880 über die Nachzucht von Königinnen, über die Faulbrutkrankheit der Bienen, 1881, 1882: Gewinnung des krystallisirten Honigs ohne Zerstörung der Waben; gutartige und bösartige Bienen, ihren Einfluß auf den Honig und die Bedeutung des Bienengiftes, die gefährliche Pollenmilbe und die praktische Wichtigkeit wissenschaftlicher Witterungsbeobachtungen für die Bienenzucht u. s. w. Seine langjährigen Untersuchungen über den Bienenstachel waren noch nicht abgeschlossen, als ein infolge schwerer Vermögensverluste eingetretener Schlaganfall seinem verdienstlichen Forschen ein jähes Ziel setzte.
Vgl. Beil. 362 d. Allg. Zeitung v. 30. Dec. 1883.
Hyac. Holland.
Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1905.
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* 15.1.1822 (Wolfenbüttel)
† 28.11.1891 (München)
Genremaler, Landschaftsmaler und Tiermaler (Pferde)
Bayerische Chronik.
Der Genre- und Pferdemaler Wilhelm Fr. Pfeiffer ist am 28. Nov. dahier nach kurzer Krankheit gestorben. Geboren am l5. Januar 1822 zu Wolfenbüttel, erhielt derselbe die erste Vorbildung in seiner Heimath und kam dann frühzeitig nach München, wo er als Landschaftsmaler mit theiweise humoristischer Staffage excellirte. Am liebsten wählte er Motive mit Pferden, insbesondere Ernte-Scenen. Sehr beliebt waren seine kleinen Reiterbilder und Pferdeportraits, welche insgesammt in hohen Besitz kamen. Auch für Se. Maj. König Ludwig II. hatte Pfeiffer die schönsten Thiere des kgl. Marstalls gemalt. Leider war es dem Künstler nicht mehr gegönnt, seinen siebenzigsten Geburtstag zu erleben, zu dessen Feier seine nächsten Freunde schon insgeheim rüsteten.
Allgemeine Zeitung Nr. 332. München; Montag, den 30. November 1891.