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DR. NIKOLAUS
VON GOENNER
STAATSRAT
* 1764 † 1827
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Gönner, Anna von; 18.5.1793 – 21.11.1841 (München); Staatsratstochter
Gönner, Elise von (vh) / Büller, von (gb); 19.1.1798 – 15.9.1876 (München); Generalsekretärs-Witwe
Gönner, Emma von; 18.10.1824 – 23.2.1891 (München); pensionierte Dame des Max Joseph-Stiftes
Gönner, Karl von; 10.7.1830 – 2.12.1880 (München); Artillerie-Hauptmann a. D.
Gönner, Katharina von; 24.6.1799 – 3.9.1848 (München); Staatsrats-Tochter
Gönner, Michael von; 29.7.1794 – 31.3.1876 (München); Generalsekretär a. D.
Gönner, Nikolaus Thadddäus von, Dr. phil.; 18.12.1764 (Bamberg) – 18.4.1827 (München); Jurist und Staatsrat
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* 18.12.1764 (Bamberg)
† 18.4.1827 (München)
Jurist und Staatsrat
Gönner: Nicolaus Thaddäus von G., Jurist und Staatsmann, geb. 18. Decbr. 1764 in Bamberg, † 1827 in München. 1792 zum Professor ernannt, von 1799–1800 in Ingolstadt, von 1800–1811 Professor in Landshut; 1804 Prokanzler daselbst. 1811 Mitglied der Geheimrathcommission zur Ausarbeitung des neuen Strafgesetzbuchs in München, 1812 Director des Appellationsgerichts im Isarkreise, 1813 geadelt, 1815 geheimer Justizreferendar, 1817 Staatsrath. Nach Verlegung der Universität Landshut nach München hielt G. als Honorarprofessor daselbst Vorträge über Rechtsphilosophie. – Seine Hauptwerke sind folgende: »Handbuch des gemeinen deutschen Processes«, 4 Theile (1802–1804); »Deutsches Staatsrecht« (1804); »Archiv für Gesetzgebung und Reform des juridischen Studiums«, 4 Bde. (1808–1812); »Von Staatsschulden, deren Tilgungsanstalten und vom Handel mit Staatspapieren« (1826). Seine eigentliche Bedeutung machte sich auf legislativem Gebiete geltend und zwar nicht nur in seinem Vaterlande Baiern durch seine Mitgliedschaft in der Gesetzgebungscommission und durch seinen »Entwurf eines Gesetzes über das gerichtliche Verfahren in bürgerlichen Rechtssachen«, 3 Bde. (1815–1817), ferner sein mit Schmidtlein herausgegebenes »Jahrbuch der Gesetzgebung und Rechtspflege im Königreich Baiern«, 3 Bde. (1818–1820), sondern auch über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus, indem ihm die gleichzeitigen Gesetzgebungsarbeiten in Oesterreich, Preußen, Sachsen, Rußland zur Beurtheilung vorgelegt wurden.
Vgl. Pierer's Lexikon, 6. Aufl. 9. Bd.
E. Ullmann.
E. Ullmann: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1879.
Goenner Nikolaus Thaddäus, Dr. phil., von, 1764 (Bamberg) – 1827, Jurist, Universitätsprofessor und Staatsrat; Sohn eines domkapitularischen Kastners und Rechnungsrevisors am fürstbischöflichen Vikariat zu Bamberg, studierte G. in seiner Vaterstadt und Göttingen und praktizierte beim Reichskammergericht in Wetzlar; 1792 wurde er Professor des römischen, dann auch des Staatsrechts in Bamberg; als solcher kam G. 1799 nach Ingolstadt und 1800 nach Landshut; 1811 wurde er Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung des neuen bayerischen Gesetzbuchs in München, 1812 Direktor des Appellationsgerichts des Isarkreises, 1815 Geheimer Justizreferendar und 1817 Geheimrat sowie Staatsrat; als Anhänger der philosophisch-juristischen Schule, zu deren einflußreichsten Häuptern er gehörte, übernahm er 1826 an der Münchner Universität das Lehramt für philosophische Rechtswissenschaft; er hatte bereits das Bamberger Strafgesetzbuch durch viele Milderungen umgearbeitet, war Lehrer Ludwigs I. und Mitarbeiter bei der Herausgabe der bayerischen Staatsdienerpragmatik.
Hauptwerke: Auserlesene Rechtsfälle (4 Bde.), Handbuch des deutschen gemeinen Prozesses (4 Bde.), Deutsches Staatsrecht, Archiv für die Gesetzgebung und Reform des juristischen Studiums, Kommentar über das Hypothekengesetz für Bayern (2 Bde.), (zusammen mit Schmidtlein) Jahrbücher der Gesetzgebung und Rechtspflege im Königreich Bayern (3 Bde.), Über Kultur und Verteilung der Gemeindeweiden, Der Staatsdienst; seine bedeutendste gesetzgeberische Leistung ist die auf den Grundsätzen der Publizität und Spezialität beruhende Neuordnung des bayerischen Hypothekenwesens, die durch das Hypothekengesetz und die Prioritätsordnung vom 1. Juni 1822 erfolgt ist.
© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.