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Sockel
Gräflich Basselet von La Rosee’sches
Familien-Begräbniß.
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Basselet von la Rosée, Heinrich Graf; – (30).7.1869 (München), 66 Jahre alt; Kämmerer
Basselet von la Rosée, Josef Graf; – (8).6.1900 (München), 57 Jahre alt; Telegraphenoberexpeditor
Basselet von La Rosée, Maria Theresia Gräfin (vw) / Topor-Morawitzky, von (gb); – (1).6.1833 (München), 81 Jahre alt; Ehrendame des Johanniterordens von Malta, Staatsrats- und Oberappellationgerichtsrats-Witwe
Basselet von la Rosée, Max Graf; – (17).7.1863 (München), 8 Monate alt; Accessistens-Sohn
Basselet von la Rosée, Wilhelm Graf; – (12).11.1878 (München), 6 Monate alt
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† (8).6.1900 (München), 57 Jahre alt
Telegraphenoberexpeditor
Bayerische Chronik.
München, 8. Juni.
Beerdigung. Unter zahlreicher Betheiligung von Leidtragenden wurde heute Nachmittag im südlichen Friedhof der nach längerem Leiden verstorbene kgl. Telegraphenoberexpeditor Joseph Reichsgraf Basselet de la Rosée beerdigt. Er war 1843 als Sohn des kgl. bayer. Kammerherrn und Forstmeisters Maximilian de la Rosèe geboren und trat 1866 als Leutnant auf Kriegsdauer im 2. Inf.-Regt. ein. Nach Beendigung des Krieges ging er in den Telegraphendienst über, wo er bis zu seinem Tode thätig war. Am Grabe wurden zahlreiche Kranzspenden, u. a. von den Beamten der hiesigen Telegraphenstation, niedergelegt.
Allgemeine Zeitung Nr. 156. München; Samstag, den 9. Juni 1900.
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von Topor-Morawitzky (gb)
† (1).6.1833 (München), 81 Jahre alt
Ehrendame des Johanniterordens von Malta, Staatsrats- und Oberappellationgerichtsrats-Witwe
Todtenkrone
auf die Gruft
der verewigten Frau Gräfin
Therese von La Rosée,
geborne Gräfin Morawitzky.
Die Selige, so hat sie überwunden,
So war denn Ihre Heimkehr sanft und leicht.
Wohl Ihr! so seufz' ich in den bittern Stunden,
In denen Kraft und Leben bang entschleicht.
Sie lebte froh, von Sohnestreu umgeben,
Den Musen hold, im Kern noch jugendlich,
Ihr klares Aug' schön, wie Ihr Herz und Leben,
O, laßt mich weinen, denn Sie liebte mich.
Nach Jahren nicht, nach Herzensjugend zählen
Die Glücklichen, die Guten Raum und Zeit,
Stets blüht der Lenz in liebevollen Seelen,
Und Lieb' ist Jugend für die Ewigkeit.
Dem Grabe reif, ein heitres Kind im Innern,
Im Bild und Herzen heil'ger Treue Gluth,
In frommer Hoffnung selig im Erinnern,
Das war Sie – Gott! wie war Sie lieb und gut.
Rauscht sanfte Trauer, prächt'ge Buchenhallen,
Die Ihre Lilienstirn einst sanft gekühlt,
Sie wird nicht mehr in euren Schatten wallen,
Wo Sie beglückend einst sich froh gefühlt,
Im Morgenpurpur zack'ge Alpenhöhen,
Erglüht im Abglanz Ihrer Seligkeit,
Du blauer See, den Wald und Blüth' umwehen,
Klag wogend um des Glücks Vergänglichkeit.
Ich irr' im Geist durch jene grünen Räume,
Und meine Seele bangt nach ihrem Duft
Seh' ich euch jemals wieder, hohe Bäume?
Und kühlt mich je dein Odem, süße Luft?
Mir bangt selbst nach den Schmerzen jener Stunden,
Wo ich geweint beym sanften Gnadenbild,
Des Urbild Mutterwonn' und Weh empfunden.
Und mir durch Thränen stralte himmelsmild.
Jetzt irr' ich trauernd unter falben Himmel,
Hier lacht kein See, hier kühlt nicht Alpenhauch,
Ein wirres Schrei'n, ein rasendes Getümmel,
In Gittern Nachtigall und Rosenstrauch;
Doch waltet Gott auch hier, und aus den Sterne
Strahlt ew'ger Trost – auch hier hat Erde Raum
Zur stillen Gruft der aller Freude Fernen,
Die noch das Leben drückt, ein schwerer Traum.
Paris den 15. Juny 1833.
Helmina v. Chezi.
Die Dichterin spielt an auf den Starnbergersee und das Marienbild am Kalvariberg zu Possenhofen, im Gegensatz mit Paris, ihrem dermaligen Wohnorte.
Münchner Tagsblatt Nro. 177. Samstag, den 29. Juni 1833.