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13 – 1 – 14·15 (Meixner)

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Die Grabinschrift ist nicht erhalten

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Ludwig Meixner

* 10.2.1828 (München)
† 12.7.1885 (München)
Landschaftsmaler und Radierer

Die Künstler aller Zeiten und Völker (1864)

Meixner, Ludwig, Landschaftsmaler in München, geboren daselbst im Jahr 1828. Er ist der Sohn eines königlichen Schlossverwalters, gegen dessen Willen er sich unter der Leitung von Stange der Kunst widmete. 1848–1851 durchreiste er Schweden. Man hat von ihm viele Küstenbilder, Seestücke und andere Landschaften in Oel und Aquarell. Wir nennen von denselben: eine Parthie aus dem Englischen Garten bei München in charakteristischer Ausführung, angekauft von der Königin von Schweden und vom Künstler oft wiederholt; Vöhring bei München; eine grosse Mondlandschaft, ein vortreffliches Stimmungsbild; der Bodensee mit Gewölke, höchst effektvoll.

Literatur. Deutsches Kunstblatt 1857, S. 261. – Handschriftliche Nachrichten.

Friedrich Müller: Die Künstler aller Zeiten und Völker. Stuttgart, 1864.

Münchener Kunst-Anzeiger (1865)

Aus den Ateliers unserer Künstler.

Ludwig Meixner, dessen reizvolle Mondscheinlandschaft vor wenigen Tagen der Kunstverein erworben hat, steht im Begriffe, acht weitere Landschaften an den Ort ihrer Bestimmung abgehen zu lassen. Graf Johann Pálffy in Pressburg bestellte sie, und diese schönen Bilder von 3′ 9″ Höhe und 26″ Breite werden zur Caminverzierung in einem Saale des Palastes dienen. L. Meixner (geb. zu München 1828) ist seit mehreren Jahren durch seine Seestucke und Küstenlandschaften in weitem Kreise bekannt, und wir nennen daher nur kurz den Inhalt der Bilder des Grafen Pálffy. 1. Morgen im Gebirge vor Sonnenaufgang. 2. Landschaft mit dem Bergschlosse Prunn im Altmühlthale bei Mondschein. 3. Der See im Gebirge mit der den Nebel zerstreuenden Sonne. 4. Ansicht auf dem Wege von Oberau nach Ettal mit Wasserfall. 5. Landschaft in Schweden mit Felsen und Sonnenuntergang. 6. Mondaufgang mit einer reizenden Partie am Starnbergersee. 7. Schwedische Küste mit Felsen und Buchten an der Ostsee und 8. Binnensee im östlichen Schweden bei Abendbeleuchtung. Die Oelscizzen zu diesen schönen und effectvollen Bildern besitzt der Lederfabrikant F. X. Schwarzmann in München, sie sind nur 7″ hoch, aber treffliche Werke ihrer Art. *)

*) Meixner’s Gemälde sind bereits zahlreich und in aller Herren Länder verbreitet. Seinen Ruf gründete merkwürdiger Weise seine Ansicht des Sees mit der Insel im englischen Garten bei München. Es existiren wenigstens 26 Wiederholungen. Das erste Bild kam an die verwittwete Königin von Schweden, geborene Herzogin von Leuchtenberg, und der Kunstverein in München erwarb in Zwischenräumen drei Ansichten dieses romantisch gelegenen Sees. Unmittelbar in der Auffassung, frisch in der Darstellung, mit feiner Empfindung für harmonische Licht- und Farbenstimmung, als auch für edle Formbildung strebt Meixner zu immer höherer Vollendung.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Münchener Kunst-Anzeiger Nro. 2. Für Künstler, Kunstfreunde und Kunsthändler. 15. Mai 1865.

Morgenblatt zur Bayerischen Zeitung (18.5.1865)

Notizen.

Jüngst sahen wir in dem Atelier eines unserer bayerischen Künstler, des Landschaftsmalers Ludwig Meixner, acht Wandbilder, die leider als das Eigenthum des Grafen Pallfy nach Ungarn auswandern. Unser Künstler, geb. 1828 zu München, hatte sich unter der Leitung des trefflichen Landschaftsmalers B. Stange gebildet, und hat bereits in dem allbekannten Bild »Ein Morgen im englischen Garten« sein schönes Talent und seine Kunstfertigkeit bewährt; wie überhaupt ein fleißiger Besucher des Kunstvereins schon oft Gelegenheit fand, an den Gaben unseres Meisters sich zu erfreuen. Insbesondere hat uns an den neuen bestellten Bildern, die reiche Scenerien aus dem Gebirg und aus der Ebene, von den Küsten der Nord- und Ostsee bei Tag- und Nachtbeleuchtung vorführen, der geschickt nuancirte Farbenwechsel in den oft gleich oder ähnlichen Simmungen angesprochen. Im Ganzen sind Meixner’s Bilder frisch und unmittelbar, und zeigen von einem lebendigen Naturstudium; auch huldigt er nicht blos dem Colorit, sondern sucht bei schöner kraftvoller Färbung ebenso der Form durch die feine Zeichnung gerecht zu werden, so daß er immer ein ganz vollendetes Bild schafft.

Morgenblatt zur Bayerischen Zeitung Nr. 137. Donnerstag, den 18. Mai 1865.

Allgemeine Zeitung (12.3.1867)

Neueste Posten.

München. Im Kunstverein hat unser Landsmann Ludwig Meixner, welcher als Landschaftsmaler durch seine allerwärts anerkannten schönen Leistungen, wir erinnern nur an seinen »englischen Garten,« längst schon zu den besten seines Fachs zählt, eine für die Vielseitigkeit des Künstlers sprechende Ausstellung veranstaltet, indem 21 verschiedene Skizzen und Arbeiten ein Bild seiner früheren Thätigkeit geben, sein großer Mondaufgang an der schwedischen Küste aber, sein neuestes Werk, vor allem den Beschauer durch ungewöhnliche Leuchtkraft, Feinheit und Tiefe der Farben fesselt. Das Bild gewährt einen herrlichen Ausblick über die mondbeglänzte Meeresfläche in die unabsehbare Ferne.

Allgemeine Zeitung Nr. 71. Augsburg; Dienstag, den 12. März 1867.

Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart (1884)

Meixner, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 1828 zu München, bildete sich unter dem Maler Bernhard Stange (gest. 1880), machte Studienreisen in den großartigen Gebirgsgegenden und an den Strandklippen Norwegens und Schwedens (1848–1851), die einen tiefen Eindruck auf ihn machten und zu seiner Ausbildung als Marinemaler beitrugen. Die Vorwürfe seiner auf den Ausstellungen gern gesehenen, weithin gesuchten Bilder sind Küstengegenden, auch Motive vom Bodensee, von Wasserpartien des Englischen Gartens bei München und der Isarufer. Trefflich in der Stimmung sind seine Mondlandschaften.

Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart von Dr. Hermann Alex. Müller; Leipzig; Verlag des Bibliographischen Instituts 1884.

Allgemeine Zeitung (14.7.1885)

Bayerische Chronik.

München, 13. Juli.

(Todesfall.) Am Samstag Nachts verschied hier der bekannte Landschaftsmaler Ludwig Meixner. Seine zahlreichen, sogfältig componirten und überaus fein gestimmten Mondscheinbilder, mit größtentheils schwedischen und venetianischen, aber auch heimischen Motiven, haben drei Jahrzehnte hindurch Kunstkenner und Kunstliebhaber erfreut. (Meixner war im Jahre 1828 in München geboren. Als Curiosum erwähnen wir, daß Seuberts »Allg. Künstlerlexikon« Ludwig Meixner als bereits 1872, und zwar in München und Graz verstorben aufführt. D. R.)

Allgemeine Zeitung Nr. 193. München; Dienstag, den 14. Juli 1885.

Allgemeine Zeitung (1.11.1885)

Nekrologe Münchener Künstler.

Ludwig Meixner wurde am 10. Febr. 1828 zu München geboren als der Sohn des gleichnamigen Schloßverwalters. Der Vater sah es sehr ungern, als der Junge die gelehrten Studien unterbrach und der Kunst zusteuerte; die Folge davon war, daß er seine Hand von dem Eigensinnigen abzog, welcher dafür Kraft und Fleiß verdoppelte, um baldmöglichst auf eigenen Füßen zu stehen. Zwei Jahre mühte er sich im Antikensaale der Akademie (1845–1847) – dann brach seine Liebe zur Natur mit instinctiver Macht sich Bahn: Meixner wählte die Landschaftmalerei als Beruf und Bernhard Stange als Lehrer. Und bald wetteiferte der Schüler in Darstellung des zauberischen Reizes duftschwüler Mondnächte mit dem Meister nur mit dem Unterschied, daß, während die Norddeutschen in erster Reihe nach dem Süden wanderten, bei Meixner der Zug des Herzens nach dem Norden ging. Und diesem folgte er auch auf einer dreijährigen Wanderung 1848–1851 nach Schweden und Norwegen. Den fremdländischen Charakter dieser stillen Wasserspiegel, einsamen Bergstürze und Waldthäler studierte er ausdauernden Sinnes, am liebsten den traumhaften Schimmer einer süßen Sommernacht oder die Poesie eines eisigen Winterfrostes darüber breitend. Nach seiner Rückkehr erschien ihm auch die Schönheit der deutschen Landschaft in einem neuen Lichte; gleichsam müde, immer weiter zu schweifen, wählte er seine Motive von den einfachen Ufern der Isar oder den anmuthigen Auen des Englischen Gartens, in ruhigen Tönen gab sein Pinsel die ungekünstelten Eindrücke mit fröhlichen Morgenstimmungen.

Dann aber packte auch ihn die Sehnsucht nach dem Süden, und es gelang ihm ebenso bald, die Pracht einer venetianischen Dämmerung oder die goldene Gluth eines Veroneser Abendhimmels auf seine Leinwand zu bannen. In diesen eine so fremde und doch so verwandte Sprache redenden norwegischen Küstenbildern, in dem unscheinbaren Wohlklang der heimathlichen Gegenden, in den italischen Canälen und Marmor-Palästen: in allen diesen Bildern Meixners steckt eine überraschende Wahrheit und packende Poesie, welche seiner Kunst Freunde und Anerkennung gewann.

Geraume Zeit stand Meixner mit Morgenstern und Eduard Schleich sowohl an geistiger Auffassung als in der breiteren Weise des Vortrags auf gleicher Höhe; die Kunstvereine und Kunsthändler hatten seinen Namen gefaßt, seine Bilder »gingen« sogar nach England und Amerika. Sie waren freilich nicht alle von gleicher Vollendung und Güte, manches vielleicht mehr decorativ oder flüchtiger in der Ausführung: aber nie verließ etwas die Staffelei, was seines Namens unwerth gewesen wäre. Leider erreichte ihn keine jener äußeren Ehrungen, welche im Leben anderer Künstler öfters eine nur zu laute Rolle spielen. Meixner gab wenig darauf und ging den Gelegenheiten eher aus dem Wege. Nur im Jahre 1864 erfolgte die Bestellung eines Cyklus von acht Wandbildern für den Grafen Palffy in Ungarn; erst im letzten Jahre seines Lebens wurde ihm die Freude zutheil, daß eine seiner Schöpfungen (Auer-Kirche bei Mondnacht) für die Neue Pinakothek erworben wurde.

Der Münchener Kunstverein kaufte unseres Wissens zuerst 1847 eine »Dorfpartie« zur Verloosung. Dann kam 1852 als erste Frucht seiner Nordlandfahrten ein »Sonntagabend bei Stockholm,« 1853 der »Wenern-See« als Winterbild und eine »Schwedische Landschaft;« der erste »Morgen im Englischen Garten« 1854 und zugleich »Kalmar an der Ostsee.« Von da lassen mich meine auf eigenem Augenschein beruhenden Aufzeichnungen im Stich; ich finde erst 1859 wieder einen »Sonnenuntergang« und eine »Marine,« auch eine »Partie am Wenern-See« (1860) und einen »Herbstmorgen im Englischen Garten« 1862; 1863 »Lechthal bei Schongau« und eine »Gegend in Holstein;« 1864 eine »Abendlandschaft,« ebenso eine kleine aber gut ausgeführte »Partie bei Stockholm« mit Mondaufgang; in ähnlicher Stimmung eine »Meeresküste« 1865 und 1866 zwei treffliche Bilder: »Mondnacht in einem Gebirgsdorf« und »Sonnenuntergang im Garten zu Nymphenburg.« Dann wechselte eine nordische »Abendlandschaft« mit einer »Partie auf dem Untersberg« (1867), ein »Abend am Mälar-See« mit »Venetianischen Fischerbooten« (1866), eine »Abenddämmerung in den Isar-Auen« mit einem Morgennebel, »An der schwedischen Küste« (1869) – letzteres von außerordentlicher Wahrheit und poetischer Empfindung »mit den leichten, an der schmalen Sichel des untergehenden Mondes vorüberziehenden Wolken.« Wieder kam eine »Partie vom Lido« (1871) und »Schwedische Windmühlen« (1872) und so wechselte das bekannte Programm mit neuen Beleuchtungen und landschaftlichen Motiven, wobei ihm seine genaue Bekanntschaft mit Berg, Wald und Marine in Nord und Süd erfrischend zu Hülfe kam und vor Wiederholung und Monotonie bewahrte. Im Jahre 1881 brachte er als feinempfundenes Nachtstück die »Ueberreste einer Wickinger-Burg;« ein sehr gelungenes Bild war die Fernsicht von der Bahnbrücke bei Großhessellohe ins Isar-Thal mit der Stadt München im Hintergrunde (1884) u. s. w.

Von Meixners Bildern sind verhältnißmäßig nur wenige durch Photographie verbreitet, etliche auch durch Farbendruck; Hanfstängls und Alberts Heliogravüren wären hiezu am besten geeignet. Manches ist auch durch Holzschnitt in illustrirte Zeitungen übergegangen. Eine Ansicht der »Schloßruine Heidelberg« nach Th. Verhas hat Meixner aus dem König Ludwig-Album meisterlich radirt.

Der fleißige, bescheidene und sehr zurückgezogen lebende Mann starb am 12. Juli, ohne vorhergehende Krankheit, nach nur eintägigem Unwohlsein. Vielleicht bewahrte ihn der Tod vor langen Leiden. Aus seiner mit Fräulein Therese Schedelmann 1859 geschlossenen glücklichen Ehe stammt ein Sohn, welcher in die Bahn des Vaters zu lenken verspricht.

Beilage zur Allgemeinen Zeitung Nr. 303. München; Sonntag, den 1. November 1885.

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Mathias Meixner

† 29.8.1886 (München), 33 Jahre alt
Glasmaler

Neueste Nachrichten (30.8.1886)

Todes-Anzeige.

Heute früh 6 Uhr entschlief sanft unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Neffe und Vetter,

Herr Mathias Meixner,
Glasmaler,

nach kurzem Krankenlager, jedoch schon längerem Herz- und Magenleiden, versehen mit den Tröstungen der hl. Religion.

Diesen unermeßlichen Verlust allen theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten mittheilend, bitten in ihrem großen Schmerze um stilles Beileid.

München, den 29. August 1886.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Dienstag den 31. Aug. Nachm. 3 Uhr im südlichen Friedhofe, der Gottesdienst Montag den 6. Sept. Vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter statt.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 250. München; Montag, den 30. August 1886.

Neueste Nachrichten (7.9.1886)

Danksagung.

Für die große, ehrende Theilnahme bei dem Begräbniß und Trauer-Gottesdienst unseres in Gott ruhenden, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Neffen und Vetters,

Herrn Mathias Meixner
Glasmaler,

sowie für die außerordentlich reiche Blumenspende und Beileidsbezeugungen von nah und fern sprechen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere auch seinen Herren Collegen und den Herren des Münchener Männer-Gesangvereins für deren erhebenden Grabgesang den herzlichsten und innigsten Dank aus, Schließlich bitten wir auch alle diejenigen Bekannten, welche mit Zusendung der Traueranzeige in unserem großen Schmerze unlieb übersehen wurden, vielmals um Entschuldigung.

München, den 6. September 1886.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Neueste Nachrichten und Münchener Anzeiger No. 250. München; Dienstag, den 7. September 1886.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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