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13 – 1 – 45·46 (Baligand)

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FAMILIEN GRAB

Büste
Inschrift

WILHELM v. BALIGAND

Wilhelm von Baligand
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Wilhelm Klemens von Baligand

* 7.4.1784 (Jülich)
† 23.6.1852 (München)
General

Bayerischer Militär-Kalender für 1854

Generallieutenant Wilhelm von Baligand.

Am 23. Juni 1852 starb in München nach mehrjährigen Leiden der Generallieutenant Wilhelm v. Baligand, Präsident des General-Auditoriats der Armee, Ritter des königl. bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens, Comthur des bayerischen Verdienst-Ordens vom heiligen Michael, Inhaber des bayerischen Ludwigs-Ordens und Veteranenzeichens, Commandeur des k. k. russischen Anna-Ordens mit Brillanten, Ritter der französischen Ehrenlegion und des königl. griechischen goldenen Erlöserkreuzes u. s. w.

General v. Baligand, aus dem lothringischen Adelsgeschlechte der Familie Baligand de Serrieres, war im Jahre 1784 den 7. April zu Jülich im Herzogthum Berg geboren, und hatte seine ersten Studien im Seminar zu Neuburg an der Donau gemacht, nachdem er schon den 24. Nov. 1798 als Volontär in das vierte Grenadier-Regiment, welches sein Vater als Oberst commandirte, eingetreten war.

Im Jahre 1800 ward er zum Fahnenjunker und drei Monate später zum Unterlieutenant im damaligen Leibregiment, nunmehrigen ersten Infanterie-Regiment König Ludwig befördert, in welchem er 1805 zum Oberlieutenant, 1809 zum Hauptmann, und endlich am 16. Febr. 1814 zum Major avancirte. In diesem Regiment hatte er vom Jahre 1800, mit dem Krieg gegen Frankreich beginnend, allen Feldzügen der Napoleonischen Epoche beigewohnt und so im Jahre 1805 den Feldzug gegen Oesterreich in Tyrol, 1806 bis 1807 den Krieg in Schlesien und Polen, 1809 gegen Oesterreich und Tyrol, 1812 in Rußland, und 1814 und 1815 den großen Befreiungskampf gegen Frankreich mitgemacht.

Durch Geburt, durch körperliche und geistige Anlage zum Soldaten bestimmt, hatte er schon als Knabe bei dem Bombardement von Düsseldorf, im Jahre 1796, bei einem in der Nähe der väterlichen Wohnung entstandenen Brande Beweise von Unerschrockenheit und Entschlossenheit gegeben, und es entfalteten sich diese soldatischen Tugenden, unterstützt von großer Lebhaftigkeit und Thatkraft, von seltenem Scharfblick und Gewandtheit, und gehoben von Vaterlandsliebe und regem Ehrgeiz, in einer eben so rühmlichen als vielseitig anerkannten kriegerischen Laufbahn.

Wie in der Campagne von 1805 bei der Erstürmung des Loferpasses, dann in dem Feldzuge von 1806 und 1807, bei Glogau, Breslau, Kosel, Glatz, Silberberg und Brieg, und namentlich in den Treffen von Kanth, Salzbrunn und Frankenstein, so auch in den zahlreichen Kriegsereignissen von 1809, vorzüglich in den Schlachten von Abensberg und Eckmühl, bei welch letzterer Gelegenheit Baligand das meiste zur Wegnahme des Dorfes Offensteten beigetragen hatte, und endlich in Tyrol bei den mörderischen Gefechten von Stertzing, Lofer, Unken, Luftenstein, Meleck und Weißbach, überall fand er Gelegenheit, sich durch seine glänzende Tapferkeit hervorzuthun.

In dem russischen Feldzug von 1812 wie in Folge der Kriegsbegebenheiten bei Polozk, wo er mit dem Kreuze der französischen Ehrenlegion decorirt worden, später aber mit andern Officieren in Kriegsgefangenschaft gerathen war, wußte er durch seine Sprachkenntniß und gefälligen Gaben für sich und viele seiner Schicksalsgenossen ein besseres Loos zu bereiten, und er selbst erhielt die Erlaubniß, bis zu seiner Auswechslung den Aufenthalt in Petersburg nehmen zu dürfen.

Im Winter 1813 von dort nach Bayern zurückgekehrt und zum Major befördert, eilte er zur Armee nach Frankreich, wo er an der Spitze eines Bataillons des Leib-Regiments in den Schlachten von Bar und Arcis, namentlich bei zweimaliger Erstürmung des Dorfes Grand Torey die glänzendste Tapferkeit entwickelte, dabei zuerst nur leicht, bei dem zweiten Sturm auf das Dorf dann schwer verwundet, und in Folge dieser Waffenthat mit dem Max-Joseph-Orden und dem russischen St. Anna-Orden decorirt wurde.

Auch in diesem Feldzug gegen Frankreich war Baligand einmal nahe daran, gefangen zu werden: er war von mehreren feindlichen Reitern hart verfolgt; gewandt zu Pferd, wie er war, gewann er einen Vorsprung, setzte über einen breiten Graben, kehrte sich gegen den nächsten Gegner, schoß mit der Pistole diesen vom Gaul, worauf die andern von jeder weitern Verfolgung abließen.

Nach den Feldzügen in die Garnison München zurückgekehrt, wurde er vielfach verwendet bei allen Berathungscommissionen, welche zur Abänderung des Reglements, zur Verbesserung der Waffen und zur Prüfung sonstiger neuer Einrichtungen angeordnet waren; sehr entscheidend war seine Thätigkeit und sein Einfluß auf die Errichtung der Schwimmschule in München, auf die Einführung des Bajonnettfechtens und anderer gymnastischen Uebungen, wobei er als gewandter Schütze, Fechter und Turner immer persönlich mitwirkte.

Nachdem v. Baligand im Jahre 1824 zum Oberstlieutenant im zwölften Infanterie-Regiment befördert, dann zu seinem alten Regiment zurückversetzt und 1832 zum Obersten und Commandanten des sechsten Infanterie-Regiments Herzog Wilhelm, welches in der Pfalz garnisonirte, ernannt worden war, führte er ein Bataillon dieses Regiments als einen Theil der nach Griechenland bestimmten bayerischen Hülfsbrigade durch Baden, Württemberg, Bayern und Tirol nach Triest wo die Einschiffung des bayerischen Corps stattfand. Auf diesem Zuge sowohl, als in Griechenland selbst, zeichnete sich dieses Regiment unter der energischen Leitung seines Führers durch schöne Haltung, gute Mannszucht und taktvolles Benehmen so vorteilhaft aus, daß auch hier wieder den Verdiensten des Obersten Baligand mannichfache Anerkennung zu Theil wurde, und Se. Maj. der König Otto ihm das goldene Kreuz des griechischen ErlöserOrdens verlieh.

Während sein Regiment nach Bayern zurückkehrte, ergänzte Baligand das Viele, was er gesehen, durch eine Reise im Orient, wo er Konstantinopel, Smyrna und viele andere interessante Punkte in Griechenland, Asien und Afrika besuchte.

Nach seiner Rückkehr im Jahre 1834 wieder an die Spitze seines alten Regiments in München gestellt, dann 1839 zum Generalmajor und Commandanten der ersten Infanterie-Brigade befördert, zugleich als Referent für die Infanterie im Kriegsministerium verwendet, fand sich für seinen rastlosen Eifer mannichfache Gelegenheit zu nützlichem Wirken, welches er in den Uebungslagern von 1838 und 1840, namentlich aber bei den Bundes- und andern Inspectionen zum Frommen des Dienstes und zur Auszeichnung der Armee vielmal bethätigte.

Im Jahre 1842 zum Commandanten der Bundesfestung Landau ernannt, wußte er auch hier durch consequente Strenge den Dienst und die Mannszucht zu fördern und zu festigen.

Im Jahre 1845 wieder nach München berufen und 1848 zum Generallieutenant und Commandanten der ersten Armeedivision befördert wirkte General Baligand durch seine Besonnenheit, Umsicht und Festigkeit sowohl hier als bei Führung eines Truppeneorps in Oberschwaben und Baden – zur Aufrechthaltung der gesetzlichen Ordnung und ihrer Wiederherstellung, wo sie gestört – auf das kräftigste mit; vom Lager von 1846 durch einen schweren Sturz mit dem Pferde noch in einem sehr leidenden Zustande, ließ er dennoch durch nichts sich abhalten, während jener stürmischen bedrohlichen Jahre von 1848 und 1849 den Rest der Kräfte mit unermüdlichem Eifer seinem Dienste und seinem Könige zu weihen. Von beiden Monarchen, wie auch vom Feldmarschall Prinzen Karl von Bayern wurde ihm die ausgezeichnetste Anerkennung; er erhielt den Verdienstorden des heiligen Michael, und die Präsidentenstelle des obersten Militärgerichtshofs als Lohn seiner vielen Verdienste.

Auch hier, wo durch strenge Handhabung der Kriegsgesetze dem für die Kriegszucht in damaliger Zeitperiode so bedrohlich gewordenen Geist der Unbotmäßigkeit mit Kraft zu begegnen war, war sein Wirken ein ebenso angemessenes als erfolgreiches zu nennen, und nur zunehmende Körperleiden konnten ihn in seiner unausgesetzten Thätigkeit stören, von der weitern Ausübung seines wichtigen Amtes abhalten.

In gerechter Würdigung der langen und ausgezeichneten Dienste dieses Generals widmeten der König und die königlichen Prinzen seinen letzten Leidenstagen die regste Theilnahme.

Generallieutenant v. Baligand hat vom Beginn bis zum Ende seiner militärischen Laufbahn im vollen Sinne des Wortes nur seinem Berufe gelebt, und ihn vollständig erfüllt.

In der ersten Lebensperiode der Jugend hatte er sich ausschließlich den ritterlichen Uebungen und kriegerischen Thaten gewidmet; mit gleicher Geschicklicheit den Künsten des Kriegs und des Friedens obliegend, vorzüglich ausgebildet in allen körperlichen Fertigkeiten, war er das Vorbild eines jungen Offciers damaliger Zeit, voll frischen Lebensmuths, voll Zuversicht und Gewandtheit, voll Durst nach Ruhm und Ehre.

In der zweiten Lebensperiode des gereiften Mannes war sein praktischer Sinn, sein durch Erfahrungen gereiftes Urtheil und eifrigstes Bestreben dahin gerichtet, überall mitzuwirken, wo zur Verbesserung des Looses der Soldaten, zur Vervollkommnung der Waffen und ihres Gebrauches, oder überhaupt zum Nutzen und zur Ehre des Heeres etwas Förderliches zu schaffen war.

In der letzten Periode seines thätigen und bewegten Lebens, wo die abnehmenden Kräfte seinem rastlosen Eifer unübersteigliche Grenzen setzten, gelang es ihm dennoch, wenn auch nicht ohne jene Anstrengungen, die sein Ende beschleunigen mußten, durch ruhige Besonnenheit und feste Ueberzeugung und daraus hervorgegangene konsequente Handlungsweise bei mancher schwierigen Frage und in kritischen Lagen günstig und nachdrucksam auf den Dienst seines königlichen Herrn und so auf das Wohl des Vaterlandes einzuwirken.

Familienglück an der Hand einer liebenswürdigen hochgebildeten Gattin (gebornes Fräulein v. Aichberger), und erhöht durch zwei Söhne, würzten den Herbst eines thatenreichen Lebens des Dahingeschiedenen.

Bayerischer Militär-Kalender für 1854. München, 1854.

Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden (1882)

Wilhelm Klemens
von Baligand,

geboren am 6. April 1784 zu Jülich, war der dritte und jüngste Sohn des im kurpfalz-bayerischen Regimente »Weichs« (7. Juni 1784 »Zedtwitz«, 1800 aufgelöst) dienenden Majors Jakob Nikolaus von Baligand, Baron von und zu Serrières, Herr der Herrschaft Modershausen, oberster Gerichtsherr (Seigneur Haut-Justicier) auf Heillecourt, und dessen Gemahlin Maria Katharina von Heroux.

Nach sorgfältiger Erziehung im elterlichen Hause absolvierte Baligand als Zögling des Seminars zu Neuburg a. d. Donau das Gymnasium, trat im November 1798 als Volontär in das kurpfalz-bayerische 4. Grenadier-Regiment »Freiherr von Baden« (nunmehr im 1. InftRgt) und wurde, nach der Einverleibung dieses Regiments in das 1. Grenadier-Leib-Regiment am 31. März 1799, in letzterem am 1. April 1799 Kadett.

Am 1. Februar 1800 zum Fahnenjunker und schon am 30. April 1800 zum Unterlieutenant in seinem bisherigen, seit 6. Juni 1799 lediglich die Bezeichnung »Leib-Regiment« führenden Regimente befördert, machte er in diesem den Feldzug gegen Frankreich im Jahre 1800 mit und stand auch mit demselben im September 1804 und zwar bei der Hauptmann-»Hammel«-Kompagnie im großen Übungslager nächst Nymphenburg.

Im Feldzuge des Jahres 1805 gegen Österreich sollte Baligand zum erstenmale Gelegenheit finden sich besonders auszuzeichnen.

Am 2. November 1805 schon gegen Abends war das erste (Salzburger-) Fort des Strubpasses (zwischen Lofer und Waidering in Tirol) von den Bayern genommen worden und sollte nun auch das zweite (Tiroler-) Fort dieses Passes erstürmt werden.

Das heftige Feuer der auf beiden Seiten des Gebirges zahlreich postierten Tirolerschützen, das konzentrische Feuer, welches der Feind von dem vorliegenden Fort aus einer beträchtlichen Front auf die Straße unterhielt, die finstere Nacht und der enge Raum machten jedoch alle Angriffe fruchtlos.

Vergebens drangen der Oberlieutenant Karl Muhl, dann der Unterlieutenant Xaver Freiherr von Lerchenfeld, der Oberlieutenant Ferdinand von Pfetten und besonders der Lieutenant Wilhelm von Baligand wiederholt gegen das zweite Strobpaß Fort an. Im Handgemenge persönlich kämpfend und von einer Kugel getroffen, entwaffnete Baligand mehrere österreichische Dragoner, welche aus dem mehrerwähnten Fort einen Ausfall gemacht hatten, und nahm einige derselben gefangen. Erst die Mitternacht endete die Reihe von Einzelkämpfen, welche aus dem Gefecht allmählich entstanden waren.

Am 25. November 1805 erfolgte Baligand’s Beförderung zum Oberlieutenant in seinem bisherigen Regimente, nunmehr »Nr. 1 Leib-Regiment«.

Der Feldzug 1806/7 gegen Preußen sollte Oberlieutenant Baligand wiederholte Gelegenheit bieten, Proben besonderen Mutes und hervorragender Thätigkeit abzulegen.

Am 15. Mai 1807, nachdem General Lefebvre erfahren hatte, daß sich die Preußen nach der Affaire bei Kanth über Hohenfriedberg und Adelsbach zurückgezogen, setzte sich das Bataillon des Leib-Regiments unter Oberstlieutenant Graf Waldkirch mittags 11 Uhr nebst 100 Franzosen von verschiedenen Regimentern wieder in Marsch. Die 2. Grenadier-Kompagnie und die sämtlichen Schützen des 2. Bataillons des Leib-Regiments, deren Zahl sich noch auf 50 Mann belief und über die der Oberlieutenant von Baligand freiwillig das Kommando übernommen hatte, nachdem deren bisheriger Kommandant Oberlieutenant von Mühlholz in der Affaire bei Kanth (14. Mai 1807) in Gefangenschaft geraten war, wurden auf Wägen gesetzt und folgten der vorausgeeilten, aus 200 Ulanen der polnischen Legion und der Schwadron »König«-Chevaulegers unter Lieutenant Baron Zandt bestehenden Kavallerie des Generals Lefebvre im Trabe von Schweidnitz nach Fürstenstein. Nachmittags gegen 3 Uhr ward der Feind bei Fürstenstein eingeholt.

Schützen und Grenadiere sprangen von den Wägen, und in einem Augenblicke formierte sich alles, während der Feind, der sich indes auch postiert hatte, nur durch eine beträchtliche Anhöhe getrennt war. Die Kavallerie blieb am Fuße dieser Anhöhe stehen. Die Schützen schleppten nun mit äußerster Anstrengung die aus Schweidnitz mitgebrachte Kanone, da sie durch ihre Bespannung nicht mehr fortgebracht werden konnte, über Felder und Gräben auf die Spitze der Anhöhe. Die Grenadiere folgten den Schützen auf dem Fuße.

Nachdem dieses alles mit der größten Schnelligkeit vorbereitet war, erteilte General Lefebvre den Befehl zum Angriff. Die Kavallerie mußte sich links am Abhange der Anhöhe hinziehen und sobald sie eine Schlucht passiert hatte und aufmarschieren konnte, einhauen. Baligand mit seinen Schützen dagegen sollte sich rechts, längs des Abhanges der Anhöhe hinziehen und versuchen in die linke Flanke der feindlichen Kolonne zu fallen.

Als die Schützen das Freie erreicht hatten, trachteten sie eine Waldspitze, an welche sich der linke Flügel des Feindes lehnte, zu nehmen, da dieselbe für den glücklichen Gefechtsfortgang eine wichtige Position bildete und vom Feinde mit wenigstens 200 Mann besetzt schien.

Sich merklich rechts ziehend, avancierte Baligand mit ausgedehnter Front, stürzte sich mit vieler Schnelligkeit und Entschlossenheit in den Wald, erwiderte das heftigste Geplänkel und zwang den vierfach stärkeren Gegner nach dem kräftigsten Widerstande zum Weichen.

Unterdessen hatte die Kavallerie den rechten Flügel und die Mitte der feindlichen Stellung in Unordnung gebracht, während der linke Flügel noch Widerstand leistete und Deckung in dem jedoch mittlerweile schon von Baligand weggenommenen und besetzten Walde suchte.

Der Feind, durch den aus dem fraglichen Walde so ganz unerwartet entgegenkommenden Kugelregen überrascht, wurde nach kurzer Zeit aufs neue zum Weichen gebracht und in die Hände der Kavallerie zurückgejagt.

Nun drang Oberlieutenant von Baligand mit seinen Schützen rasch und entschlossen in den Wald, warf, persönlich mit dem Feinde kämpfend, diesen zurück, machte viele Gefangene und rückte bis Salzbrunn vor. In diesem wiederholten Handgemenge rettete Oberlieutenant von Baligand dem Schützentrompeter Lochner, und dieser jenem, das Leben.

Nach dem Gefechte, in welchem die Preußen gegen 600 Mann verloren, und indem der feindliche Kommandierende, Major Losthin, mit ungefähr 15 Offizieren und gegen 400 Mann gefangen und mehrere Geschütze erobert worden waren, zogen die Schützen am 17. Mai 1807 mit ihrer Beute im Triumphe in Breslau ein.

An demselben Tage aber wurden noch die zwei zum 1. Bataillon des Leib-Regiments gehörenden Kompagnien, nämlich die »Oberstlieutenants«- und die »2. Hauptmanns«-Kompagnie unter den Oberlieutenants Osterhuber und Wilhelm von Baligand wieder in das Lager bei Frankenstein beordert, wo sie am 23. Mai 1807 eintrafen.

Der Armeebefehl vom 10. Juni 1807 § 2 belobte Baligand, welcher zum glücklichen Ausgang des Gefechtes vom 15. Mai bei Fürstenstein beigetragen hatte.

Ein von Baligand später eingereichtes Gesuch um Verleihung des Militär-Max-Joseph-Ordens wegen seiner Auszeichnung am 15. Mai 1807 wurde zwar von dem am 19. März 1808 unter dem Vorsitze des Generalmajors von Vincenti abgehaltenen Ordenskapitel einstimmig begutachtet, allein der Ordens-Großkanzler berichtete desfalls unterm 17. April 1808 nachstehendes an den Ordens-Großmeister:

»Der Oberlieutenant Wilhelm von Baligand hat in der Affaire bei Salzbrunn (15. Mai 1807) die Schützen des 2. Bataillons des Leib-Regiments geführt, drängte den Feind aus einem stark besetzten Walde und erhielt sich in demselben, ungeachtet es der Feind versucht hatte, diesen Posten wieder zu occupiren, wodurch es in der Folge möglich wurde, weit mehr Gefangene zu machen, als man sonst hätte bekommen können.
Das Zeugnis des General Lefebvre bekräftigt, daß der Oberlieutenant von Baligand in diesem Gefechte Proben seiner Thätigkeit und Tapferkeit gegeben und beigetragen habe, mit den ihm anvertrauten 50 Tirailleurs den überlegenen Feind über Salzbrunn hinauszujagen. Dasselbe bezeugen ihm der Oberstlieutenant Graf Waldkirch, der dortmalige Kapitän Brück und der Unterlieutenant Knecht.
Wenn man das Gefecht bei Salzbrunn militärisch beurteilt, so bleibt das Resultat, daß dasselbe eigentlich eine Kavallerie-Affaire war; die Kavallerie hat den Feind geschlagen und das Ganze entschieden; allein ohne die Anwesenheit jener 50 Schützen würde der Sieg nicht so vorteilhaft haben benützt werden können, indem viele Preußen sich im Walde versteckt hätten und dadurch die Summe der Gefangenen vermindert worden wäre. Eigentlich sind diese Vorteile durch die Anwesenheit einer Infanterie errungen worden und jeder Kommandeur derselben, wer er immer gewesen sein möchte, hätte die Pflicht auf sich gehabt, seine Untergebenen nach seiner besten Einsicht zu leiten, wie denn Oberlieutenant von Baligand gethan und deswegen als ein ausgezeichneter Offizier sehr lobenswert sich benommen hat; nur ist in seinem Betragen jenes Ungewöhnliche und außer den Pflichten eines braven Offiziers Liegende, wodurch der Anspruch auf die Erhaltung des Ordens unterstützt werden muß, nicht zu bemerken, und ich muß des Dafürhaltens sein, daß die Belohnung des Oberlieutenants von Baligand in jener Belobung, welche ihm im Armeebefehl vom 10. Juni 1807 zu teil geworden ist, zu beruhen hätte.«

Dieser Antrag erhielt die Allerhöchste Genehmigung des Großmeisters.

Im weiteren Verlaufe des Feldzuges 1807 zeichnete sich Baligand insbesonders auch am 24. Juni 1807 bei der Erstürmung des befestigten Lagers von Glatz aus, wobei er die »2. Hauptmanns«-Kompagnie des Leib-Regiments führte. Baligand bewies nach dem Zeugnisse des Divisions-Generals Lefebvre sowohl, als dem mehrerer Kameraden hierbei eine ausgezeichnete Bravour, namentlich bei Erstürmung der Schanze Nr. 3, indem er an der Spitze seiner Mannschaft unter den ersten in dieselbe eindrang und die Schranke öffnete, infolgedessen die Mannschaft in größerer Anzahl eindringen und auf den Feind losstürmen konnte; auch ein später, gelegentlich eines andern Ordensgesuches an den Großmeister unterm 14. April 1808 abgegebenes Gutachten führt Baligand unter jenen Offizieren auf, welche zum glücklichen Ausgang der Erstürmung des Lagers nach allen Kräften beigetragen und sich einer Belohnung würdig gemacht haben.

Unterm 28. Februar 1809 zum Hauptmann 2. Klasse im Leib-Regiment befördert, nahm Baligand als solcher an all den Schlachten und Gefechten des Feldzuges 1809 gegen Österreich Anteil, und namentlich die blutigen und hartnäckigen Gefechte im Kampfe gegen die insurgierten Tiroler boten ihm wiederholt Gelegenheit erneute Proben seines Mutes und seiner Tapferkeit abzulegen, wobei namentlich nachfolgende Thathandlungen hervorzuheben sind.

Das 2. Bataillon des Leib-Regiments kam am 8. August 1809 bei Stilfs in Tirol ins Lager mit dem Auftrage, die rechts gelegenen Gebirge, von welchen herab die ganze Kolonne von Sterzing hätte abgeschnitten werden können, zu beobachten.

Für das Bataillon war kein anderer Lagerplatz zu ermitteln, als ein solcher am Fuße des Berges Pluders.

Nachdem aber von diesem Berge aus das Lager leicht beschossen werden konnte, so wurde auf ihm ein Offizierspikett von 25 bis 30 Mann zur Sicherheit der höchst notwendigen Position aufgestellt.

Am 9. August 1809 morgens griff nun ein mehr als 200 Mann starker Haufen Tiroler mit allem Ungestüm dieses Pikett an und brachte es zum Weichen.

Da man aber die Wiederbehauptung dieses verlornen Postens als eine höchst unentbehrliche Notwendigkeit erkannte, so wurde die Wegnahme dieser Stellung angeordnet, und der Vollzug dem Hauptmann von Baligand aufgetragen. Letzterer erstieg den steilen Berg mit solcher Eile, daß ihm kaum die Hälfte seiner Leute augenblicklich folgen konnte. Als er die Höhe erreicht hatte, um in tiraillierender Ordnung angreifen zu können, verteilte er die ihm gefolgten Leute und stürmte ungeachtet des feindlichen Feuers mit ausgezeichneter Tapferkeit gegen die noch höher stehenden Tiroler. Diese flohen auch aus ihrer Stellung, besetzten aber eine noch vorteilhaftere, in welcher sie den Hauptmann Baligand erwarteten und lebhaft eine kleine Holzblöße bestrichen, die dieser nun passieren mußte. Ohne einen Schuß zu thun, machte Baligand mit verdoppelten Kräften einen neuen Angriff, mit welchem die Stellung genommen und der Feind verjagt wurde. Der ebenso glückliche als vorteilhafte Ausgang dieses so äußerst kühn gelungenen Unternehmens darf, wie Oberstlieutenant Graf Waldkirch in einem, d. d. 6. Februar 1810, ausgestellten Zeugnisse schreibt, mit aller Bestimmtheit und unstreitig dem unerschütterlichen Mute und der ausharrenden Standhaftigkeit des Hauptmanns von Baligand allein verdankt werden. Kein Opfer, keine Gefahr war ihm in Vollziehung seiner Berufspflichten zu groß. Während des Hauptsturmes, ungeachtet des erlittenen Verlustes mancher seiner beherztesten und tapfersten Leute, deren mehrere, die ihn umringten, teils tot, teils blessiert zunächst an seiner Seite fielen, konnte ihn nichts wankend machen, seine Untergebenen, wo es die Not erforderte, jedesmal dahin zu bringen, die Insurgenten so oft aufs neue anzugreifen, bis endlich die Höhe des beinahe durch seine Steile ganz unwegsamen, schroffigen Berges erklommen, die Bauern stürmend aus ihrer Position wieder hinausgeworfen und mit dem Bajonett tief in die benachbarten Berge auf das hitzigste verfolgt wurden.

Am 11. August 1809, als die von Sterzing über Steinach und Matrei nach Innsbruck retirierende Kolonne nachmittags gegen Schönberg kam, wurde sie durch das viele mitgetriebene Schlachtvieh, welches infolge des langen Weges erschöpft nicht mehr folgen konnte, sowie durch Wägen, an welchen die Pferde erschossen worden waren, getrennt, und es bildete sich zwischen der Haupttruppe und der Arrieregarde eine nicht unbedeutende Lücke.

Diese Arrieregarde, bei der sich auch eine Haubitze und eine Eskadron Chevaulegers befanden, war links abmarschiert und Baligand am linken Flügel des Leib-Regiments.

Nachdem Baligand mit seiner Kompagnie schon mehrere Defilees und durch das feindliche Feuer gefährdete Passagen glücklich überwunden hatte und der Hauptkolonne nacheilte, kam er an einen von erschossenen Pferden und stehengebliebenen Wagen gebildeten Verhau, um dessen Beseitigung sich niemand kümmerte, der aber so sehr dem stärksten feindlichen Feuer ausgesetzt war, daß sofort viele von der Mannschaft getötet und blessiert wurden. Der Feind hatte die Absicht, durch die Festhaltung dieses Verhaus das Durchbringen des folgenden Geschützes und der Pferde zu verhindern. Baligand suchte dagegen den Verhau auf die Seite zu räumen und, da es ihm trotz des mörderischen Feuers in kurzer Zeit gelang, einen Marketenderwagen, der den Verhau geschlossen, in den Abgrund rechts zu stürzen und einen leeren und daher leicht bewegbaren Munitionswagen gegen den Berg links zu schieben, so konnte die Artillerie und die Kavallerie auch den Verhau passieren. Der die Arrieregarde befehligende französische Oberst drückte Baligand sofort über sein geglücktes Unternehmen die größte Zufriedenheit aus.

Auch in der Affaire am 18. Oktober 1809 an der Weißbacherbrücke, bei dem letztmaligen Einmarsche in Tirol, zeichnete sich Baligand besonders aus, indem er, am linken Salachufer detachiert, einen Berg, der für unersteiglich gehalten wurde, dennoch erstieg und besetzte, hierdurch aber die rechte Flanke der anrückenden Kolonne auf das vorteilhafteste deckte.

Der Armeebefehl vom 22. Oktober 1810 nennt unter den Offizieren, welche sich durch ein vorzüglich kluges und tapferes Betragen einer besonderen Belobung würdig gezeigt haben, auch den Hauptmann von Baligand, wegen der Auszeichnung bei Stilfs am 9. August 1809.

Baligand hatte für seine Leistungen am 9. und 11. August 1809 um die Verleihung des Militär-Max-Joseph-Ordens nachgesucht, und sich auch das in München am 3. Mai 1810 desfalls unter dem Vorsitze des Generalmajors und Brigadiers Freiherr von Vieregg abgehaltene Ordenskapitel einstimmig für die Aufnahme Baligand’s in den Orden ausgesprochen, allein auch diesmal begutachtete der Ordens-Großkanzler die Aufnahme nicht, vielmehr berichtete an den Großmeister, wie folgt:
»In diesen beiden Vorfällen (9. und 11. August 1809) hat sich der Kapitän von Baligand als ein braver Offizier gezeigt, allein eben nichts Außerordentliches, sondern nur seine Schuldigkeit gethan. Er war in beiden Fällen kommandiert und konnte nicht anders handeln, als er wirklich gehandelt hat, ohne strafbar zu werden.
Am 9. August, da er mit seiner Kompagnie beordert war, die Anhöhe des Pludersberges wieder zu besetzen, mußte er, indem man ihm die nötigen Mittel, die Insurgenten zu vertreiben, zuteilte, diesen Befehl vollziehen und am 11. August würden, wenn er nicht selbst Hand angelegt hätte, seine Leute, um sich zu retten, wohl die Wägen auf die Seite gebracht haben.
Es ist demnach kein zureichender Grund vorhanden, welcher geeignet wäre, den Spruch des Ordenskapitels zur Aufnahme zu bestätigen, sondern der Kapitän von Baligand kann nicht mehr verdienen, als wegen der Affaire vom 9. August 1809 öffentlich belobt zu werden.«

Infolge dieses Gutachtens hatte auch dieses Ordensgesuch auf sich zu beruhen.

Am 18. Mai 1812 zum Hauptmann 1. Klasse in seinem bisherigen Regimente, welches aber nunmehr die Bezeichnung »1. Linien-Infanterie-Regiment König« führte, befördert, machte von Baligand den Feldzug gegen Rußland mit, der ihm Gelegenheit zu neuer Auszeichnung bot.

Am 18. August 1812 in der Schlacht bei Poloczk, als die Russen bereits die französische Reiterei unter Corbineau in wilde Flucht aufgelöst hatten, 20 Kanonen der Division »Legrand« preisgegeben waren und die russische Reiterei unaufhaltsam gegen Poloczk vordrang, bis sie von den beiden Bataillonsvierecken des 1. Infanterie-Regiments zurückgeworfen wurde, war unter den ausgezeichneten Offizieren, die sich an der Spitze ihrer Mannschaft den anstürmenden Russen entgegenwarfen, sie im heißen Kampfe zurückschlugen und lebhaft verfolgten, Hauptmann von Baligand, welcher schon vorher mit seinen Schützen die Polotabrücke unerschrocken besetzt gehalten hatte.

Für sein Verhalten an diesem Tage wurde Baligand mit dem Ritterkreuze der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet.

Am 22. August 1812 in dem Kampfe bei Bielaia war es Hauptmann von Baligand, der mit der 2. Schützenkompagnie des 1. Infanterie-Regiments in ein kleines Gehölz gegen die Anhöhe rückte, auf welcher die Kirche des Torfes Bielaia stand, und dann auf der Straße seine Bewegung fortsetzend zur Wegnahme und Behauptung der genannten Ortschaft beitrug.

Doch das allgemeine Unglück dieses Feldzuges sollte auch Baligand treffen.

Bei dem Rückzuge gegen Wilna am 5. Dezember 1812 abends 9 Uhr geriet Baligand bei einem Überfalle der russischen Kavallerie in Postawy durch die Streifpartien der Obersten von Tettenborn und Benkendorf nebst dem Transportkommandanten Oberstlieutenant von Scherer und 37 anderen bayerischen Offizieren, 200 transportablen Kranken und 12 vollen Infanterie-Munitionswägen in feindliche Hände und wurde als Gefangener in das innere Rußland abgeführt.

Baligand, welcher später mit kaiserlicher Erlaubnis nach Petersburg kam, wurde sogleich nach dem Beitritte Bayerns zur Allianz (8. Oktober 1813) als Kurier von dort nach München abgesendet, woselbst er am 3. Februar 1814 eintraf.

Am 16. Februar 1814 zum Major im 1. Infanterie-Regiment »König« befördert, eilte Baligand zu seinem in Frankreich stehenden Regimente und fand dasselbe am 19. März 1814 vor Arcis.

Er war der einzige von den in russischer Gefangenschaft gewesenen bayerischen Offizieren, dem es gegönnt war, an den nun folgenden, für Bayerns Armee so ruhmreichen Tagen teilzunehmen.

Am 20. März 1814, in dem Augenblick als die Franzosen während der Schlacht von Arcis-sur-Aube in dem Dorfe Grand-Torcy bedeutende Fortschritte errangen und die k. k. Bataillons der Brigade »Volkmann«, welche wiederholte Angriffe auf dieses Dorf unternahmen und dasselbe zu behaupten suchten, drängten, wurde Major von Baligand mit vier Kompagnien des 2. Bataillons vom 1. Infanterie-Regiment in das Dorf Grand-Torcy beordert, um es mit Sturm zu nehmen. Baligand entledigte sich, wie durch die Zeugnisse Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Karl, sowie des Generals Graf von Rechberg und des Obersten von Hertling bekräftigt wird, des gegebenen Befehls mit vieler Einsicht und Entschlossenheit, schickte die 2. Schützenkompagnie etwas vorwärts in das Dorf und drang mit dem Bajonette im Sturmschritte mit den restigen drei Kompagnien weiter rückwärts in Grand-Torcy ein.

Der Anstrengung und Bravour Baligand’s war es zuzuschreiben, daß der Feind, dessen Kleingewehrfeuer bereits die außer Grand-Torcy stehenden Bataillons erreichte, zurückgedrängt und über das Dorf hinaus geworfen wurde.

Der Feind machte wiederholte Angriffe und die vier Kompagnien litten bedeutend, allein Baligand behauptete sich mit standhafter Ausdauer bis zu seiner erst später durch andere Truppen erfolgten Ablösung, obwohl er selbst am Halse verwundet worden war und den vierten Teil seiner Offiziere und Mannschaften durch Tod und Verwundung verloren hatte.

Unerachtet seiner Wunde blieb Baligand bis zu dem Ende der Schlacht bei seinem Regimente, welches ein Quarré formierte und die schwachen Reste des 2. Bataillons als 4. Glied in dasselbe aufnahm. Für sein Verhalten bei Arcis suchte Baligand um den Militär-Max-Joseph-Orden nach und wurde, nachdem sich das in München am 25. August 1814 unter dem Vorsitze des Generallieutenants Grafen von Reuß versammelte Ordenskapitel einstimmig für die Aufnahme ausgesprochen hatte, laut Armeebefehl vom 24. Juni 1815 § 1, »der Major im 1. Linien-Infanterie-Regiment Wilhelm von Baligand wegen der Auszeichnung bei Arcis-sur-Aube am 20. März 1814 zum Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt«, nachdem ihm schon vorher im Armeebefehl vom 18. April 1814 hierwegen die Allerhöchste Zufriedenheit ausgesprochen worden war und er laut Armeebefehl vom 16. Juli 1814 den russischen St. Anna Orden 2. Klasse erhalten hatte.

An dem Feldzuge im Jahre 1815 gegen Frankreich nahm Major von Baligand gleichfalls wieder Anteil.

Am 11. Oktober 1824 zum Oberstlieutenant im 12. Infanterie-Regiment »Prinz Otto« ernannt, ward Baligand schon unterm 9. Dezember 1825 zum 1. Infanterie-Regiment versetzt mit dem Auftrage das 2. Infanterie-Regiment »Kronprinz« von Würzburg nach München zu führen.

Am 27. Juni 1832 zum Oberst des 6. Infanterie-Regiments »Herzog Wilhelm in Bayern« befördert, wurde Baligand unterm 25. Oktober 1832 zum Kommandanten jenes aus dem 1. Bataillon des 6. Infanterie-Regiments und dem 2. Bataillon des 12. Infanterie-Regiments kombinierten Regiments ernannt, welches zu dem nach Griechenland entsendeten bayerischen Hilfscorps gehörte.

Am 25. Oktober 1832 war das Regiment abmarschiert, am 20. Dezember in Triest eingeschifft und blieb sodann bis Ende Dezember 1833 in Griechenland.

In die Heimat zurückgekehrt wurde Baligand sofort am 1. Mai 1834 als Oberst zum 1. Infanterie-Regiment »König« versetzt und erhielt am 2. Juni 1835 das goldene Ritterkreuz des griechischen Erlöser-Ordens.

Im Jahre 1838 mit dem russischen St. Anna-Orden 2. Klasse mit Brillanten dekoriert, erfolgte unterm 25. Juni 1839 die Ernennung Baligand’s zum Generalmajor und Brigadier der 1. Armee-Division und fast gleichzeitig, nämlich unterm 23. Juli 1839, seine Verwendung als Referent im Kriegsministerium.

Baligand, den 13. November 1840 mit dem Ehrenzeichen des Ludwigs-Ordens und am 1. Januar 1842 mit dem Komturkreuze des Verdienst-Ordens vom hl. Michael dekoriert, wurde unterm 5. November 1842 zum Kommandanten der Stadt und Festung Landau, und zwar vorerst auf die Dauer von drei Jahren ernannt; nach Ablauf dieses Trienniums als Brigadier zur 1. Armee-Division versetzt, welche Stellung er bis zu seiner am 31. März 1848 erfolgten Beförderung zum Generallieutenant und Kommandanten der 1. Armee-Division behielt. In letzterer Eigenschaft wurde Baligand mit der Führung des Truppencorps, welches im April 1848 in Schwaben und im badischen Seekreise aufgestellt war, betraut.

Von diesem Kommando kehrte Baligand krank zurück. Unterm 18. November 1848 ward er noch zum 1. Präsidenten des General-Auditoriates ernannt, starb aber schon unterm 23. Juni 1852 in München.

Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. München, 1882.



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