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14 – 6 – 48* (Keil)

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Das Grab ist nicht erhalten

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»Gestern wurde der Bildhauer Hr. Christian Keil (geboren am 4. April 1826 zu Siegritz bei Erbendorf in der Oberpfalz, gestorben am 20. ds. zu München) begraben. Eine stattliche Anzahl von Kunstgenossen, Freunden und Verehrern gab ihm das Ehrengeleit. Er hatte zeitlebens die christliche Kunst gepflegt und durch seine zahlreichen Arbeiten, wie durch die Gediegenheit seines Charakters einen lauteren, ehrenvollen Namen erworben.«

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Adam Keil

† 30.9.1862 (München), 20 Jahre alt
Photograph

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik (1.10.1862)

Todes-Anzeige.

Nach Gottes Rathschluß verschied heute Morgens 5½ Uhr unser innigstgeliebter Bruder,

Herr
Adam Keil,
Photograph,

gestärkt durch den wiederholten Empfang der hl. Sterbesakramente, fromm und ergeben in den göttlichen Willen, in seinem 21. Lebensjahre.

Wir empfehlen den theuern Verblichenen allen lieben Freunden zu frommem Andenken.

München, den 30. Sept. 1862.

Johann Baptist Keil, Hofdiakon,
Christian Keil, Bildhauer,
im Namen sämmtlicher Geschwister und Verwandten.

Die Beerdigung findet Donnerstag den 2. Oktober Nachmittags ½3 Uhr vom Leichenhause aus und der Gottesdienst Freitag den 3. Oktober früh 8 Uhr in der St. Bonifazius-Pfarrkirche statt.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 274. Mittwoch, den 1. Oktober 1862.

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Christian Keil

* 4.4.1826 (Siegritz)
† 20.6.1890 (München)
Bildhauer

Der Volksbote für den Bürger und Landmann (8.1.1858)

Im Laufe dieser Woche ist in meinem Atelier eine für das Clerikalseminar in Regensburg gefertigte Statue des sel. Bischofs Joh. Mich. von Sailer ausgestellt und lade ich die Schüler und Verehrer desselben zur Besichtigung ein.

Christian Keil,
Bildhauer, Karlsstraße Nr. 27.

Der Volksbote für den Bürger und Landmann No. 5. Freitag, den 8. Januar 1858.

Landshuter Zeitung (23.12.1876)

Landshut, 22. Dezbr. Ein schönes, werthvolles Christgeschenk – ich möchte es so nennen – wurde der Stadtpfarrkirche St. Nikola gebracht. Durch milde Gaben Pfarrangehöriger nämlich wurde es ermöglichet, im Laufe der Woche einen neuen, zum gothischen Bau der Kirche passenden Kreuzaltar aufzustellen. Entwuf und Zeichnung ist von unserm Meister Hrn. Paul Weiß. Man weiß nicht, was man nun mehr bewundern soll, die herrliche Ausführung des Altares durch Hrn. Bildhauer Marzellus Meier oder die brillante Fassung desselben durch Hrn. Pfaffenzeller. Die drei Figuren, der Crucifixus, die schmerzhafte Mutter Gottes und der hl. Johannes – gefertiget von einem Meister aus München, Namens Christian Keil – befriedigen im vollsten Maße, um nicht zu sagen, Aug und Herz. – In der That, dieser neue Altar ist für die Kirche St. Nikola, welche, wie allgemein angenommen wird, im 15. Jahrhundert mit den hiesigen Prachtbauten der St. Martinskirche und der hl. Geistkirche erbaut worden ist, eine wahre Zierde, zugleich aber auch ein neues Monument frommen Sinnes und werkthätiger Rekigiosität von Seite der Pfarrangehörigen.

Landshuter Zeitung Nr. 296. Samstag, den 23. Dezember 1876.

Allgemeine Zeitung (16.6.1890)

Bayerische Chronik.

Hr. Architekt Johann Marggraff hat in seinem Atelier (Arcisstraße 27) soeben einen für die Capelle des Krankenhauses in Haidhausen bestimmten Altar vollendet und vom 15. bis 18. ds. zur Ausstellung gebracht. Derselbe ist im spätromanischen, einen leisen Anflug zur Gothik zeigenden Stile gehalten. Auf der mit entsprechenden Reliefs geschmückten Mensa steht der kostbare, reichvergoldete Tabernakel mit bildgeschmückten Seitenflügeln; darüber erhebt sich, von zwei in Nischen stehenden Statuen flankirt, das große von Julius Frank gemalte Hauptbild. Da in sinnigster Weise die ganze Symbolik in innigsten Bezug auf die Krankenpflege gebracht ist, so repräsentiren die von Christian Keil sculptirten Statuen mit den Heiligen Vinzenz und Elisabeth die hülfsbereite Charitas, während Franks Oelbild selbstverständlich »den die Kranken heilenden Christ« in edelster Composition und kräftigster, aber feingestimmter coloristischer Wirkung darstellt. Das ganze, aus Eichenholz aufgebaute, mit Gold und Farbe blühend ornamentirte Werk bietet aber noch manche Ueberraschung. So können durch einen höchst einfachen Mechanismus augenblicklich nicht allein die am Antependium angebrachten Reliefs, sondern auch die gleichfalls von Julius Frank gemalten Figuren der Seitenflügel, dreimal, je nach den heiligen Festen des Kirchenjahres, gewechselt werden. Dazu kommt noch, daß der Tabernakel gegen Einbruch und Feuergefahr gesichert ist. Absonderliche Vorsorge ermöglicht auch den üppigsten Schmuck von Blumen, ohne daß durch ihre Pflege ein (z. B. durch unvorsichtiges Begießen) so häufig drohender Schaden entstehen kann.

Allgemeine Zeitung Nr. 165. München; Montag, den 16. Juni 1890.

Allgemeine Zeitung (23.6.1890)

Bayerische Chronik.

Bildhauer Keil †. Gestern wurde der Bildhauer Hr. Christian Keil (geboren am 4. April 1826 zu Siegritz bei Erbendorf in der Oberpfalz, gestorben am 20. ds. zu München) begraben. Eine stattliche Anzahl von Kunstgenossen , Freunden und Verehrern gab ihm das Ehrengeleit. Er hatte zeitlebens die christliche Kunst gepflegt und durch seine zahlreichen Arbeiten, wie durch die Gediegenheit seines Charakters einen lauteren, ehrenvollen Namen erworben. (Zu einem kurzen Rückblick auf seine Leistungen wird sich demnächst Gelegenheit bieten. Seiner letzten Statuen geschah erst jüngst im Abendblatt 165 der »Allg. Ztg.« vom 16. ds. rühmliche Erwähnung.)

Allgemeine Zeitung Nr. 172. München; Montag, den 23. Juni 1890.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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