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Die Grabinschrift ist nicht erhalten
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Lippl, Augusta (vw); – (10).1.1872 (München), 63 Jahre alt; Medizinalrats-Witwe
Lippl, Ernest, Dr. med.; – 8.11.1844 (München), 31 Jahre alt; Praktischer Arzt und Militärarzt
Lippl, Oskar von, Dr.; – 30.7.1901 (München); Geheimrat
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† 8.11.1844 (München), 31 Jahre alt
Praktischer Arzt und Militärarzt
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Rathschlusse gefallen, unsern innigst geliebten Sohn, Bruder und Schwager
Med. Dr. Ernest Lippl,
Militär- und practischen Arzt,
in der Nacht vom 7. auf den 8. November ein Viertel nach 12 Uhr, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, 31 Jahre alt, zu sich zu rufen.
Sein langes Krankenlager war nur eine Folgenreihe von christlicher Duldung und Ergebung.
Indem wir diesen so schmerzlichen Verlust allen Verwandten und Bekannten anzeigen, bitten wir dieselben um stilles Beileid und Gebet für den theueren Verstorbenen.
München den 8. November 1844.
Dr. Carl Lippl, k. Regierungs-Medicinalrath,
Augusta Lippl, geb. v. Puchpoekh, als Eltern.
Lina Sauer, geb. Lippl,
Carl Lippl,
Augusta Lippl,
Wilhelmine Lippl,
Oscar Lippl,
Mathilde Lippl, als Geschwister.
Friedrich Sauer, als Schwager.
Die Beerdigung findet am Sonntag den 10. November Nachmittags 4 Uhr von Leichenhause aus, der Gottesdienst Freitag den 15. November Vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche zu St. Peter statt.
Der Bayerische Eilbote No. 135. München; Sonntag, den 10. November 1844.
Nachruf
an unsern unvergeßlichen Freund Dr. Ernest Lippl, Militär- und practischen Arzt in München,
Gestorben in der Nacht vom 7. auf den 8. November.
Im Spätjahr hüllt die Mutter-Erde
Die schönsten Blumen sorgsam ein,
Damit der Keim gestärket werde,
Um neu zu blüh'n im Frühlingsschein.
Ein tücht'ger Arzt, der mit dem höhren Wissen
Und Forschen auch das beste Herz vereint,
Ein braver Sohn, ein hochgeliebter Bruder
Und seiner Freunde treubewährter Freund;
So standest Du im Mittag Deines Lebens
Des Vaters Stolz, der Mutter Freude da!
Und Achtung, Anerkennung Deines Strebens
Ward Dir von Jedem, der Dein Wirken sah.
Da rief Dich Gott! – Als Christ trugst Du die Schmerzen,
Auf ihn vertrauend gingst Du ein zur Ruh;
Im Schlummer nahm ein Engel Deine Seele
Und trug sie aufwärts ihrer Heimat zu.
Uns bleibt der Schmerz, – und die getäuschte Höffnung
Schlägt ihre Krallen in die wunde Brust;
Und weinend steh'n wir um die kalte Hülle –
Jetzt unser tiefes Weh! – Einst unsre Lust.
Doch nur die Hülle wird im Grabe modern,
Sein Geist ist längst in jener Region,
Wo unsre Seelen, wenn Sie abgeschieden,
Ihn wiederfinden einst vor Gottes Thron.
Laßt darum, wer ihn liebte, laßt die Thränen!
Hebt Euren Blick empor zum Sternenzelt!
Denn unsres Innern ernstes, heil'ges Sehnen
Gehört dem Jenseits nur – nicht dieser Welt.
Des Menschen Geist ruft das Gesetz nach Oben,
Den Leib zieht es zur Erde sanft hinab.
So legen wir gefaßt, auf Wiedersehen,
Die Blume der Erinn'rung auf sein Grab.
F. S.
Der Bayerische Eilbote No. 137. München; Freitag, den 15.11.1844.