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Franz Xaver Glink
* 1796 Burgau/Schwaben
† 1873 München
Historienmaler
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Glink, Franz Xaver; 21.5.1795 (Burgau/Schwaben) – 22.2.1873 (München); Freskenmaler, Historienmaler und Kirchenmaler
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* 21.5.1795 (Burgau/Schwaben)
† 22.2.1873 (München)
Freskenmaler, Historienmaler und Kirchenmaler
Glink, Xaver, Sohn eines Schreinermeisters zu Burgau, geboren 1795. Im Jahre 1809, als diese ehemals vorderösterreichische Markgrafschaft an Bayern gefallen war, zog die ganze Familie nach München, und machte sich hier ansäßig. Der 14jährige Sohn erlernte nun das Tischlerhandwerk, als durch einen günstigen Zufall der damalige königl. Akademie-Direktor Langer verschiedene Schnitzarbeiten seiner Hand ansichtig wurde, und den Eltern rieth, ihn in die Kunst-Akademie zu schicken. Im Jahre 1824 reiste er nach Rom, und bei seiner Rückkehr malte er aus Dankbarkeit für das genossene Reise-Stipendium das Altarblatt in der königl. Militär-Lazarethkirche. Das große Festbild in der Frauenkirche, die Auferstehung Christi und andere sind bis jetzt Werke seiner Hand.
Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Mechaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.
Franz Xaver Glink,
geb. 1795, der Sohn eines Schreiner- (Tischler-) Meisters aus Burgau, kam mit seinen Eltern im Jahre 1809 nach München und erlernte hier bei seinem Vater dasselbe Handwerk. Sein Sinn für schöne Formen veranlaßte ihn zur Uebung in Schnitzarbeiten, die immer zierlicher ausfielen. Da der Direktor der Akademie, Langer, diese Arbeiten sah und daraus das Kunsttalent Glinks erkannte, vermochte er den Vater desselben, daß sich der Sohn der Kunst widmen durfte.
Zur weiteren Ausbildung reiste er dann im Jahre 1824 nach Italien, hielt sich längere Zeit in Rom auf, und malte nach seiner Rückkehr aus Dankbarkeit für das ihm gewährte Reisestipendium das Altarbild in der Militär-Lazarethkirche zu München. Für die Frauenkirche malte er das große Festbild, die Auferstehung Christi, andere Bilder religiösen Inhaltes für andere Kirchen. Seine Darstellungsweise ist größtentheils religiös lyrisch, seine Farbengebung mild, angenehm, klar. Zu seinen schönsten Bildern gehören: die Flucht der hl. Familie nach Aegypten, Mariens Besuch bei Elisabeth, eine Madonna mit dem Kinde, Christus im Garten, eine hl. Cäcilia. Sein jüngstes Werk ist ein Altarbild für die Peterskirche in München: in der Mitte Christus im milden Glanze seiner Herrlichkeit, ihm zur Seite rechts und links die hl. Maria und Petrus. Unten mehrere Figuren in anbetender oder flehender Stellung, schön gruppirt.
Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.
Franz Xaver Glink, Historienmaler.
(Nekrolog.)
München, 23. Febr. Der Künstler, dessen Leben wir hier erzählen, wurde in Burgau im Jahre 1795 geboren als der Sohn eines Schreinermeisters, welcher, als diese ehemals vorderösterreichische Markgrafschaft an Bayern gefallen war, mit seiner Famllie nach München zog und sich hier ansäßig machte. Unser Franz Xaver, der drittälteste unter fünf Brüdern, lernte bei seinem Vater das Tischlerhandwerk. Sein Sinn für schöne Formen veranlaßte ihn zu Schnitzarbeiten in freien Stunden. So baute er ein »heiliges Grab« und schuf eine Anzahl niedlicher Krippen-Darstellungen, welche viele Beschauer fanden. Zufällig sah auch der damalige Direktor Peter von Langer dieselben, erkannte darin ein bedeutendes Talent und bewog den Vater, seinen Sohn der Kunst zu widmen. Glink besuchte darauf die Akademie und brachte als Eleve dieser Anstalt schon im Jahre 1814 Zeichnungen nach der Antike zur öffentlichen Kunst-Ausstellung. Ebendaselbst erschienen 1820 zwei große Cartons: »Die Anbetung der Hirten« und »Christus erscheint der Magdalena im Garten«, nebst sieben Zeichnungen, gleichfalls religiösen Inhalts, welche als eigene Compositionen von dem Fleiße und dem Talent des jungen Künstlers das schönste Zeugniß gaben. In der Folge erhielt Glink ein königliches Reisestipendium und ging damit 1824 nach Rom, wo er mehrere Jahre verweilte, bis ihn eine Krankheit in die Heimath zurücktrieb. Hier malte er nach seiner baldigen Genesung aus Dankbarkeit für das ihm gewährte genossene Reisestipendium das Altarblatt in der k. Militär-Lazarethkirche (Theklakapelle). Außerdem entstanden das große Festbild in der Münchener Frauenkirche (die Auferstehung Christi) und andere Werke dieser Art. Als dann Dominik Ouaglio das für den Kronprinzen Maximilian neuerbaute Schloß Hohenschwangau vollendet hatte, wurde Glink mit Lindenschmit, Neher und Anderen auserlesen, die Hallen und Säle mit Bildern zu schmücken. Glink malte die bekannte Madonna am Schloßbrunnen daselbst nach eigener Composition, das Bertha-Zimmer, den Cyclus aus der Wilkinasage und den Nibelungen, die Scenen aus Tasso und die Geschichte des Autharis malte er bekanntlich nach den geistreichen Compositionen Schwind's in der Sommerzeit der Jahre 1834–37. Nach Vollendung dieser ehrenvollen Aufträge wendete sich Glink wieder ganz zur religiösen Kunst; zu seinen schönsten Gemälden gehörten »die Flucht der heiligen Familie«, »Mariens Besuch bei Elisabeth«, zwei Bilder, in denen Glink durch die Kraft und Schönheit der Farbe seine Blüthezeit feierte. Außerdem erwähnen wir: eine Madonna, Christus im Garten, eine heilige Cäcilia, Christus in der Herrlichkeit, umgeben von der heiligen Jungfrau und dem heiligen Petrus (in der Peterskirche zu München, woselbst sich am Altar der Priesterbruderschaft auch eine Fürbitte der armen Seelen befindet). Im sogenannten König-Ludwigs-Album (1850) befindet sich eine »Bergpredigt«.
Glink blieb der christlichen Kunst getreu; eine Treue, die dem über alle Maßen bescheidenen Künstler nur schlechten Lohn brachte, da die religiöse Kunst meist höchst armselig bezahlt wird. Die Gründe zu erwägen und zu beleuchten, warum diese theilweise durch Mittellosigkeit, theilweise aber auch durch ein völliges Verkennen oder durch Unkenntniß der Besteller eingerissene Geringschätzung Platz greifen und das Leben solcher damit betrauten Maler oft zu einem wahren Martyrium zu gestalten pflegen — das gehört gerade nicht hieher. Glink, welcher, obwohl theilweise noch der Langer'schen Schule angehörig, doch das Zeug gehabt hätte, sich zu höher fliegenden Schöpfungen zu begeistern, litt unter dem angedeuteten Druck und ging zumal bei beginnendem Alter zurück. Er arbeitete weiter unverdrossen und ausdauernd, selbst dann noch, als die Jahre seine Kraft lähmten. Eben so beharrlich erwies er sich als Krippenbauer. Am 9. Juli vorigen Jahres starb seine Frau, welche ihn mit einem wackeren Sohne und zwei Töchtern beschenkt hatte. Von da an sah auch unser Meister, als guter Christ wohl vorbereitet, seinem Ende entgegen: aufgenommen zu werden in die hehre Gemeinschaft, die er uns immerdar zu versinnlichen bereit gewesen. Wahrlich: ein guter und getreuer Knecht! (Glink starb, wie bereits gemeldet, am 21. Febr.)
Beilage Nr. 15 zur Augsburger Postzeitung Nr. 55. Mittwoch, den 5. März 1873.
Glink Franz Xaver, 1795 (Burgau/Schwaben) – 1873, Historienmaler; zunächst erlernte G. das Tischlerhandwerk seines Vaters, er studierte dann, durch P. von Langer entdeckt, an der Kunstakademie in München, erhielt 1823 durch P. von Cornelius ein Reisestipendium für Rom; heimgekehrt, schuf er mit anderen die Fresken für Schloß Hohenschwangau; religiöse Motive überwiegen bei ihm; viele Kirchengemälde befinden sich in Kirchen von München, in der Klosterkirche Beuerberg und auch in Amerika, seine Zeichnungen enthält die Maillinger Sammlung.
Hauptwerke: Flucht der Heiligen Familie, Mariens Besuch bei Elisabeth.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.