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15 – 13 – 17 (Hiltensperger)

Ω

Hier ruhen in Gott
Herr Johann Georg Hiltensperger
Historienmaler, Akademieprofessor a. D.
geb. 22. Febr. 1806 gest. 13. Juni 1890
Otto Hiltensperger
Historienmaler, gest. 1873 im 3¿ Lebensjahre
Frau Antoine Hiltensperger
k. Akademieprofessors-Witwe.
geb. ¿ April 1820 gest. 21. April 1905.

R. I. P.

Rechte Seite

Frau Theresia Hiltensperger
gest. ¿
Frau Johanna Hiltensperger
gest. ¿
dessen Gattin ¿
Marie Hiltensperger
¿

Ω

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Johann Georg Hiltensperger

* 21.2.1806 (Haldenwang, Lkr. Kempten/Schwaben)
† 13.6.1890 (München)
Historienmaler

Artistisches München im Jahre 1835 (1836)

Hiltensperger, Georg, geboren zu Haldenwang, einem Dorfe bei Kempten, im Oberdonaukreise im Jahre 1806. Die ersten Anfangsgründe im Zeichnen erlernte er bei Hrn. Zeichnungslehrer Weiß in Kempten. Im Jahre 1822 kam er nach München, um sein Studium fortzusetzen, unter der Leitung des Direktors v. Langer; nachdem Cornelius an dessen Stelle kam, erhielt er auch den Auftrag, eines von den Bildern im Hofgarten aus der Geschichte Bayerns (Albrecht der Fromme, wie er Böhmens Königskrone ausschlug) zu malen. Nach mehreren Andern bekam er auch den Auftrag von Sr. Majestät dem Könige Ludwig v. Bayern, nach Neapel zu reisen, um dort die antiken Malereien im dortigen Museo Borbonico, so wie auch in den Ausgrabungen von Pompeji zu studiren; nach einem Jahre kehrte er wieder zurück, und ist seitdem im neuen Königsbaue in München beschäftigt.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Mechaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode (13.12.1838)

Gallerie einiger in München lebender Künstler.
(Fortsetzung.)

Hiltensperger, Georg.

In dem großen Künstlerreigen, der in München von berühmten Choragen geführt, Gemüth und Phantasie ununterbrochen anregt und die Gegenwart verschönert, leuchtet auch Georg Hiltensperger, geboren zu Haldenwang im Jahre 1806, als ein ausgezeichnetes Talent. Die ersten Anfangsgründe im Zeichnen erlernte er bey dem Zeichnungslehrer Weiß in Kempten. Die raschen Fortschritte, die er machte, die Phantasie, die früh aus den ersten Entwürfen zu den Beschauenden sprach und die technische Fertigkeit in der Ausführung öffneten ihm bald die Hallen der Akademie in München, wo er als Zögling unter der Leitung des verdienstvollen von Langer seine Studien fortsetzte. Als Cornelius an dessen Stelle kam, erhielt er den Auftrag, eines von den historischen Bildern in den Arcaden des Hofgartens, »Albrecht den Frommen, die Krone Böhmens ablehnend,« zu malen. Er reiste im Auftrage Sr. Majestät des Königs nach Neapel, um dort die antiken Malereyen im Museo Borbonico, so wie auch in den Ausgrabungen Pompeji's zu studieren. Im neuen, südlichen Königsbau führte er mehrere treffliche enkaustische Gemälde aus. In den sechs prachtvollen Sälen des Erdgeschosses im neuen, nördlichen Königsbau, Gemächer und Gastzimmer eines fürstlichen Paares enthaltend, beschäftigt diesen Künstler die Ausführung von Gemälden aus der Odyssee nach der Composition Schwanthaler's.

(Werden fortgesetzt.)

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 149. Donnerstag, den 13. Dezember 1838.

Universal-Handbuch von München (1845)

Hiltensperger, Johann Georg,

geboren im Jahre 1806 zu Haldenwang bei Kempten, genoß den ersten Zeichnungsunterricht in dieser Stadt, besuchte dann die Akademie in München, reiste hierauf für einige Zeit nach Düsseldorf, und kam mit Cornelius wieder nach München. Eine seiner ersten Beschäftigungen in der Freskomalerei war in den Arkaden des Hofgartens: »Albrecht der Fromme schlägt die Krone Böhmens aus«. Kurz darauf ging er im Auftrage des Königs Ludwig nach Neapel und Pompeji, um dort die Antikenmalerei zu studiren. Bei seiner Rückkehr malte er nach Schwanthalers Entwürfen Komödien des Aristophanes im Königsbaue, sodann die beiden Gibelfelder des neuen Hof- und Nationaltheaters mit den Musen und Horen, und später die Fresken zur Odyssee nach Schwanthaler im Saalbaue der k. Residenz.

Universal-Handbuch von München. München, 1845.

Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Hiltensperger Johann Georg, 1806 (Haldenwang, Lkr. Kempten/Schwaben) – 1890, Historienmaler und Akademieprofessor; den ersten Zeichenunterricht erhielt H. in Kempten, 1820 trat er in die Münchner Kunstakademie als Schüler von Langers ein und arbeitete, nachdem er noch von Cornelius Schüler in Düsseldorf gewesen, an den Malereien in der Glyptothek und in der Loggia der Pinakothek nach dessen Skizzen; zwecks Dekorierung des Königsbaus schickte ihn Ludwig I. nach Pompeji; nach seiner Italienreise vollendete H. den Zyklus aus der Odyssee in acht Sälen dieses Baues, er erhielt auch den Auftrag zur Verzierung der Loggia in der Eremitage zu St. Petersburg (= Leningrad) mit Bildern aus der Geschichte der griechischen Malerei (84 Gemälde); seine Bilder sind historischen und religiösen Inhalts.

Hauptwerke: 14 Darstellungen aus der Passion Christi für eine katholische Kirche in Rotterdam; Bilder im Maximilianeum, Giebelfelder des Hoftheaters, Gruppe der Rossebändiger in der Loggia der Münchner Hauptpost; H. gilt als vorzüglicher Kolorist.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.



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