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Das Grab ist nicht erhalten
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† 13.10.1860 (München), 29 Jahre alt, Tod durch Unfall
Kondukteur
Nachschrift. Heute Abends nach 6 Uhr ereignete sich im hiesigen Staatsbahnhof der beklagenswerthe Unfall daß die zurückgehende Maschine eines von Starnberg kommenden Zuges mit einem Ergänzungsgüterzug ohne Personalbeförderung zusammenstieß. In Folge dessen wurden mehrere Güterwagen zertrümmert, wodurch der in einem derselben befindliche Conducteur v. Prielmayer sein Leben verlor. Außer einem ganz unbedeutend beschädigten Bremser erlitt sonst niemand eine Verletzung. Die Ursache dieses Unfalls ist noch nicht ermittelt.
Allgemeine Zeitung Nr. 237. Samstag, den 13. Oktober 1860.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern innigst geliebten Sohn und Bruder,
Karl Freiherrn von
Prielmayer,
gestern Abends, in Folge eines unglücklichen Ereignisses, im Alter von 29 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Indem wir unsern schmerzlichen Verlust allen Verwandten und Freunden zur Kenntniß bringen, bitten wir um stille Theilnahme.
München, den 13. Oktober 1860.
Karl Freiherr von Prielmayer,
k. pens. Revierförster, als Vater,
und im Namen der übrigen Geschwister.
Die Beerdigung findet am Montag den 15. Oktober Nachmittags 3½ Uhr, der Gottesdienst Freitag den 19. Oktober um 9 Uhr in St. Bonifaz statt.
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 288. Sonntag den 14. Oktober 1860.
München, 13. Okt. Wie noch in einem Theile der Auflage unseres heutigen Bl. mitgetheilt, ereignete sich gestern, Freitag Abends nach 6 Uhr in hiesigen Staats-Bahnhofe der Unfall, daß eine leer zurückgehende Maschine mit einem eben einfahrenden Ergänzungs-Güterzug ohne Personen zusammenstieß, in Folge dessen vier Güterwagen zertrümmert wurden und leider der in einem derselben sitzende Condukteur v. Prielmeier sein Leben verlor. Außer einem ganz unbedeutend beschädigten Bremser erlitt Niemand des beim Zuge befindlichen Fahrpersonales eine Verletzung.
Der verunglückte v Prielmeier begleitete gestern zum Erstenmale solchen Ergänzungs-Güterzug ohne Personenbeförderung und zwar auf sein Ansuchen, da ihn, als brustschwach, der Dienst bei den Personenfahrten zu sehr anstrenge. Sein Tod mußte augenblicklich erfolgt sein, eine Wagennachse hatte ihm den Rückgrath abgedrückt Seine Leiche konnte erst gegen halb 10 Uhr Abends aus den Trümmern gebracht werden. Der hiebei vorgekommene Schaden an Gütern reduzirt sich fast auf Null. Auf den beiden ersten der zertrümmerten Wagen war Gerste verladen, welche bis auf ein Loch in einem Sacke unverletzt blieb und auch die Güter auf den nächst beiden Wagen erlitten nur wenige, aber keine erheblichen Beschädigungen.
Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 288. Sonntag, den 14. Oktober 1860.