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JULIUS OLDACH
1804 1830
HISTORIENMALER
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* 17.2.1804 (Hamburg)
† 19.2.1830 (München)
Historienmaler und Schriftsteller
Beilage XII.
Biographische Nachrichten
über
Julius Oldach.
Julius Oldach, geboren zu Hamburg, erhielt seinen ersten Unterricht in der Historien-Malerei von dem Professor Suhr daselbst, und ging dann nach Dresden, wo er 2 Jahre lang nach den Meisterbildern der dortigen königl. Gallerie studirte. Nach einer hierauf nach Hamburg gemachten Reise, kam er nach München, und widmete sich mit Eifer und Liebe der Kunst, unterlag aber hier, kaum von einer zweiten Reise nach Hamburg zurück, wahrscheinlich durch den Einfluß des strengen Winters vom Jahre 1830 veranlaßt, einer Lungenentzündung, am 19. Februar 1830, etwa 26 Jahre alt, als er sich anschickte, eine Reise nach Italien zu machen, um dort in seiner Kunst sich immer mehr auszubilden.
Sorgfältig erzogen, verband er Fleiß mit Talent, Gründlichkeit der Kenntnisse mit Liebenswürdigkeit im Umgang. Neben dem ernsteren Studium der Historienmalerei, das er mit Eifer trieb, malte er Portraits mit ausgezeichnetem Erfolg und eine Composition aus den Nibelungen erwarb ihm die besondere Zufriedenheit des Hrn. Direktors von Cornelius, der ihn überhaupt hochschätzte.
Ein organischer Fehler verbreitete über sein ganzes Wesen eine Schwermuth, die sich in folgenden Strophen ausspricht, welche er unlängst vor seinem Tod dichtete, und die wir seinen Freunden und Bekannten nicht vorenthalten wollen:
Dich werden alle Menschenfreuden fliehen,
Dich spricht kein Wesen freundlich an!
Du gehst die wüste Felsenbahn
Wo Klippen droh’n, wo keine Blumen blühen,
Und immer matt der Sonne Strahlen glühen!
Die Liebe, die in allen Wesen klingt,
Des Erdenglückes schönste Freuden – Die Götter selbst dem Menschen neiden –
Durch die er sich zum höchsten Aether schwingt
Vermeßen mit dem Himmel ringt:
Die Liebe ist auf ewig dir versagt.
Ihr Thor ist hinter dir geschlossen,
Auf der Verzweiflung wilden Rossen
Wirst du durch’s Leben hingejagt.
Wo keine Freude dir zu folgen wagt,
Da sinkst du in die ew’ge Nacht zurück
Siehst tausend Elend auf dich zielen
In Schmach dein Daseyn nur zu fühlen.
Und erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich – das erste Glück.
Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1830. München, 1831.
Bestand und Wirken des Künstlervereins in München,
in den beiden letztverflossenen Jahren.
[...]
Im Jahre 1830 starb [...] Julius Oldach, ein hoffnungsvoller Jüngling aus Hamburg, der neben einem seltenen Eifer in der Kunst, der ihn nie zur geringsten Zufriedenheit mit seinem Thun kommen ließ, leider eine Schwermuth verbarg, die alle Blüthen an seinem, von Freude und Freunden umgebenen Leben, und dieses selbst brach am 19. Februar 1830; sein letztes Werk, das aber die kranke Stimmung und die zitternde Hand zeigte, ist die Heimkehr Hermann's mit Dorothea.
Kunst-Blatt No. 29. Dienstag, den 10. April 1832.
Oldach: Julius O., Historienmaler, geb. 1804 zu Hamburg, erhielt den ersten Unterricht in der Historienmalerei bei Professor Christoph Suhr daselbst, studirte gleichzeitig mit Julius Thäter und Ernst Rietschel auf der Akademie zu Dresden, ging dann nach München zu Cornelius, dessen besondere Zufriedenheit er durch eine Composition aus dem Nibelungenliede erwarb, erlag aber schon, eben im Begriff eine Reise nach Italien anzutreten, am 19. Februar 1830 zu München einer Lungenentzündung. O. malte neben streng historischen Stoffen auch Porträts, Thierstücke und Genrescenen; sein letztes Werk behandelte die Heimkehr von »Hermann und Dorothea«. Außer seiner Begabung zur bildenden Kunst besaß O. ein schönes Talent zur Poesie, womit er seine ganz an Nikolaus Lenau erinnernde Schwermuth in vollendeter Form zum Ausdruck brachte. Leider kamen seine Gedichte nicht zum Druck und scheinen verschollen.
Vgl. Kunstvereins-Bericht f. 1830, S. 43. – Nagler 1841, X, 333.
Hyac. Holland.
Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeine Deutsche Biographie. Leipzig, 1887.
Oldach, Julius, dieser Titel ist durch nachstehenden zu ersetzen: Maler, geb. 17. Febr. 1804 in Hamburg, † 19. Febr. 1830 in München. Schüler von Gerdt, Hardorff und Chr. Suhr in Hamburg, auch kurze Zeit an der Dresdener Akad. gebildet; thätig in seiner Vaterstadt, wo er mit spitzem Pinsel in überaus getreuer, wenn auch harter, unmalerischer Weise Bildnisse schuf. Seine Stärke ist in Miniaturen und ausgezeichneten Bleistiftbildnissen, die feines Formgefühl verrathen, zu suchen, sowie in einigen überraschend stilvollen Landschaftsfederzeichnungen. Das Meiste aus seinem künstlerischen Nachlass gelangte in die Hamburger Kunsthalle. Sein Leben von A. Lichtwark (Hamb. 1899).
Allgemeines Künstler-Lexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Frankfurt am Main, 1921.
Oldach Julius, 1804 (Hamburg) – 1830, Historienmaler; O. erhielt den ersten Unterricht in der Historienmalerei bei Christoph Suhr in seiner Heimatstadt, studierte gleichzeitig mit J. C. Thäter und E. Rietschel auf der Dresdner Akademie und ging dann nach München zu P. von Cornelius, dess besondere Zufriedenheit er durch die Komposition aus dem Nibelungenlied erwarb, erlag aber schon, eben im Begriff eine Reise nach Italien anzutreten, 26jährig einer Lungenentzündung in München; O. malte neben streng historischen Stoffen auch Porträts, Tierstücke und Genreszenen; sein letztes Werk: Heimkehr von Hermann und Dorothea; die meisten Werke befinden sich in der Hamburger Kunsthalle; außer seiner malerischen besaß er auch eine dichterische Begabung, womit er seine ganz an N. Lenau erinnernde Schwermut in vollendeter Form zum Ausdruck brachte; leider sind Os. Gedichte, da nicht gedruckt, verschollen.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.