Ω
FAMILIE HOLZAPFEL
Linke Spalte
Hier ruhen
Herr
Josef Holzapfel
k. p. Revierjäger,
geb. 15. Nov. 1798, gest. 1. Aug. 1870
dessen Gattin
Frau
Fanny Holzapfel
geb. 3. Dez. 1812, gest. 9. Okt. 1892.
Dem Gedenken
des Herrn
Ludwig Holzapfel
Kriegsfreiw. Unteroffiz. im 44.
Res. Feld Art. Rgt. Ritter d. Eis. Kr.
gef. 27. Sept. 1917, im 20. Lebensjahre.
Er ruht im Ehrenfriedhofe
Vieville bei Verdun,
dessen u. unser unvergesslicher
Vater, Grossvater
mein innigstgeliebter u. treubesorgter
Gatte
Herr Jakob Holzapfel
Landwirt
geb. 24. Juli 1869, gest. 22. März 1927.
Rechte Spalte
in Gott:
Herr
Josef Holzapfel
Realitätenbesitzer,
geb. 1. Dez. 1831, gest. 6. April 1886.
dessen Gattin
unsere liebe, gute Mutter
Frau
Regina Holzapfel
geb. 24. Febr. 1838, gest. 4. Jan. 1901.
Deren Sohn unser inniggeliebter
Bruder, Gatte u. Vater
Herr Dr. med.
Franz Holzapfel
Stabsarzt u. Bataillonsarzt
i. b. 13. Inf.-Reg. Ritter hoher Orden
geb. 18. März 1881, gest. 20. März 1919
als Opfer der Revolution.
Dessen Gattin, unsere gute Mutter
Frau
Anna Holzapfel
Stabsarztenswitwe
geb. 2. Aug. 1880, gest. 24. Dez. 1924.
Ω
Holzapfel, Anna (vw); 2.8.1880 – 24.12.1924
Holzapfel, Fanny (vw); 3.12.1812 – 9.10.1892; Revierjägers-Witwe
Holzapfel, Franz, Dr. med.; 18.3.1881 – 20.3.1919 (München), Im Streit vom Führer der 2. Abteilung der republikanischen Schutztruppe, Wagner, erschossen; Bataillonsarzt und Stabsarzt
Holzapfel, Jakob; 24.7.1869 – 22.3.1927; Landwirt
Holzapfel, Johann Nepomuk; 1770 (München-Sendling) – 22.3.1849 (München); Pädagoge
Holzapfel, Josef; 1.12.1831 – 6.4.1886
Holzapfel, Josef; 15.11.1798 – 1.8.1870 (München); Revierjäger
Holzapfel, Regina (vw); 24.2.1838 – 4.1.1901
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* 18.3.1881
† 20.3.1919 (München), Im Streit vom Führer der 2. Abteilung der republikanischen Schutztruppe, Wagner, erschossen
Bataillonsarzt und Stabsarzt
Münchener Neuigkeiten.
Im Streit erschossen. In einer Pension an der Schillerstraße setzten einige Herren, darunter der Führer der 2. Abteilung der republikanischen Schutztruppe Wagner und ein Stabsarzt Dr. Holzapfel ein in einer andern Wirtschaft begonnenes Weingelage nach Eintritt der Polizeistunde fort. Infolge eines politischen Gesprächs gerieten die beiden in einen heftigen Wortwechsel, in dessen Verlauf Wagner den Stabsarzt niederschoß. Wagner wurde verhaftet.
Rosenheimer Anzeiger Nummer 67. Samstag, den 22. März 1919.
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* 1770 (München-Sendling)
† 22.3.1849 (München)
Pädagoge
24. Johann Nepomuk Holzapfel, Volksschullehrer, geboren zu München, Landsbergerstraße Nr. 12, im Jahre 1779 als der Sohn eines kurfürstlichen Revierjägers. Er bildete sich für das Lehrfach aus und fand seine erste Anstellung an der von der Studiendirektion errichteten Armenschule, welche bis zum Jahre 1858 im Waisenhause an der Findlingstraße ihre Wirksamkeit entfaltete. Später kam Holzapfel an die damalige Domschule, im Jahre 1833 an die kgl. Kreisgewerbeschule, wo er bis 1841 verblieb. In den letzten Jahren seines Lebens war er als Lehrer an der im Jahre 1822 gegründeten städtischen höheren Bürger- und Töchterschule thätig. Am 22. März 1849 starb dieser pflichteifrige Mann in München im Hause Nr. 6/I an der Hofstatt. Sein Grab befindet sich im südlichen Friedhofe Sektion 18, Reihe 13, Grabplatz 1.
Er machte sich durch Herausgabe verschiedener Unterrichtsbücher, besonders für Rechnen, um das Münchener Schulwesen sehr verdient. Der Stadtmagistrat beschloß, seine Büste, modelliert von dem Bildhauer Peter Schöpf, hier in einer Nische aufzustellen und ihm durch die Bezeichnung einer Straße mit seinem Namen ein dauerndes Andenken zu wahren.
C. Reber: Die »Ruhmeshalle« unter den Arkaden des südlichen (älteren) Friedhofes in München. Das Bayerland. Illustrierte Wochenschrift für bayerische Geschichte und Landeskunde. 9. Jahrgang. Heft Nr. 32. München, 1898.
Holzapfel Johann Nepomuk, 1770 (München-Sendling ) – 1849, Pädagoge und Lehrer an der Kreisgewerbeschule; er wirkte anfangs an der damaligen Waisenhausschule, später an der Dom- und zuletzt (1833–1841) an der Kreisgewerbeschule in München; durch Herausgabe verschiedener Unterrichtsbücher, besonders für Rechnen, machte sich H. um das damalige Schulwesen in München verdient; er begründete mit F. X. Kefer die Münchner Handwerkerfeiertagsschule.
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.