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19 – 3 – 28 (Löffelholz · Ott · Ottmann)

Ω

Hier ruhen
Herr Karl Friedrich Ottmann
k. Landkommissär in Speier, Landtg. Abg.
geb. den 30. April 1818, gest. den 4. Nov. 1861.
Sein Sohn Casimir Ottmann, stud. arch.
geb. den 15. März 1848. gest. den 24. März 1868.

Rudolf Freiherr Loeffelholz v. Colberg
Rat a. D. des k. Verw. Ger. Hofes
geb. den 25. Dez. 1840, gest. den 22. Nov. 1902.

Frau Marie Ott, geb. Ottmann,
Generalmajorsgattin.
geb. den 2. Aug. 1839, gest. den 15. Sept. 1914

Sockel

Berta Freifrau Loeffelholz v. Colberg
geb. Ottmann
geb. den 2. März 1851. gest. den 21. Okt. 1933.

Rechte Seite

Seine Exzellenz
Herr Franz Ott
k. b. Generalleutnant
geb. den 8. Juni 1847
gest. den 24. Juni 1921

Ω

»Vorgestern starb hier, muthmaßlich in Folge einer unlängst in einem Säbelduell erhaltenen Kopfwunde, der 20 Jahre alte Polytechniker Casimir Ottmann aus Speyer; die eingeleitete Untersuchung wird wohl die näheren Umstände des bedauernswerthen Vorkommnisses zu Tage bringen.«

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Kasimir Ottmann

* 15.3.1848
† 24.3.1868 (München), Opfer eines Duells
Student

Pfälzer Zeitung (24.3.1868)

Todes-Anzeige.

Heute früh 9 Uhr verschied in München

Herr Casimir Ottmann,
Eleve der polytechnischen Schule,
nach kaum vollendetem 20. Lebensjahre.

Indem wir Freunden und Bekannten auf diesem wege diese traurige Nachricht bringen, bitten wir um stille Theilnahme in unserm herben Schmerze.

Speyer, den 24. März 1868.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Pfälzer Zeitung Nro. 71. Speyer; Dienstag, den 24. März 1868.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik (25.3.1868)

Theilnehmenden Freunden zeige ich an, daß mein geliebter Sohn

Casimir Ottmann

soeben 9 Uhr in ein glücklicheres Jenseits entschlafen ist.

München, den 24. März 1868.

Die tiefbetrübte Mutter.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 85. Mittwoch, den 25. März 1868.

Der Bayerische Landbote (1.9.1868)

Lokales.

Oeffentliche Bezirksgerichtssitzung

Den Gegenstand der Verhandlung bildete das stattgehabte Duell zwischen den polytechnischen Schülern Joseph Pflieger 16½ Jahre alt, Bräubeamtenssohn von München und dem Landkommissärssohn Casimir Ottmann, 20 Jahre alt, aus Speyer, welches Letzterem leider das Leben kostete. Der Sachverhalt, wie ihn die öffentliche Sitzung ergab, ist folgender: Pflieger und Ottmann befanden sich beide seit Herbst vorigen Jahres auf der polytechnischen Schule in München und kontrahirten nach studentischer Sitte gegen Ende vorigen Jahres in der Weise, daß Pflieger den Ottmann einen dummen Jungen nannte und Ottmann dagegen den Pflieger eine Forderung auf einen Gang Schläger ohne Mütze zuschickte. Das Duell fand regelrecht in Gegenwart von vielen Zuschauern statt und kamen beiderseits Verwundungen vor, und wurde auch der Gang vollständig ausgehalten. Ottmann erhielt hiebei 3 Kopfverletzungen und war bei zwei derselben die Beinhaut von dem Schädelknochen beiläufig erbsengroß abgelöst. Ottmann, welcher sich bis zum 16. März 9 Tage nach dem Duell, den ärztlichen Anordnungen fügte, fing jedoch an, im weitern Verlauf der Zeit den ärztlichen Rath bei Seite zu setzen, sah gegen die Vorschrift des Arztes zum Fenster hinaus, studirte und ging sogar noch am 16. März unter Tags und Abends auf die Kneipe. Schon am Abend des nächsten Tages stellte sich Schüttelfrost und Fieber ein, die Wunde und deren Umgebung verschlechterten sich und hatten auch schon am 24. März den Tod zur Folge. Nach ärztlichem Gutachten ist nun als Ursache des Todes Gehirnhautentzündung und Pyämie festgestellt, welche beide Krankheiten für sich schon den Tod verursachen und ist zwar die Möglichkeit zugegeben, daß die Krankheit schon durch die Verwundung selbst herbeigeführt wurde, jedoch erschien es unwahrscheinlich, daß dieselbe zum Tod geführt hätte, wenn nicht der Verwundete durch sein eigenes Verfahren gegen den Willen des arztes sein Leben auf so grobe Weise der Gefahr ausgesetzt haben würde. Unter diesen Umständen ersah das Bezirksgericht hierin nur ein Vergehen des vollzogenen Zweikampfes und sprach gegen Pflieger eine 21tägige auf einer Festung zu erstehende Gefängnißstrafe aus. Bemerkenswerth erscheint hiebei, daß Pflieger zu der Zeit, als die Forderung zum Duell – nemlich Ende vorigen Jahres – an ihn gelangte, erst 15 Jahre 10 Monate alt war, hätte das Duell sofort oder noch vor dem erreichten 16. Lebensjahre stattgefunden, so wäre nur eine Uebertretung des Zweikampfes vorgelegen. Die Verzögerung im Duell hatte ihren Grund darin, daß Pflieger ein Linkschläger ist und Ottmann sich deßhab längere Zeit für diesen Zweikampf einübte.

Der Bayerische Landbote No. 245. München; Dienstag, den 1. September 1868.



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