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21 – 1 – 6 (Düfflipp)

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Die Grabinschrift ist nicht erhalten

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Barbara Düfflipp (vh)

Jakob (gb)

† 23.2.1855 (München), 38 Jahre alt
Lohnkutschers-Tochter / Zahlmeisters-Gattin

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik (25.2.1855)

Todes-Anzeige.

Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Rathschlusse gefallen, das größte Leid, das mein Herz treffen konnte, ganz unerwartet über mich zu verhängen, indem er in seiner Allmacht meine gute, wahrhaft innig von mir geliebte Gattin:

Frau Barbara Düfflipp,
geborne Jakob aus Würzburg,

nach einer kurzen, aber überaus glücklichen Ehe und nach 14tägigem hartem Krankenlager, gestern Abends halb 9 Uhr, unerbittlich meinen Armen entriß und in das bessere Jenseits versetzte.

Versehen mit allen Tröstungen der heil. Religion war ihr Scheiden sanft und ruhig; es war das Hinüberschlummern eines Engels, den der Herr in in seine Heimath zurückrief.

Diese traurige Kunde hiemit veröffentlichend, bitte ich um freundliches Andenken für die Verblichene und für mich schwergeprüften Gatten um stille Theilnahme.

München, den 24. Februar 1855.

Lorenz Düfflipp,
Zahlmeister der k. Hof- und Kabinets-Kasse,
zugleich Namens der sämmtlichen Verwandten.

Beerdigung: Am Montag den 26. Febr. Nachmittags 3 Uhr vom Leichenhause aus.
Trauergottesdienst: Am Dienstag den 27. Febr. Vormittags 10 Uhr in der Ludwigspfarrkirche.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 56. Sonntag, den 25. Februar 1855.

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Lorenz von Düfflipp

* 21.8.1821
† 9.5.1886 (München)
Hofrat und Hofsekretär

Allgemeine Zeitung (11.5.1886)

Verschiedenes.

(Todesfälle.) Wie uns mitgetheilt wird, ist der frühere Hofsecretär Sr. Maj. des Königs, Lorenz v. Düfflipp, am 9. d. in einem Alter von 66 Jahren hier gestorben. Derselbe, geboren in der Pfalz als der Sohn eines Feldwebels, trat freiwillig als Tambour in die Armee ein, wurde sodann im Jahre 1852 als Unterquartiermeister Hofofficiant bei der k. Cabinetscasse. 1854 wurde er zum Zahlmeister, 1858 zum Controleur und 1862 zum Cassier bei der genannten Casse befördert. 1864 ernannte I. M. die Königin-Mutter Düfflipp zu ihrem Secretär. Zwei Jahre später wurde derselbe als zweiter Hofsecretär wieder an die Cabinetscasse berufen, deren Leitung er nach der Ruhestandsversetzung v. Hofmanns übernahm und bis zum 17. October 1877 führte. v. Düfflipp war zweimal verheirathet: in erster Ehe mit der Lohnkutscherstochter Barbara Jacob, in zweiter Ehe mit der Gallerieaufsehers- und Kunstmalerstochter Josepha Schierl. Vor einigen Jahren traf ihn der schwere Schlag, auch seine zweite Frau durch den Tod zu verlieren. Auch einer der aus zweiter Ehe entsprossenen drei Töchtern mußte der Vater in das frühe Grab sehen. In die Zeit, während welcher er das Hofsecretariat führte, fällt der Bau des prunkvollen Schlosses Linderhof, der Beginn des Baues der großartigen Burg »Schwanstein« bei Hohenschwangau und ein wesentlicher Theil der Ausführung dieses Baues, dann der Ankauf der Insel Herrenchiemsee und die Entwerfung der Pläne zu dem dortigen Prachtbau. Die Verdienste v. Düfflipps wurden von seinem königlichen Herrn durch wiederholte Ordensauszeichnungen, durch Verleihung des Titels und Ranges eines kgl. Hofrathes und durch Gewährung einer lebenslänglichen Dienstwohnung im Wittelsbacher Palais anerkannt. Auch viele auswärtige Orden schmückten die Brust des Verstorbenen.

Allgemeine Zeitung Nr. 130. München; Dienstag, den 11. Mai 1886.

Allgemeine Zeitung (12.11.1904)

Vom Weihnachtstisch.
I.

Eine sehr einfache Sammlung von Gedichten, Liedern und Festspielen für Weihnachten und Neujahr, aber ohne Melodien und Opernspektakel, hat August Thiemann als »Weihnachten im Dichtermund« (Düsseldorf bei C. Schaffnit) zusammengestellt. Manch' frühere oder weniger bekannte Namen werden dadurch in Erinnerung gebracht, darunter auch Lorenz v. Düfflipp († 9. Mai 1886, seinerzeit Hofsekretär König Ludwigs II.), der vielfach als Lyriker sich hervorwagte und auch zwei Operntexte »Clölia« und die »Rose von Irun", letztere komponiert von Fr. M. Prestele, verfaßte. Weit über anderthalb Hundert von wirklich am Parnaß wohlberechtigten Insassen, Ehrenmitgliedern oder Aufundzugängern, allerlei Einsiedler aus dem deutschen Dichterwalde, darunter auch viele Damen und schönschriftstellerische Versuchskünstlerinnen und Dilettanten erscheinen in diesem Gastrollen-Zyklus.

Allgemeine Zeitung Nummer 250. München; Samstag, den 12. November 1904.



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