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23 – 2 – 15 (Strähuber)

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PROFESSOR
ALEXANDER
STRÄHUBER
HISTORIENMALER
1814 – 1882

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Alexander Strähuber

* 28.2.1814 (Mondsee/Österreich)
† 1.1.1882 (München)
Akademieprofessor, Historienmaler und Illustrator

Allgemeine Zeitung (16.2.1883)

Nekrologe Münchener Künstler.
(S. Beilage Nr. 326 der »Allg. Ztg.« 1882)

XXVIII. Alexander Strähuber.

Am 28 Februar 1814 wurde zu Mondsee im Salzkammergut dem Stallmeister des kurz vorher zum Fürsten designirten Feldmarschall v. Wrede ein Sohn geboren, welcher zu Ehren des russischen Kaisers den Namen Alexander erhielt. Das Kind kam mit den Eltern nach dem schwäbischen Ellwangen und mit sieben Jahren nach München, wo der junge, nach dem Wunsche der Eltern zum geistlichen Stande bestimmte Studiosus bis zur zweiten Gymnasialclasse auf dem Wege der Wissenschaft aushielt, aber dann unaufhaltsam der Kunst zusteuerte. Bei Mitterer und J. A. Rhomberg wurde Strähuber an der polytechnischen Schule zum Eintritt in die Akademie vorbereitet. Frühzeitig auf eigenen Erwerb bedacht, zeichnete er für die Formscheider Thomas und Heinrich Neuer, welche damals ganz allein die Xylographie zu München ausübten, allerlei Vignetten für Zeitungsbedarf und Bücherschmuck, lithographirte und copirte – Alles mit einer beispiellosen Liebe und Gewissenhaftigkeit, immer nur seine Arbeit und nie den etwaigen, meist geringen Lohn vor Augen. Im Jahre 1829 erhielt Strähuber die Aufnahme in die Akademie, übte sich unter Heinrich Heß und Clemens Zimmermann im Antiken-Saal und endlich bei dem ihm so vielfach verwandten Julius Schnorr v. Karolsfeld, wo Strähuber seinen Formensinn und sein Componirtalent herrlich entfaltete. Mit der innigsten Begeisterung hing er an diesem Meister, welcher ihn bald zu seinen besten Gehülfen rechnete.

Strähuber versuchte sich mit gleichem Geschick vielfach in antiken, religiösen und mittelalterlich-historischen Stoffen. Zu den ersteren gehört z. B. ein von ihm (am 13 Januar 1836) auf Stein gezeichnetes Blatt: »Nessus entführt die Dejanira und wird von Herakles getödtet.« Für ein von Pustet in Regensburg herausgegebenes Erbauungsbuch zeichnete Strähuber biblische Scenen, aus dem alten und neuen Testament, welche in Form und Auffassung als die Vorläufer der späteren »Bilder-Bibel« Beachtung verdienen. Auch zu dem von Guido Görres und Franz Pocci herausgegebenen »Festkalender« (1834 ff.) lieferte Strähuber viele Compositionen (z. B. das Blatt beim Ableben des Kaisers Franz), und Umzeichnungen nach Bildern von Kaulbach, Führich, Ed. Steinle u. A. Die deutsche Heldensage begeisterte ihn zu verschiedenen Entwürfen, zu »Wieland der Schmied,« wie »Dietrich von Bern den Riesen Ecke erschlägt« u. s. w. Aus der Geschichte übertrug ihm Schnorr zwei Bilder: »Karl, als elfjähriges Kind, tritt dem Papst Stephan II entgegen, der bei Pipin Hülfe gegen die Langobarden sucht«, und »König Karl verwirft die Anträge des Langobardenkönigs Desiderius und erklärt sich für den Papst,« welche im Saalbau der Residenz von Echter und Palme gemalt wurde. Für die große, 1840–43 von der Cotta'schen Buchhandlung veranstaltete Prachtausgabe des Nibelungen-Liedes (Der Nibelungen Noth, illustrirt mit Holzschnitten (ausgeführt von K. Braun, Joh. Rehle u. A., in der von Kaspar Braun und Dessauer begründeten xylographischen Anstalt nach Zeichnungen von Julius Schnorr v. Karolsfeld und Eugen Neureuther. Bearbeitung des Textes von G. Pfizer. Stuttgart 1843. – Neue Auflage 1867 mit Text von Karl Simrock.) zeichnete Strähuber, ohne daß dabei sein Name genannt wurde, die Mehrzahl der Holzstöcke, und zwar nach den von Schnorr im Erdgeschoß der k. Residenz gemalten Fresken.

Zu Strähubers originellen Schöpfungen gehören u. a. ein »Aufnahmsdiplom des Künstler-Vereins in Triest« umgeben von fünf figürlichen Darstellungen (lithographirt bei Zacher, 1840); eine auf Pergament mit der Feder und in Farben ausgeführte Zeichnung, welche dem Kronprinzen Maximilian aus Anlaß seiner Vermählung von dem Gesangvereine der Münchener Künstler 1842 überreicht wurde; ein »Schutzengel« für England (»The Guardian Angel,« lithographirt von Melcher). Außerdem illustrirte Strähuber Luthers »deutsche Lieder« (Luthers deutsche geistliche Lieder, nebst den während seines Lebens dazu gebräuchlichen Singweisen und einigen mehrstimmigen Tonsätzen über dieselben von Meistern des 16. Jahrhunderts. Herausgegeben als Festschrift für die vierte Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst von C. v. Winterfeld. Mit eingedruckten Holzschnitten nach Zeichnungen von A. Strähuber. Mit 1 Facsimile. Leipzig 1840 bei Breitkopf und Härtel. 4°. Preis 5 Thlr., Prachtausgabe 10 Thlr. Eine ausführliche Besprechung brachte das »Stuttgarter Kunstblatt« Nr. 67 vom 24 August 1841.) und die von Wenzel Alois Swoboda veranstaltete deutsche (und slavische) Uebersetzung von Thomas a Kempis' »Nachfolge Christi« (Prag 1843). Ebenso ist ein von Bischof Valentin veranstaltetes »Missale« (Regensburg bei Pustet 1851; 1852 und 1856 in neuen Auflagen) mit den Arabesken und Initialen dieses Künstlers ausgestattet. In allen diesen Arbeiten bewährte sich sein feines Gefühl für Anmuth, Grazie und Schönheit in überraschender Weise.

Einen neuen Aufschwung nahm Strähuber mit seinen Zeichnungen zur Bibel. Die Idee zu einer »Bilder-Bibel« hatte zuerst der Historiker Joh. Fr. Böhmer schon während seines Aufenthaltes zu Rom im Jahre 1819 angeregt; Passavant, Schnorr, S. Amsler und Karl Barth verabredeten den Plan; Schnorr sollte die ersten Zeichnungen liefern, Amsler und Barth die ersten Stiche ausführen, wozu Böhmer als ersten Zuschuß hundert Scudi steuerte. (Vgl. Janssen: Böhmer. 1869. S. 59.) Das Project scheiterte daran, weil der »vornehme« Kupferstich für ein populäres Unternehmen zu kostbar schien. Später dachte man an die billigere Lithographie, welche indessen nur eine geringe Vervielfältigung erlaubte. Endlich kam Schnorrs langgehegten Wünschen die Cotta'sche Verlagsbuchhandlung entgegen, wobei der durch seine Fresken in der königlichen Residenz schon mehr als billig in Anspruch genommene Meister seine besten Schüler und Gehülfen als Mitarbeiter und die durch Kaspar Brauns Atelier neu aufblühende Holzschneidekunst in Vorschlag brachte. So trat nun nach längeren, wohlgeplanten Vorarbeiten, lieferungsweise in der Zeit von 1847 bis 1850, dieses treffliche Werk ins Leben, wozu außer Schnorr und dessen Schülern Gustav Jäger, Fr. Schubert, Alex. Strähuber, L. Völlinger und dem damals in München anwesenden Alfred Rethel, noch E. Bendemann, J. Fischer, Overbeck, Veit, Ludwig Richter, E. Steinle und C. F. v. Stralendorf eingeladen wurden und sämmtliche Beiträge lieferten. (Die Bibel und die heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach Dr. Martin Luther. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen der ersten Künstler Deutschlands. Stuttgart 1850 bei J. G. Cotta. (Vgl. Kunstblatt. Stuttgart 1848 Nr. 26 und 27.) In dritter Auslage Leipzig 1875 bei F. A. Brockhaus. Mit Allioli's Uebersetzung erschien dasselbe Werk in Landshut bei Vogel und in der liter.-artist. Anstalt der Cotta'schen Buchhandlung in München 1851; in neuer Ausgabe in Regensburg und New-York 1866 bei Fr. Pustet. Ein genauer Vergleich der Bilder ergibt indessen allerlei Differenzen, welche hier nicht in Betracht kommen, obwohl sie auch einige Compositionen Strähubers betreffen. – Fünfzig Holzstöcke daraus wurden neuestens in Römhelds »Biblischer Geschichte für Volksschulen« (Leipzig 1882 bei Velhagen und Klasing) abgedruckt.) Strähuber überflügelte bald die anderen Schüler Schnorrs; seinem Lehrer und Meister, welchem er immerdar mit der innigsten Verehrung und Dankbarkeit zugethan blieb, war er in Fülle und Beweglichkeit der Phantasie wohl ebenbürtig, übertraf ihn aber in der reinen Strenge und Schönheit der Zeichnung, so wie im Adel der Darstellung. Wenige neuere Künstler haben bestimmtere Contouren gezeichnet als unser Strähuber, oder denselben im wohlklingenden Fluß und Rhythmus der Linien erreicht. In der plastischen Kürze des Ausdrucks oder bündigen Gedrungenheit der Darstellung, in der weisen Benützung des Raumes und glücklichen Anordnung bewies Strähuber eine große Gewandtheit, Frische und Schwung. Er hatte den Geist der altdeutschen Holzschnitte tief studiert und erfaßt, voraus Dürer und Heinrich Goltzius und den daraus gezogenen Gewinn mit dem eigenen, oft ganz italischem Schönheitsgefühl erwärmt und belebt. Man betrachte z. B. nur die Blätter wie Isaak seine Braut erblickt, Jakobs Kampf mit dem Engel, die Kundschafter aus Kanaan, Josua's Boten bei der Rahad in Jericho, Josue's Sieg über die Amoriter, Gideons Opfer, Jephtha's unbesonnenes Gelübde, Davids Salbung, David und Jonathan (bezeichnet mit der Jahrzahl 1846), David und der Pestengel, Salomons weises Urtheil, die beiden Bilder zum Psalter und die Vignetten zum Neuen Testament, meist von Rupprecht, Kreuzer (Franz Kreuzer (gest. 25 Jan. 1872). Vergl. Beil. 35 »Allg. Ztg.« vom 4 Febr.1872.) und Blanz (Joseph Blanz (gest. 28 Febr. 1881). Vergl. Beil. 148 »Allg. Ztg.« vom 28 Mai 1881.) mit tiefem Verständniß meisterlich geschnitten. Das Maß der Bildstöcke ist größtentheils nur 11 Cent. Höhe und 14 Cent. Breite (doch kommen auch mehrere mit 13,70 Cent. Breite und 15,50 Cent. Höhe vor). Aber welch' durchgebildete Compositionen, viele mit dem herrlichsten landschaftlichen Hintergrunde! Diese nur beispielsweise genannten Compositionen sind, gleich den übrigen, ganz vollendete, durchgearbeitete Bilder. Nicht das Format, sondern der Gehalt entscheidet. Zählen wir richtig (nach der Ausgabe von 1850) so gab Strähuber 37 Zeichnungen und das Titelblatt zum Alten Testament. Geringer ist sein Antheil am Neuen; hier sind außer den vier Evangelisten nur wenige Bilder von seiner Hand, aber sämmtliche Vignetten und die geistvollen Copien nach E. Steinle.

Damit stand Strähuber auf der Höhe seines Ruhmes. Aber dieser gute Name war theuer erkauft. Der Künstler that sich nie genug; er legte an seine Arbeiten die strengste Kritik. Sobald ihm eine langsam gereifte Composition nicht mehr gefiel, warf er, anstatt etwaiger Aenderungen, das ganze Blatt in den Ofen und begann mit ungeschwächter Ausdauer eine neue, welche nur zu bald dasselbe Schicksal theilte, und so fuhr er unerbittlich fort, bis er zuletzt, nach vielen verdorbenen Tagen und Wochen, vielleicht zum ersten Project zurückkehrte. Zahllose Arbeiten zerstörte der Uebereiferige mit dieser unfruchtbaren Methode. Ein Anderer hätte mit jenen durch den Kamin gepusteten Entwürfen Schätze und Reichthümer gesammelt – auf Strähuber übte das Geld keinen Reiz. Um keinen Preis der Welt hätte er ein, seiner Meinung nach, unvollendetes oder unwürdiges Blatt aus der Hand gegeben! Dieses Nie-Fertigwerden, ewige Verbessern und immer wieder Beginnen wurde zu einer wahren Plage, Pein und Krankheit, welche ihm großen Schaden zufügte. Nicht selten verloren die Auftraggeber die Geduld, nahmen die schönsten, neidenswerthesten Bestellungen zurück, an welche der scrupulöse Mann die kostbarste Zeit, Mühe und Kraft gesetzt und verschwendet hatte, und das in einer Zeit, wo Strähuber keine Stelle bekleidete und verheirathet und mit munteren Knaben gesegnet, einzig auf den Ertrag seines Pinsels angewiesen war. Zu den wunderlichen Eigenthümlichkeiten dieses Künstlers gehörte auch die Gewohnheit, alle seine Kompositionen statt mit dem Stifte, lieber mittelst des Pinsels auf das Holz zu übertragen, wobei er durch lange Uebung in Führung desselben die größte Sicherheit erreicht hatte. Aber auch hier wusch er immer wieder aus und bereitete sich und Anderen böse Tage. Ein solches Schmerzenskind war das Blatt, wie Leopold der Schyre im Heldenkampfe gegen die Ungarn 907 sein Leben verliert (In dem von M. Echter, Ph. Foltz, G. Hiltensperger, Andreas Müller, Karl Piloty und M. v. Schwind gezeichneten Cyclus: »Zwölf Bilder aus dem Leben bayerischer Fürsten«, München in Holzschnitt bei Braun und Schneider (1852).), welches dem nimmersatten Verbesserer geradezu mit Gewalt aus den Händen genommen werden mußte. Aehnlich erging es mit der Copie von Kaulbachs »Hunnenschlacht,« welche Strähuber im Winter 1854 auf 1855 in Berlin nach dem daselbst im Besitze des Grafen Raczynski befindlichen Original für den Kupferstich zeichnete. (Gestochen von Louis Jacoby; photographirt von Fr. Bruckmann.) Aus den dazu bestimmten Wochen wurden Monate bis Strähuber mit dieser Arbeit zu Ende kam; er hat diese wirklich unvergleichliche Schöpfung freilich mit dem innigsten Verständnis wiedergegeben. Diese selbsuchtlose Treue schätzte Kaulbach hoch und übertrug dem Erprobten und Bewährten die Ausführung seines »Reformation-«Bildes, ebenso der »Schlacht von Salamis« und des »Nero,« das heißt: Strähuber zeichnete nach den kleinen Skizzen Kaulbachs für diese genannten Bilder den Contour im Großen auf die gewaltigen Cartons. Es mag ihm oft schwer genug geworden sein, mit völligem Verzicht auf eigene Erfindung, solche Handreichung zu thun; aber auch diese Leistungen vollführte Strähuber mit der ihm eigenen unverbrüchlichen Gewissenhaftigkeit, welche Kaulbachs vollste Befriedigung errang.

Nach seinen eigenen Compositionen zeichnete Strähuber viele Cartons, insbesondere im Auftrage Ainmüllers zu den in dessen Anstalt ausgeführten Glasgemälden für den Regensburger und den Kölner Dom; für Glasgow die Bekehrung des Paulus (nach Schnorrs Skizze) 1867 und eine Kreuzigung für St. Paul in London 1868; ersteres eine Stiftung des Sir Thomas Brown, letzteres eine solche der Londoner Tuchmacher-Innung. Strähubers letzte, leider unvollendete Arbeit war ein »St. Georg« mit einem riesigen Gottvater und einem meisterlich in einen Vierpaß componirten Engel.

Unter den weiteren Arbeiten Strähubers seien noch erwähnt die Holzstockzeichnungen zum sogenannten Hermann-Kalenders (Auf Veranlassung und mit besonderer Unterstützung Sr. k. Hoh. des Kronprinzen von Bayern, herausgegeben von Hofrath Dr. F. B. W. Hermann. Für den Jahrgang 1842 zeichnete Strähuber (nach einer von Schnorr 1840 entworfenen Composition) wie Otto von Wittelsbach Mailand bestürmt (S. 43); für 1843 die eigenen Compositionen: die Initialen (geschnitten von Ruepprecht) zu den »Sprüchen von G. F. D(aumer)« S. 54 und 66 und die beiden Bilder zu Ludwig Aurbachers Erzählung »Die Herren von Neunhofen« (geschnitten von Kreuzer) und zur Parabel »Der Wolf und die Armbrust« (geschnitten von Ruepprecht).) 1842 und 1843; die Beiträge zum »Buch für fromme Kinder,« (Das Buch für fromme Kinder in Bildern und Liedern. Zweite von G. Scherer bearbeitete Auflage. München (ohne Jahr) bei Braun und Schneider.) zu Tr. Löschke's »Himmelsblümchen;« (Joh. Traugott Löschke: Himmelsblümchen. München 1848, bei Kaiser.) für G. Scherers »Alte und Neue Kinderlieder« radirte Strähuber einige Blätter, welche in der vierten Auflage nicht besonders glücklich durch fremde Hand in Holzschnitt übersetzt wurden; ebenso enthalten Scherers »Volkslieder« vier Zeichnungen von Strähuber, welcher auch das schöne von H. Merz gestochene Titelblatt zu J. A. Meßmer: »Das heilige Land« (München 1860) componirte, und vieles Andere, was der fleißige Wurzbach im 39. Bande seines Lexikons (1879, S. 210–17) verzeichnet.

Strähubers äußere Lebensereignisse sind sehr einfach: 1853 wurde er Ehrenmitglied, 1862 Corrector in der Antikenclasse, 1865 Professor der Akademie, wo er sich als ausgezeichneter, von seinen zahlreichen Schülern immerdar hochverehrter Lehrer bewies, für welche Thätigkeit er 1879 durch Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse vom Verdienstorden vom heil. Michael ausgezeichnet wurde. Mit unermüdlichem Eifer seinen Berufspflichten obliegend und in der ihm kurz zugemessenen Freizeit unausgesetzt künstlerisch thätig, erlahmte schließlich seine Kraft; sein Leben erlosch in den Morgenstunden des Sylvestertages 1882. Rein und lauter wie seine ideale Kunst, war auch sein edler, männlicher und durchweg ehrenhafter Charakter.

Allgemeine Zeitung Nr. 47. München; Freitag, den 16. Februar 1883.

Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Strähuber Alexander, 1814 (Mondsee, Land Salzburg/Osterr.) – 1882, Historienmaler und Akademieprofessor; er studierte in München, war Schüler und Gehilfe J. von Schnorrs und schuf viele geistreiche Zeichnungen mit antiken und biblischen Motiven sowie wohlstilisierte Kartons zu Glasgemälden in und außer Deutschlands, namentlich in England; nach J. von Schraudolphs Rücktritt war St. erster Vorstand des christlichen Künstlervereins.

Hauptwerke: Illustrationen zu vielen Andachts- und Gebetbüchern, zu den Pustet-Meßbüchern, zu den von G. Görres und Graf Pocci herausgegebenen Festkalendern, zur Prachtausgabe des Nibelungenlieds, Jakobs Kampf mit dem Engel, Schlacht bei Salamis, Kartons für Glasfenster des Doms zu Glasgow.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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