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Tafel an der Arkadenwand
MATHIAS PSCHORR
BRAUEREIBESITZER
* 4.11.1834 † 4.9.1900
Büste von Wilhelm von Rümann
M. PSCHORR
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Pschorr, Mathias (jun.); 4.11.1834 (München) – 4.9.1900 (München); Bierbrauer
Pschorr, Mathias (sen.); – 11.5.1879 (München), 79 Jahre alt; Bierbrauer
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* 4.11.1834 (München)
† 4.9.1900 (München)
Bierbrauer
Ein edler Stifter!
Der schönste Schmuck eines Bürgers ist der von ihm bethätigte Gemein- und Wohlthätigkeitssinn. Weder Titel noch Orden überstrahlen diese hehre Bürgertugend und bringen den Träger derselben auch nur entferntest dem Herzen der Mitbürger und des Volkes so nahe, wie diese edelsten Kundgebungen einer für Hohes, Schönes und Gutes empfindende Seele. Wir bringen an der Spitze unseres Blattes das Bildniß eines Mannes, der in vollem Sinne des Wortes diese hervorragenden Eigenschaften in sich vereinigt. In ihm erfüllt sich das Dichterwort: »Der Mensch sei edel, hilfreich und gut« und unser Mitbürger, Rentier Mathias Pschorr, dem wir diese Zeilen zu widmen aus vollem Herzen heraus gedrängt werden, erglänzt in diesen seinen edlen Bürger-Eigenschaften als ein hellleuchtender Stern im Rahmen der menschlichen Tugenden des Gemein- und Wohlthätigkeit-Sinnes. Die Gaben, welche ihm ein gütiges Geschick im Verein mit Fleiß und regem Arbeitsgeist verliehen hat, sind ihm nicht Zweck zum persönlichen Genuße, sie bieten ihm vielmehr die Quelle, aus der er für die Verwirklichung von Gutem, Hogen und Edlen schöpfen kann. In solchen Händen sind denn auch die matriellen Güter des Lebens bestens aufbewahrt, denn sie werden zum Segen für die Allgemeinheit und zum Motive für Schaffung von Schönem und Hohem.
Unsere Leser werden sich noch mit Freude erinnern, wie vor circa drei Jahren Mathias Pschorr der Stadtgemeinde eine nahezu eine Million bewerthete Schenkung unter der einzigen Bedingung angeboten hat, daß seinem seligen Großvater für eine Büste ein Platz in der Ruhmeshalle eingeräumt werde. Damals ergingen sich einige Blätter in billigem Hohn, denn die Büste eines Bürgers erschien ihnen an der Seite der Bildnisse von berühmten Männern der Kunst und Wissenschaft nicht angemessen. Wir vertraten schon damals die Meinung, daß Jedem Ruhm und Ehre gebühre, der durch Gemein- und Wohlthätigkeitssinn eine hohe edle Seele bekundet und der als Bürger einer Gemeinschaft durch Fleiß und reges Schaffen Quellen des Erwerbes erschließt, die im Laufe der Zeit die wirthschaftliche Existenz der Allgemeinheit beleben. Seine kgl. Hoheit der Prinz Regent Luitpold von Bayern gab derselben Auffassung dadurch Ausdruck, daß er die Aufstellung der Büste Josef Pschorr’s in der Ruhmeshalle veranlaßte.
Und wiederum war es ein edler Zug, den Mathias Pschorr bei seinem Streben und Wunsche bekundete: »Die Liebe und Dankbarkeit des Kinderherzens für den Großvater.« Aus der Willfahrung dieses feines Herzenswunsches, erblühte unsere Stadt neue Freude: Der Mann, welcher der Stadt für Wohlthätigkeitszwecke ein solch bedeutendes Geschenk übergab, wird zu ihrer weiteren Verschönerung, jenem Fürsten, der in der Geschichte Bayerns und Münchens eine solch’ hervorragende Stellung einnimmt, – Kaiser Ludwig der Bayer – ein hehres Denkmal errichten, welches – nebenbei bemerkt – eine ganz eminente Summe für seine Herstellung beanspruchen dürfte und dessen Grundsteinlegung schon im Herbste ds. Js. erfolgt. Brauchen wir da noch mehr zu sagen, wo solche Thatsachen sprechen? Nein! aber auszurufen drängt es uns: »Hut ab vor einem solchen Manne und Mitbürger!« Am Schlusse bleibt uns noch anzufügen übrig, daß Herr Mathis Pschorr, der nun im 66. Jahre steht, der alten Bürgergarde als Lieutnant und Adjutant angehörte und als solcher verschiedenen Escorten bei Einzug fremder Fürstlichkeiten in München beigeordnet war.
Münchener Ratsch-Kathl. Mittwoch, den 25. April 1900.
Nekrolog
Mathias Pschorr †.
Als wir am 25. April d. Js. in unserem Blatte das Portrait unseres edlen Mitbürgers Herrn Mathias Pschorr brachten, da dachten wir nicht daran, daß uns die traurige Aufgabe, demselben einen ehrenden Nekrolog widmen zu müssen, so bald an uns herantreten werde. Der Tod nimmt keine Rücksicht auf Stand, Vermögen oder Zeit. Unerwartet trat er an Mathias Pschorr heran und entriß unserer Stadt einen edlen Wohlthäter, der seinen Gemeinsinn in vielen Stiftungen, Spenden und Wohlthätigkeitsbezeugungen bewies. Herr Pschorr erreichte ein Alter von 66 Jahren und hinterläßt nur eine trauernde Schwester, da er unvermählt blieb. Der Name Mathias Pschorr wird noch lange in bester Erinnerung bleiben, wofür diverse Stiftungen und Gründungen Sorge tragen. Möge dem edlen Mitbürger, der so rasch dahingeschieden ist, die Erde leicht sein!
Todes-Anzeige
Nach Gottes heiligem Willen verschied gestern Abend 7¼ Uhr sanft nach längerem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten unser innigstgeliebter theurer Bruder, Onkel, Grossonkel und Vetter
Herr
Mathias Pschorr
früher Brauereibesitzer »zum Hacker«, zuletzt Rentner im Alter von 65 Jahren 10 Monaten.
München, den 5. September 1900.
Die in tiefster Trauer Hinterbliebenen.
Der Trauergottesdienst findet Montag, den 10. September Vormittags 1 Uhr in der Pfarrkirche zu St. Peter statt.
Münchener Ratsch-Kathl. Samstag, den 8. September 1900.
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† 11.5.1879 (München)
Bierbrauer
TODES-ANZEIGE.
Nach dem unerforschlichen Willen des Herrn ist unser geliebter, uns Allen so innigst theurer Gatte, Vater, Grossvater und Schwiegervater, Bruder, Schwager, Onkel und Grossonkel,
Herr
Mathias Pschorr sen.,
früher Bierbrauereibesitzer »zum Hacker,« zuletzt Rentner,
heute Nachts 11 Uhr, in seinem 80. Lebensjahre, in Folge längeren, schmerzvollen Leidens, versehen mit allen heiligen Sterbesacramenten, sanft in Gott ergeben entschlafen.
Vom tiefsten Schmerz erfüllt über unsern schweren Verlust bitten wir um freundliches Gedenken an den edlen Verblichenen und gütige Theilnahme an unserer bleibenden Trauer.
München, den 12 Mai 1879.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet statt am südlichen Friedhof am Donnerstag den 15 Mai, Nachmittags 4 Uhr, der Trauergottesdienst in der St. Peterspfarrkirche Samstag den 17 Mai, Vormittags 10 Uhr.
Allgemeine Zeitung Nr. 136. Augsburg; Freitag, den 16. Mai 1879.