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NA – 42 (Hänle)

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Die Grabinschrift ist nicht erhalten

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»Herr Leo Hänle, Vater des Herrn Kommerzienrathes, Landtagsabgeordneten und Gemeindebevollmächtigten Friedrich Hänle ist, wie wir mit Bedauern hören, gestern gestorben. Langes, schweres Leiden hatte die Thätigkeit des früher für seine ausgedehntes Fabriksetablissements ebenso wie für das öffentliche Wohl eifrig schaffenden Mannes seit Jahren gelähmt. Sein Hingang wird allgemein bedauert.«

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Leo Hänle

† 18.7.1887 (München)
Rentier, ehemaliger Fabrikbesitzer

Allgemeine Zeitung (19.7.1887)

Todes-Anzeige.

Theilnehmenden Verwandten und Freunden bringe ich hiemit die Trauerkunde von dem nach langem schweren Leiden heute erfolgten Hinscheiden meines innigstgeliebten Vaters, des Herrn

Leo Haenle, Rentiers,
Ritter des bayer. Civilverdienst-Ordens vom heil. Michael I. Classe und Inhaber der Ludwigs-Medaille, Abtheilung Kunst und Wissenschaft.

Friedrich Haenle, Commerzienrath und Fabrikbesitzer,
zugleich im Namen der in tiefster Trauer Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Mittwoch den 20. Juli, Nachmittags 4 Uhr, im südlichen (alten) Friedhof statt.

Allgemeine Zeitung Nr. 198. München; Dienstag, den 19. Juli 1887.

Allgemeine Zeitung (21.7.1887)

Bayerische Chronik.

München, 20. Juli.

(Leo Hänle †.) Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Stadtmagistrats widmete Bürgermeister Dr. v. Widenmayer dem vor zwei Tagen dahingeschiedenen verehrten Bürger Münchens, Rentier und ehemaligen Fabrikbesitzer Leo Hänle, einen Nachruf, dem wir Nachstehendes entnehmen: Ein hervorragender Bürger unserer Stadt, Hr. Rentier und früher Fabrikbesitzer Leo Hänle, ist nach langem, schwerem Leiden bald nach vollendetem 80. Lebensjahre gestorben. Er hat vom Jahre 1841 an München als Bürger angehört. Mit Stolz schaut München auf seine Leistungen auf dem Gebiete der Industrie, die seinem Geschäfte einen in der ganzen Welt geachteten Namen errangen, denen die Stadt ein blühendes, Hunderte von Arbeitern beschäftigendes Fabriketablissement verdankt. Aber seine Gedanken und seine Arbeit gehörten nicht nur dem Eigenen an. Sein Wirken als Mitglied beider Collegien, 10 Jahre lang als Gemeindebevollmächtigter, 6 Jahre lang als Magistratsrath, als Landtagsabgeordneter in den Jahren 1863 bis 1869, als Vorsitzender des Fabrikrathes und später der Handelskammer war fruchtbringend für den Staat und die Gemeinde. Körperliches Leiden hat ihn im Jahre 1870 gezwungen, sich vom öffentlichen Leben zurückzuziehen. Aber ein treues Andenken an ihn ist erhalten geblieben, es wird sein Leben überdauern. – Zur Bestattung Hänle's am Campo Santo des alten Friedhofes gab diesen Nachmittag eine sehr zahlreiche Trauerversammlung das Geleite, in welcher wir u. A. Staatsrath Dr. v. Mayer, Regierungs- und Polizeidirector Dr. v. Müller, Ministerialrath v. Kastner, Deputationen des Stadtmagistrats und Gemeindecollegiums, der Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern, des liberalen Wahlvereins etc. bemerkten. Der protestantische Pfarrer Kelber schilderte in seiner Grabrede das erfolgreiche Wirken Leo Hänle's als Industrieller, Gemeindevertreter und Landtagsabgeordneter und hob in herzlicher Weise die Humanität hervor, welche den edlen Dahingeschiedenen, insbesondere dem Arbeiter gegenüber, erfüllte. Wie sehr München an diesem Verluste Antheil nimmt, bewies die geradezu großartige Fülle von Blumenspenden, welche sich über der Gruft Leo Hänle's aufbaute.

Allgemeine Zeitung Nr. 200. München; Donnerstag, den 21. Juli 1887.



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