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NA – 165 (Grünstein · Mettingh)

Ω

ALS LETZTER SEINES
STAMMES RUHT HIER
MORITZ FREIHERR
VON METTINGH
KÖNIGL. KÄMMERER
* 29.4.1827 IN STARN-
BERG † 22.8.1907
IN MÜNCHEN

ER HAT FÜR BEDÜRFTI-
GE MÜNCHNER BÜRGER
VERSCHIEDENE STIF-
TUNGEN GEGRÜNDET
DANKBAR EHRT DIE
STADTGEMEINDE
MÜNCHEN SEIN
ANDENKEN

Ω

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Karl Freiherr von Mettingh

* 17.2.1791
† 9.1.1871 (München)
Kämmerer und Forstmeister a. D.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik (11.1.1871)

Vorgestern starb der k. Kämmerer und pens. Forstmeister Karl Frhr. v. Mettingh. Der Verlebte war ein Edelmann in des Wortes vollster Bedeutung. Bis zu seinem Lebensende war ihm seine Geistesfrische erhalten und bewahrte er seinen Sinn für das Schöne und Erhabene. Mehrere bedeutende Stiftungen, welche er schon bei Lebzeiten machte, beweisen, daß auch sein Herz für den armen und leidenden Theil der Menschheit schlug.

Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik Nr. 11. Mittwoch, den 11. Januar 1871.

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Moritz Freiherr von Mettingh

* 29.4.1827 (Starnberg)
† 22.8.1907 (München)
Kammerjunker und Kämmerer

Allgemeine Zeitung (24.8.1907)

Aus Stadt und Land.
München, 23. August.

Münchener Stadtanzeiger.

Aus der Sitzung des städtischen Verwaltungssenates. Der kgl. Kämmerer Frhr. Moritz v. Mettingh, einer der größten Wohltäter der Stadt, ist gestern abend 6 Uhr gestorben. Frhr. v. Mettingh hat nicht nur eine große Anzahl von Einzelwohltaten erwiesen, sondern auch zahlreiche Stiftungen errichtet, von denen er zu Lebzeiten nicht wollte, daß sein Name genannt werde. So hat er 1893 eine Gewerbestipendiumsstiftung mit 50,000 M, 1897 für Kindergärten ein Kapital von 10,000 M, 1903 500 M für die Aussteuer junger Mädchen ausgeworfen, nicht zu reden von den unter dem Namen »Gemeindestiftung« für das ganze Land gemachten Stiftungen. Bürgermeister Dr. v. Brunner hebt das warme Interesse des Verstorbenen für alle Bildungsfragen besonders hervor. Zu seiner Beerdigung wird eine Deputation, der Stadtgemeinde abgeordnet.

Hof und Gesellschaft

München, 23. August.

Eine durch seine große Mildtätigkeit bekannte Persönlichkeit, der kgl. Kämmerer Moritz Freiherr v. Mettingh, ist am Donnerstag abend nach längerem Leiden im 81. Lebensjahre gestorben. Von ihm stammt die vor 10 Jahren geschaffene Gewerbestipendienstiftung mit einem Kapital von 50,000 Mark, kurz darauf übergab er der Stadt 10,000 Mark für die Kindergärten. Außerdem errichtete er noch zahlreiche kleinere Stiftungen, welche nicht nur der Stadt München, sondern auch dem ganzen Bayernlande zugute kommen. Mit dem verstorbenen großen Wohltäter sinkt der Letzte seines Stammes ins Grab. Sein Vater war der im Januar 1871 gestorbene Forstmeister Karl v. Mettingh, seine Mutter die ebenfalls dem Mettinghschen Geschlechts entstammte, starb 1880. Das Geschlecht war seit März 1815 in der Freiherrnklasse immatrikuliert. Moritz v. Mettingh, der sich dem Kaufmannsstande gewidmet hatte, war 1855 zum kgl. Kammerjunker und 1903 zum kgl. Kämmerer ernannt worden. 1899 war ihm in Anerkennung seines charitativen Wirkens der Verdienstorden vom hl. Michael 4. Klasse, 1903 die 3. Klasse desselben verliehen worden.

Allgemeine Zeitung Nr. 9. Augsburg; Freitag, den 9. Januar 1880.

Allgemeine Zeitung (27.8.1907)

Münchener Stadtanzeiger.

C. S. Beerdigung. Ein edler Wohltäter, Kämmerer Frhr. Moritz v. Mettingh wurde Sonntag nachmittag unter den Arkaden des südlich neuen Friedhofes zur letzten Ruhe bestattet. Dem mit einer Kranzspende Sr. kgl. Hoh. des Prinzregenten geschmückten Sarge folgten mit den Angehörigen Finanzminister v. Pfaff, Ministerialrat v. Schreiber, Oberkonsistorialpräsident Reichsrat v. Schneider, als Vertreter der Stadtgemeinde München Rechtsrat Hörburger, die Magistratsräte Heiler und Kotz, die beiden Vorstände des Gemeindekollegiums Schwarz und Kommerzienrat Huber, Gem.-Bev. Justizrat Pailler, ferner Schulinspektor Landrat Rudelsberger, Pfarrer Glungler u. a. m. Wie wir der Grabrede entnehmen, wurde der Verstorbene im Jahre 1827 zu Starnberg als der Sohn eines Forstmeisters geboren; nach Absolvierung des Gymnasiums widmete er sich dem juristischen Studium an den Universitäten Heidelberg und Erlangen und fand dann Anstellung in letzterer Stadt und in Landshut. Infolge Krankheit schied er jedoch bald wieder aus dem Staatsdienste und befasste sich nun mit dem Studium der modernen Sprachen und mit archäologischen und philologischen Studien. Obwohl mit Glücksgütern reich gesegnet, lebte der Verstorbene in einfachen, man möchte fast sagen in ärmlichen Verhältnissen, da er all seine Mittel Zwecken der Wohltätigkeit zuwendete. So hat er auch testamentarisch noch verschiedene Stiftungen reich bedacht. Unter Nachrufen ließen an der Gruft Kränze niederlegen der Künstlerunterstützungsverein und der Witwen- und Waisenunterstützungsverein der Volksschullehrer Münchens; ferner zierten die Gruft prächtige Kranzspenden von der Stadtgemeinde München und dem Verein für Ferienkolonien.

Allgemeine Zeitung Nr. 394. München; Dienstag, den 27. August. 1907.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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