Ω
Herr Dr. Carl von Graf
k. Obermedicinalrat u. Leibarzt
Weiland I. M. der Königin Karoline von Bayern
Komthur u. Ritter hoher Orden
geb. 15. Mai 1801 – gest. 19. Nov. 1883
und seine Gattin
Frau Mathilde von Graf
geb. Vorbrugg
geb. 28. März 1809, gest. 10. Sept. 1887.
Friedrich Ritter von Graf
k. Geheimer Rat u. Ministerialrat a. D.
geb. 5. Nov. 1844, gest. 17. März 1920.
Sockel
R. I. P.
Segen war ihr Leben und Mühen
Gesegnet bleibe ihr ¿
Linke Seite
Herr Ludwig Graf
¿ hoher Orden
¿
Rechte Seite
Herr Friedrich ¿
geprüfter Rechtsp¿
geb. 24. Mai 1846, gest. ¿. Febr. 1874.
Herr Ludwig Graf
k. Major a. D.
geb. 3. Juli 1833, gest. 17. Nov. 1906.
Ω
Graf, Friedrich; 24.5.1846 – ¿.2.1874
Graf, Friedrich Ritter von; 5.11.1844 – 17.3.1920; Königlicher Geheimrat und Ministerialrat a. D.
Graf, Karl von, Dr. med.; 15.5.1801 (München) – 19.11.1883 (München); Obermedizinalrat
Graf, Ludwig
Graf, Ludwig; 3.7.1833 – 17.11.1906; Königlicher Major a. D.
Graf, Mathilde von (vw) / Vorbrugg (gb); 28.3.1809 – 10.9.1887; Obermedizinalrats-Witwe
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* 15.5.1801 (München)
† 19.11.1883 (München)
Obermedizinalrat
16. Dr. Karl v. Graf, kgl. Obermedizinalrat und prakt. Arzt, geboren als Sohn des Medizinalrates und Oberstabsarztes Dr. Joh. Bapt. Graf zu München am 15. Mai 1801. Seine humanistischen Studien machte er in seiner Vaterstadt, Naturwissenschaften und Medizin studierte er auf der Universität zu Landshut, wo er im Jahre 1823 zum Doktor der Medizin promovierte. Seine praktische Ausbildung erlangte er darauf im allgemeinen Krankenhause zu München, in welchem er eine Assistentenstelle unter Professor Dr. Ernest v. Grossi (geb. 1782, gest. 1821) bekleidete. Später wurde er Leibarzt der im Jahre 1841 verstorbenen Königin Karoline und Mitglied des Obermedizinalausschusses. Er war ein scharfer Beobachter; reich an medizinischen Kenntnissen und allseitiger Bildung, erwarb er sich schon früh ein großes Vertrauen in weiten Kreisen der hauptstädtischen Bevölkerung und blieb bis in sein hohes Alter ein beliebter Arzt. Für die Förderung der Interessen der bayerischen Ärzte und die Erreichung der ihnen gebührenden sozialen Stellung trat er mit seiner ganzen Thatkraft ein. Er war Mitbegründer des Münchener ärztlichen Vereins und blieb 50 Jahre lang bis an sein Lebensende ein eifriges Mitglied desselben. An den wissenschaftlichen Verhandlungen dieses Vereins, namentlich über Volkskrankheiten, Cholera und Typhus, die seine Vaterstadt zur Zeit seiner Wirksamkeit so arg heimsuchten, nahm er lebhaften Anteil, wie seine in Zeitschriften veröffentlichten Vorträge über dieselben bezeugen. Im Jahre 1848 auf dem Reformkongreß bemühte er sich, die Vereinigung der bayerischen Ärzte zustande zu bringen. Als Ausschußmitglied des bayerischen Ärztevereins war er hauptsächlich bemüht, den Pensionsverein für die Witwen und Waisen bayerischer Ärzte ins Leben zu rufen, was ihm auch im Jahre 1852 gelang. Tausende von Witwen und Waisen sind ihm dafür zum ewigen Danke verpflichtet. Seine Verdienste wurden durch Verleihung des Ordens der bayerischen Krone und anderer anerkannt. In dem hohen Alter von 82 Jahren starb er nach längerem Leiden am 9. November 1883 zu München, Sonnenstraße 27/II. Seine Gattin Mathilde, geborne Vorbrugg, überlebte ihn nicht ganz vier Jahre, indem sie am 10. September 1887 starb. Segen war auch ihr Leben und Wirken. Das noch erhaltene Grab befindet sich am südlichen Friedhofe, Sektion 28, Reihe 1, Grabplatz 16. Seine Büste wurde im Jahre 1897 in einer Nische unter den Arkaden des älteren südlichen Friedhofes aufgestellt.
C. Reber: Die »Ruhmeshalle« unter den Arkaden des südlichen (älteren) Friedhofes in München. Das Bayerland. Illustrierte Wochenschrift für bayerische Geschichte und Landeskunde. 9. Jahrgang. Heft Nr. 30. München, 1898.
Graf Karl, Dr. med., von, 1801 (München) – 1883, Obermedizinalrat; nach humanistischen Studien in seiner Heimat München studierte G. in Landshut Naturwissenschaften und Medizin und wurde Assistent am Allgemeinen Krankenhaus in München, später wurde er Leibarzt der Königin Karoline und Mitglied des Obermedizinalausschusses; dieser scharfe Beobachter und kenntnisreiche Arzt beschäftigte sich vornehmlich mit Volkskrankheiten, Cholera und Typhus, die München seinerzeit sehr heimsuchten und schrieb darüber in den medizinischen Fachzeitschriften; G. war ein scharfer Beobachter, reich an medizinischen Kenntnissen und allseitiger Bildung, der großes Vertrauen bei den Münchnern genoß; der beliebte Arzt war Gründer der ärztlichen Kreisvereine, der Ärztekammer und des Pensionsvereins für Witwen und Waisen bayerischer Ärzte sowie Mitbegründer des Münchner ärztlichen Vereins, der sich vor allem für die sozialen Belange der Mediziner einsetzt.
Hauptwerke: Versuch einer Darstellung des Choleramorbus, Über das im Jahre 1840/41 in München herrschende Schleim-Fieber (febris typhosa).
© Dr. phil. Max Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.