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Hier ruhet in Gott
mein innigstgeliebter Gatte
August Patronino,
kgl. Postmeister,
geb. den. 3. September 1824,
gest. den 6. Dezember 1893.
Ihm folgte dessen Gattin
Marie Patronino,
geb. den 27. Mai 1834,
gest. den 25. März 1908.
R. I. P.
Sockel
29.8.2. Welzenbacher
Ω
Patronino, August Eugen Karl; 3.9.1824 – 6.12.1893; Königlicher Postmeister
Patronino, Maria Anna Josefa (vw) / Melzl, von (gb); 27.5.1834 – 25.3.1908 (München); Rechnungskommissärs-Tochter aus München / Postmeisters-Witwe
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* 3.9.1824
† 6.12.1893
Königlicher Postmeister
Bayerische Chronik.
München, 20. Juni.
Der k. Postmeister und Vorstand des hiesigen Bahnpostamts, August Patronino begeht am 1. Juli das Jubiläum vierzigjähriger, pragmatischer Beamtung. Bemerkenswerth wird dieses Jubiläum durch den Umstand, daß der verdiente Beamte noch nicht 69 Jahre zählt, also vor dem dreißigsten Lebensjahre seine pragmatische Anstellung erhielt, was vor vierzig Jahren bei Staatsdienstaccessisten mit akademischer Vorbildung zu den Seltenheiten zählte; und dann dadurch, daß Patronino nicht nur seine ganze pragmatische Laufbahn hier durchlebte, sondern schon fünf Jahre vor der pragmatischen Anstellung als Assistent hier bedienstet war. Der Jubilar trat im Jahre 1844 bei der Postanstalt ein, kam als Assistent im Jahre 1848 von Schweinfurt hieher, wurde am 1. Juli 1853 Official, fand am 1. Febr. 1869 seine Beförderung zum Specialcassier und am 1. März 1878 jene zum Postmeister. Er durfte also den ganzen Aufschwung des Münchener Verkehrslebens von der geringen Bewegung der vierziger Jahre bis zur gewaltigen Ausdehnung des heutigen mit erleben und mit erringen helfen. Er sah noch die Zeit, in welcher kaum 100 Beamte und Bedienstete bei der hiesigen Post beschäftigt waren, und blickt jetzt auf deren stattliche Zahl von mehr als 1200. Damals vollzog sich der ganze hiesige Postdienst (es wird immer vom Manipulationsdienste gesprochen) in den Localitäten des Postamtes am Residenzplatze, heute beschäftigt er das Personal von 5 Aemtern und 26 Expeditionen. Was in dieser Zeit des Aufschwunges, welchem selbstverständlich die nothwendige Beschaffung von Localitäten und Erwerbung von Personal nur langsam folgen konnte, an Arbeit und Umsicht der Vorstände gefordert wurde, davon kam Patronino ein kräftiges Wort reden. Er trug redlich und unermüdet das Seine dazu bei. Möge es ihm gegönnt sein, seine Thätigkeit mit in das neue, geräumige und zweckentsprechende Posthaus, dessen dringend nothwendiger Bau demnächst in Angriff genommen werden soll, zu übertragen, und möge er noch manches Jahr in ungeschwächter Gesundheit seinem Berufe leben können!
Allgemeine Zeitung Nr. 170. München; Mittwoch, den 21. Juni 1893.
Bayerische Chronik.
München, 6. Dezember.
Heute Morgen verschied nach längerem Kränkeln der Vorstand des hiesigen Bahnpostamts, August Patronino. Derselbe hatte fast seine ganze postalische Laufbahn in München zurückgelegt und genoß, wie bei Gelegenheit seines Amtsjubiläums in ehrender Weise bekundet wurde, bei Collegen und Untergebenen, wie in weiteren Kreisen warme Verehrung. Patronino war Philister des Corps Bavaria, für welches der nun Verstorbene eine große Anhänglichkeit bewahrt hatte.
Allgemeine Zeitung Nr. 339. München; Donnerstag, den 7. Dezember 1893.