Ω
Linke Spalte
Ludwig
Freiherr von Zoller
Hofmarschall und Oberst
10.6.1807 – 27.4.1858.
Josefine
Freifrau von Zoller
geb. Gräfin v. Reigersberg
21.1.1812 – 10.1.1886.
deren Kinder
Alexander, Maximiliane,
Heinrich Hugo, Marie,
Otto
Freiherr von Zoller
k. Hauptmann und Adjutant
23.11.1815 – 29.4.1855.
Oskar
Freiherr von Zoller
k. b. Generalleutnant
und Divisionskommandeur
13.11.1808 – gefallen 10.7.1866
im Gefecht bei Kissingen.
Rechte Spalte
Alexander
Freiherr von Zoller
k. Oberappellationsgerichtsrat
13.2.1806 – 23.10.1857.
dessen Enkel
Rosa, 22.12.1876 – 20.2.1877.
Ludwig, 5.12.1875 – 13.1.1892.
Friedrich
Freiherr von Zoller
k. b. Generalleutnant
und Generaladjutant
15.2.1843 – 8.11.1900.
Ludwig
Freiherr von Zoller
k. b. Kämmerer u d Rat
am Obersten Landesgericht
3.1.1842 – 21.6.1906.
Margarethe
Freifrau von Zoller
geb. Freiin von Beust
30.9.1853 – 23.6.1935.
Caroline
Freiin von Zoller
14.10.1845 – 18.11.1923.
Sockel
Herr Dein Wille geschehe.
Ω
Zoller, Alexander Freiherr von; 13.2.1806 – 23.10.1857; Königlicher Oberappellationsgerichtsrat
Zoller, Alexander von
Zoller, Friedrich Freiherr von; 15.2.1843 (München) – 8.11.1900 (München); Königlich bayerischer Generalleutnant und Generaladjutant
Zoller, Heinrich Hugo von
Zoller, Josefine Freifrau von (vh) / Reigersberg, Gräfin von (gb); 21.1.1812 – 10.1.1886
Zoller, Karoline Freiin von; 14.10.1845 – 18.11.1923
Zoller, Ludwig Freiherr von; 10.6.1807 – 27.4.1858; Hofmarschall und Oberst
Zoller, Ludwig Freiherr von; 3.1.1842 – 21.6.1906
Zoller, Margarethe Freifrau von (vh) / Beust, Freiin von (gb); 30.9.1853 – 23.6.1935
Zoller, Marie von
Zoller, Maximiliane von
Zoller, Otto Freiherr von; 23.11.1815 – 29.4.1855; Hauptmann und Adjutant
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* 13.11.1809 (Straubing)
† 10.7.1866 (Kissingen)
General
Deutschland.
Bayern. München, 12. Juli. Welche große und innige Theilnahme der auf dem Felde der Ehre erfolgte Tod des Generallieutenants Frhn. v. Zoller hier in allen Kreisen erregt, das zeigte sich diesen Abend bei der Beerdigung desselben. Die Leiche wurde nemlich hieher gebracht und vom Bahnhof aus nach dem Leichenacker gebracht, begleitet von dem Generallieutenant Prinzen Adalbert, K. H., den höchsten Hof- und Staatsbeamten und fast allen hier anwesenden Offizieren der Linie und der Landwehr der verschiedensten Waffengattungen. Unser Stadt-Commandant, Generallieutenant v. Manz, commandirte die ausgerückten Truppenabtheilungen, welche bei Einsenkung des Sarges die drei Ehrensalven gaben. So möge er denn im Frieden ruhen, der für das Vaterland den Tod fand; in Bayern's Kriegsgeschichte wird sein Name stets in der ehrenvollsten Weise erwähnt sein.
Landshuter Zeitung No. 165. Samstag, den 14. Juli 1866.
Nachrichten.
Bayern.
München, 15. Juli. [Personalchronik, General Frhr. von Zoller †.] Der bei Kissingen am 10. d. gefallene Generallieutenant Oskar Frhr. v. Zoller stammte aus einer altlothringischen Familie, welche in der Stadt Bitsch ihren Wohnsitz hatte und im Jahre 1674 nobilisirt wurde. Des Verstorbenen Großvater war Oberst in französischen Diensten. Zur Zeit der französischen Revolution traten dessen beide Söhne Friedrich und Carl in die Dienste des Pfalzgrafen Max Joseph von Zweibrücken, bei dessen Erhebung zum Churfürsten von Pfalzbayern in bayerische Dienste. Im Jahre 1812 wurden sie der bayerischen Adelsmatrikel einverleibt. Beide zeichneten sich als bayerische Generale in den damaligen Feldzügen aus. – Carl Frhr. v. Zoller, der Oheim des Verblichenen, welcher die Napoleonischen Feldzüge als Artillerieoffizier mitmachte, den Max-Joseph-Orden erhielt und im Jahr 1849 als Feldzeugmeister starb, hat sich durch die Einführung des nach ihm benannten Artilleriesystems einen berühmten Namen erworben. Sein Bruder Friedrich, der Vater des jüngst Gefallenen, machte gleichfalls die Napoleonischen Feldzüge als Stabsoffizier mit, starb 1821 zu Regensburg als Max-Joseph-Ritter und bayerischer Divisionsgeneral. Aus seiner Ehe mit der Tochter eines pfalzzweibrückischen Beamten, Namens Klick, waren vier Söhne hervorgegangen, von denen der eine, Otto Frhr. v. Zoller als Hauptmann und Adjutant des Fürsten Taxis im Jahre 1855, der zweite, Alexander Frhr. v. Zoller als Oberappelrath im Jahr 1857 und der dritte, Ludwig Frhr. v. Zoller, als Oberst und Hofmarschall Sr. Maj. des höchstseligen Königs Max II. im Jahre 1858 zu München verstarben. Der letzte nun von den 4 Brüdern, Oskar Frhr. v. Zoller, war am 13. Nov. 1809 zu Straubing geboren. Nachdem er das Gymnasium absolvirt und auf der Universität Philosophie studirt hatte, trat er im Jahre 1827 beim Infanterie-Leibregiment als Junker ein, ward 1828 im selben Regiment zum Lieutenant, dann 1840 zum Oberlieutenant und 1842 zum Hauptmann befördert, und von Sr. Maj. dem König Ludwig I. erst zum Ordonnanzoffizier seines Erstgebornen Max, dann 1839 zum k. Kämmerer, dann zum Flügeladjutanten, und 1844 zum Major und Hofmarschall des Kronprinzen ernannt. 1848 ward er Oberstlieutenant und als solcher am 3. Juli 1850 zum Infanterie-Regiment Prinz Carl nach Augsburg versetzt, woselbst er 1851 Oberst und Regimentscommandant wurde. Am 31. März 1855 ernannte ihn König Maximilian II. zum General-Major und Commandanten der VI. Infanterie-Brigade zu Bayreuth. In gleicher Eigenschaft commandirte er 1859 die Brigade zu Schifferstadt in der Pfalz. Im selben Jahre wurde er als Bundes-Inspector ins Königreich Württemberg, im Jahre 1860 zu den Manövern nach Frankfurt an der Oder geschickt. Im Jahre 1861 erfolgte seine Ernennung zum Generallieutenant und General-Commandanten des III. General-Commandos in Nürnberg. – Seine Brust schmückten das Comthurkreuz des königlich bayerischen Verdienstordens der bayerischen Krone, ferner das Comthurkreuz des k. griechischen Erlöserordens und des k. sächsischen Civilverdienst-Ordens, sowie das Ritterkreuz des königl. preußischen rothen Adler-Ordens II. Classe. – Zoller war niemals verehelicht. Er war ein ächt militärischer Charakter, wegen seiner Gewissenhaftigkeit und Strenge im Dienste ebenso wie wegen seines leutseligen Benehmens allgemein beliebt, was sich am deutlichsten bei seiner Ernennung zum Brigade-General manifestirte, wo ihm in Augsburg zum Abschied ein großartiger Fackelzug gebracht wurde.
Allgemeine Militär-Zeitung No. 29. Darmstadt, den 21. Juli 1866.