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Das Grab ist nicht erhalten
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Mair, Emilie (vh) / Zandt, von (gb); 5.1.1821 – 10.11.1861 (München); Privatiers-Gattin
Zandt, Antonia Freifrau von (vh) / Conninx, Freiin von (gb); 22.7.1783 – 14.8.1854 (München); Generalmajors-Witwe
Zandt, Leopold Freiherr von; 8.4.1784 (Düsseldorf) – 6.5.1851 (München); Generalmajor und Kämmerer
Zandt, Leopold Freiherr von; 28.4.1848 – 24.5.1900 (München); Bahnexpeditor
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* 1784 (Düsseldorf)
† 6.5.1851 (München)
Generalmajor und Kämmerer
Leopold, Freiherr v. Zandt,
pensionirter Generalmajor und Generaladjutant Sr. Maj.
des Königs von Bayern.
(Nekrolog.)
Immer lichter werden die Reihen der Männer, welche die großen Kriege zu Ende des vorigen und Anfangs des jetzigen Jahrhunderts mit durchgekämpft haben. Einer nach dem Andern legt das müde Haupt und den narbenvollen Körper zur stillen Ruhe nieder, und die Salven, welche über die lorbeergeschmückten Gräber dahin rollen, verkünden es weithin, daß wieder einer der Tapferen, auf welche die Armee mit Stolz und Verehrung geblickt, zu seinen ihm vorangegangenen Waffen- und Ruhmesgefährten hinübergegangen!
So haben wir nun auch den am 6. d. Mts. verstorbenen k. Kämmerer, pens. Generalmajor und Generaladjutanten Sr. Maj. des Königs von Bayern, Ritter und Kommandeur vieler hohen Orden etc., Freiherrn Leopold v. Zandt zu seiner letzten Ruhestätte begleitet, und erachten es für eine Pflicht, nicht nur dem Geschiedenen gegenüber, sondern auch gegenüber der ausgezeichneten Armee, in deren Mitte er seine Helden-Laufbahn gemacht, ihm zum Gedächtniß, anderen zur Nacheiferung, eine kurze Skizze seines Lebens in diesen Blättern zu veröffentlichen.
Leopold Freiherr v. Zandt war geboren zu Düsseldorf im Jahre 1784, und trat im Jahre 1798 als Volontär in das 2 Kürassier-Regiment Minucci, später Churfürst Chevauxlegers, machte 1800 den Feldzug gegen die Franzosen mit und wurde im Jahre darauf als Estandartenführer zum Chevauxlegers-Regimente Leiningen versetzt. Zwei Jahre später finden wir ihn als Lieutenant beim zweiten Chevauxlegers-Regimente König und in diesem Range machte er die Feldzüge 1805 gegen Oesterreich und 1806 und 1807 gegen Preußen mit, und wurde im Armeebefehle vom 10. Juni 1807 wegen seiner bei der Affaire bei Kanth bewiesenen Bravour belobt.
Als Oberlieutenant machte er in demselben Regimente den Feldzug von Oesterreich mit, erhielt am 13. Mai des Jahres den Orden der französischen Ehrenlegion und wurde am 10. Juli desselben Jahres in der Schlacht von Znaym durch einen Schuß in das Bein schwer verwundet. In demselben Jahre blieb auch sein tapferer Vater, der General v. Zandt auf dem Felde der Ehre im Treffen bei Landshut. – Im Jahre 1810 zum Rittmeister befördert, machte er die Feldzüge von 1812, 13, 14 und 15 mit. Bereits 1813 war er Major im 7. Chevauxlegers-Regimente, später 1. Kürassier-Regimente Prinz Karl, und wir erblicken ihn im dichtesten Schlachtgewühle des mörderischen Kampfes bei Arcis sur Aube (1. März 1814), wo ihm ein Pferd unter dem Leibe erschossen wurde, und schon 12 Tage später schmückte die Brust des tapferen Reiteranführers der russische St. Annaorden 2. Klasse. Auf gleich rühmlicher Weise hatte sich der Verewigte in der Affaire bei Villeneuve 1e Comte ausgezeichnet, wofür er am 24. Juni 1815 mit der ruhmvollen Dekoration des königl. bayer. Militär-Max-Josephs-Ordens belohnt wurde. Im Jahre 1820 wurde er im gleichen Range zu der Garde du Corps zu Pferd, nachhin 1. Kürassier-Regimente Prinz Karl, versetzt, 1824 zum Oberstlieutenant in demselben befördert, erhielt 1826 den k. k österr. Leopoldsorden, sowie später das Kommandeurkreuz desselben Ordens. Im Jahre 1830 treffen wir ihn als Oberst des 4. Chevauxlegers-Regiments König und 1831 in gleicher Eigenschaft beim 1. Kürassier-Regimente Prinz Karl. 1837 erhielt er den k. sächsischen Heinrichsorden, 1836 das Ehrenkreuz des k. bayer. Ludwigsordens für 50 Dienstjahre, wurde 1843 charakterisirter Generalmajor und Sekonde-Lieutenant in der k. Leibgarde der Hartschiere, 1845 wirklicher Generalmajor und Generaladjutant Sr. Majestät des Königs und trat endlich im Oktober 1849 in den wohlverdienten Pensionsstand.
Wir haben in dem Vorstehenden nur in sehr skizzenhaften Umrissen das Leben eines Offiziers angedeutet, der ununterbrochen in neun Feldzügen, worunter der nach Rußland, mit stets gleicher Bravour und Auszeichnung diente und nun zum großen Leidwesen seiner noch lebenden Waffengenossen den Folgen seiner Wunden und Strapazen erlegen ist. In den Annalen des bayerischen Heeres wird sein Name unvergänglich strahlen als Muster und Vorbild für kommende Zeiten. Ruhe seiner Asche. – I.
Neue Münchener Zeitung Nr. 122. Freitag, den 23. Mai 1851.