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33 – 1 – 20 (Stritzl)

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Die Grabinschrift ist nicht erhalten

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»Unter den in der Schlacht bei Bazeilles auf dem Felde der Ehre gebliebenen Tapferen befindet sich auch der I. Vorstand der Münchener Liedertafel Hr. Hauptmann Stitzl von Leibregimente. Ein Ehrenmann durch und durch, ein tapferer, hochgeachteter Offizier und als solcher schon im Feldzuge von 1866 mit dem Militärverdienstorden ausgezeichnet, fiel er von einer feindlichen Kugel getroffen am blutigen Tage von Bazeilles für die große deutsche Sache, welcher sein treues Soldatenherz von jeher mit Begeisterung zugethan war. Eine tiefgebeugte Familie und viele, viele Freunde betrauern seinen allzufrühen Tod.«

»Am Sonntag nachmittag trug man im Südlichen Friedhof den Leutnant im 2. Infanterie-Regiment Oskar Stritzl zu Grabe. Den Leichenzug eröffneten die Kapelle des Regiments und ein Zug der 8. Kompagnie, dem Sarge folgten neben den Angehörigen die Offiziere des 2. Inf.-Reg. mit dem Kommandeur Prinz Franz, Stadtkommandant Generalleutnant v. Schmidt, die Generale v. Hartz und Müller, Oberstzeremonienmeister Graf Moy als 1. Vorsitzender des Wehrkraftvereins München und viele andere Trauergäste. Prinz Franz widmete dem Verstorbenen namens des Offizierkorps des 2. Inf.-Reg. einen ehrenden Nachruf. Kränze ließen dann niederlegen der Wehrkraftverein München durch Graf Moy, die Führer des Vereins der Wehrkraft-Gau II, die Offiziere, Unteroffiziere, Einjährigen und Mannschaften der 8. Komagnie des 2. Infanterieregiments.«

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Johann Stritzl

* 5.6.1818 (München)
† 1.9.1870 (Bazeilles/Frankreich)
Hauptmann

Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee (1871)

Hauptmann Johann Stritzl,

geboren zu München den 5. Juni 1818, als der Sohn des Hauptmanns Stritzl. Am 18. April 1836 trat er freiwillig als Cadet in das 9. Infanterieregiment, wurde den 31. März 1848 zum Unterlieutenant im 1. Infanterieregiment, im Jahre 1854 den 25. Juni zum Oberlieutenant im Infanterie-Leibregiment, den 24. August 1862 zum Hauptmann II. Classe und im Jahre 1866 den 20. Mai zum Hauptmann I. Classe im letztgenannten Regimente befördert.

Im Jahre 1866 machte er die Gefechte bei Rüdlingen, Uettingen, Waldbüttelbrunn und Helmstadt mit und wurde für besondere, bei Uettingen bewiesene Tapferkeit mit dem Ritterkreuz I. Classe des Militair-Verdienst-Ordens geschmückt.

Frohen Muthes und in der Hoffnung auf glückliche Wiederkehr in den Kreis seiner ihn zärtlich liebenden Familie zog er im Jahre 1870 in’s Feld. Bei Wörth und in den Vorgefechten von Sedan am 30. und 31. August 1870 führte er mit Tapferkeit seine Compagnie. Ein leuchtendes Beispiel von Opferfähigkeit und Bravour, stürmte er am 1. September an der Spitze seiner ihn, wie einen Vater verehrenden Compagnie eine Gasse in Bazeilles. Leider mußte er seinen Heldenmuth mit dem Tode bezahlen. Die Nachricht von seinem Tode erschütterte seine zahlreichen Freunde und setzte seine Angehörigen in die tiefste Trauer. Mögen sie in dem Gedanken Trost finden, daß er sein Leben dem Vaterlande zum Opfer brachte. Die Münchener Liedertafel, deren I. Vorstand er gewesen, ehrte den vielgeliebten Freund noch bei der Beerdigung in München durch erhebende Gesänge.

Biographieen der in dem Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee. Nürnberg, 1871.

Walhalla (1872)

Stritzl.

Johann Stritzl, Hauptmann im Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiment, geboren am 5. Juni 1818 zu München, starb den Heldentod in der Schlacht bei Sedan, 1. September 1870.

Friedrich Wilhelm von Parchim: Walhalla. Deutschlands Opfer aus den Feldzügen der Jahre 1870 und 1871. Erfurt, 1872.



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