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33 – 13 – 27 (Lutz)

Ω

Familiengrab

Hier ruht:
KAROLINE LUTZ
Gattin des k. Oberappellationsgerichtsrathes
Joh. Lutz,
geb. den 16. Febr. 1828 gest. den 7. April 1868.
Sie war ein edles Weib, eine musterhafte Gattin,
eine pflichttreue Mutter und eine Christin voll
Gottvertrauen.
Ihre Excellenz
ANNA FREIFRAU VON LUTZ
geborene Schmidt-Osting Staatsministersgattin
geb. den 8. Juni 1838 gest. den 1. Mai 1884.

Tafel

Seine Excellenz
Dr. JOHANN
FREIHERR VON LUTZ
Kgl. b. Staatsminister,
Staatsrath i. a. ¿. D. Reichsrath
¿

Ω

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Dr. Johann Freiherr von Lutz

* 4.12.1826 (Münnerstadt/Unterfranken)
† 3.9.1890 (Oberpöcking)
Volksschullehrers-Sohn / Staatsminister, Staatsrat und Reichsrat

Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983)

Lutz Johann, Dr. jur., von, Freiherr, 1826 (Münnerstadt/Unterfranken) - 1890, bayerischer Justiz-, Innen- und Kultusminister, Staatsrat und Vorsitzender im Ministerrat; er studierte in Würzburg und wurde nach einer mannigfachen Praxis im Gerichtswesen und im bayerischen Staatsdienst (u. a. Protokollführer bei der Kommission zur Ausarbeitung eines gemeinsamen deutschen Handelsgesetzbuches, Ministerialassessor und »Hilfsarbeiter« im Kabinettssekretariat) 1866 Kabinettschef, 1867 bayerischer Justizminister (bis 1871) und dazu 1869 Kultusminister; von 1880-1890 war L. Vorsitzender im Ministerrat (etwa was an Rang und Funktion dem heutigen »Ministerpräsidenten« entspricht); die sogenannte »Ära Lutz« war von den heftigen Erschütterungen des Kulturkampfes begleitet; unter ihm, einem ehrgeizigen, scharfsinnigen Geist - dabei aber nicht unliebenswürdig -, wurde 1870 den bayerischen Bischöfen die Verkündigung der Vatikanischen Konzilsbeschlüsse ohne das königliche Plazet verboten, er war auch Urheber des sogenannten Kanzelparagraphen (Lex Lutziana) und führte 1873 die Simultanschule und die obligatorische Zivileheschließung ein; manche seiner Verordnungen wurden freilich später gemildert oder zurückgenommen; L. starb ausgesöhnt mit der katholischen Kirche; politisch trat er entschieden für den Anschluß Bayerns an den Norddeutschen Bund bei den Versailler Konferenzen ein.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.



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