Ω
CHRISTIAN
REITHMANN
1818 – 1909
HOFUHRMACHER
UND TECHNIKER
1858 BAUTE ER
EINEN ZWEITAKT-
VERSUCHSMOTOR
Ω
Reithmann, Anna (vh) / Weigenthaler (gb); – 25.10.1885 (München), 68 Jahre alt; Hofuhrmachers-Gattin
Reithmann, Christian; 9.2.1818 (Moosbrunn bei Fieberbrunn/Tirol) – 2.7.1909 (München); Techniker und Uhrmacher
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* 9.2.1818 (Moosbrunn bei Fieberbrunn/Tirol)
† 2.7.1909 (München)
Techniker und Uhrmacher
Reithmann Christian, 1818 (Moosbrunn bei Fieberbrunn/Tirol) – 1909, Hofuhrmacher und vielseitiger Techniker; er erlernte bei seinem Vater, einem Tiroler Landuhrmacher und Mühlarzt, das Uhrmacherhandwerk; nach langer Wanderschaft wurde er 1847 Uhrmachergehilfe, bis er ein eigenes Geschäft gründete; hier in München machte R. Versuche über die Wirkungen eines Gemisches von Luft mit Wasserstoffgas, um durch die Explosionswirkung für einen Motor die Kraftquelle zu verschaffen, 1858 waren die Arbeiten so weit, daß er einen kleinen »Zweitakt-Versuchsmotor« fertig hatte; 1860 baute R. einen größeren Motor, woraus der »Viertakt-Gasmotor« (Modell im Deutschen Museum) hervorging, 1860 erfand er auch einen neuen Gang für Uhren, das »freischwingende Pendel« (mit erster Preismedaille auf der Pariser Weltausstellung); weitere Erfindungen Rs. sind die pneumatischen oder Luftdrucktelegraphen; noch über 80jährig konstruierte er für das Glockenspiel im Münchner Rathaus eine geniale kinematische Anordnung, die patentiert wurde. (Sein Sohn Christian R. – geb. 1853 – erbaute die astronomische Welt- und Kunstuhr im Deutschen Museum.)
© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.