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Die Grabinschrift ist nicht erhalten
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Flotow, Charlotte Freiin von; – 12.9.1887 (München); Generalleutnants-Tochter
Flotow, Friedrich Freiherr von; 10.4.1786 (Bayreuth) – 15.1.1867 (München); General und Kammerherr
Flotow, Friedrich Heinrich von; – 1887 (München); General
Flotow, Gustav Freiherr von; 11.7.1822 – 2.12.1887; Oberst a. D.
Flotow, Josefine Freifrau von; 1826 – 25.7.1894
Flotow, Ludwig Freiherr von; 30.3.1821 (Würzburg) – 4.2.1876 (Meran); Oberst a. D. und k. k. österreichischer Kämmerer
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* 10.4.1786 (Bayreuth)
† 15.1.1867 (München)
General und Kammerherr
Friedrich Freiherr von Flotow,
k. bayerischer pens. General der Kavallerie, gestorben am 15. Jan. 1857 zu München.
Am 15. Januar d. J. raffte der unerbittliche Tod einen der ältesten und berühmtesten Veteranen der bayerischen Arnree hinweg: Georg Christian Karl August Friedrich von Flotow; er wurde am 10. April 1786 in der damals unter preußischer Oberhoheit stehenden Stadt Bayreuth als der Sohn eines brandenburgischen Kammerherrn und Landschaftsrathes, spätern Kammerdirektors, geboren. Sein Taufpathe war König Friedrich der Große von Preußen, dessen letzter Täufling er wohl gewesen sein mag, da der große König schon im August desselben Jahres starb. Noch nicht 13 Jahre alt, trat er am 2. Dezember 1798 als Junker in das preußische Kürassier-Regiment Malschitzky, wurde am 10. März 1801 Kornet und am 21. November 1803 Lieutenant in dem Regiment, in welcher Charge er in den Jahren 1805 bis 1807 die preußischen Feldzüge gegen Schweden und Frankreich mitmachte und sich mehrfach durch Unerschrockenheit und Tapferkeit auszeichnete (so daß er wegen seines Verhaltens in der Campagne von 1806 später den St. Johanniterorden erhielt), auch bei Lübeck zweimal verwundet wurde. Als nach Beendigung des letzteren Feldzuges in der preußischen Armee erhebliche Reduktionen eintraten und dem strebsamen jungen Offiziere sich dadurch die Aussichten auf Avancement verringerten, quittirte er unter dem Ausdrucke des allgemeinen Bedauerns seiner Vorgesetzten und mit den ehrenvollsten Zeugnissen die preußischen Dienste und trat in das Freiwilligenkorps von Bülow, in welchem er einige Gefechte, darunter das bei Leipzig, mitmachte. Als nun dieses Korps aufgelöst wurde, begab er sich nach Mecklenburg, aus welchem Land seine Familie eigentlich stammt und schon zur Zeit Heinrich des Löwen bekannt und im Besitz mehrerer Güter war, trat da als Oberlieutenant in ein neu errichtetes großherzoglich mecklenburgisches Infanterie-Regiment, in welchem er den Rheinbundfeldzug 1809 gegen Oesterreich mitmachte, zum Kapitän avancirte und bei Damgarten an der Ostsee abermals verwundet wurde. Als im Jahre 1810 das Fürstenthum Bayreuth an die Krone Bayern kam, drängte es ihn, seine Dienste dem neu erworbenen Vaterlande zu widmen, und er wurde, seiner Bitte entsprechend, am 15. November 1810 als Oberlieutenant im 4. Chevauxlegers-Regiment übernommen. Im Feldzuge 1812 gegen Rußland zeichnete er sich als Adjutant des Generalmajors Grafen Preising namentlich bei Borodino derartig aus, daß ihm auf dem Schlachtfelde der Orden der französischen Ehrenlegion zuerkannt wurde. Auf dem Rückzuge von Moskau rettete er am 2. Dezember 1812 seinen General G. Preising mit eigener Lebensgefahr vom Tode, indem er den durch Eisbruch in die Berecina gestürzten General herauszog, auf sein eigenes Pferd hob und ihn vor den herannahenden Kosaken zu retten suchte, in Folge Erschöpfung des Generals aber mit demselben von den anstürmenden Kosaken gefangen genommen und bis über Moskau wieder zurückgeführt wurde, woselbst er eine 13 Monate lange Gefangenschaft auszuhalten hatte. Er wurde spater mit dem Ritterkreuz des Civil-Verdienstordens für diese That belohnt. Nach seiner Rückkehr aus Rußland machte er als Rittmeister den Feldzug von 1815 gegen Frankreich mit.
War hiermit auch seine Thätigkeit auf dem Felde der Ehre geschlossen, so eröffnete ihm der nun folgende lange Friede ein nicht minder ergiebiges Feld, seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse für seine Waffe zu verwerthen. Am 21. August 1827 wurde er zum Major, am 10. September 1840 zum Oberstlieutenant und Referenten im Kriegministerium, dann am 28. Oktober 1842 zum Obersten im Kürassier-Regiment, damals Prinz Johann von Sachsen, befördert. Am 21. August 1848 wurde er Generalmajor und Brigadier der zweiten Armeedivision. Im Jahre 1852, am 2. September, berief ihn das Vertrauen seines Königs unter Beförderung zum Generallieutenant, nach München zur Uebernahme der ersten Armeedivision, nach deren Aufhebung er General-Kommandant von Würzburg, endlich am 23. Februar 1861 mit dem Charakter als General der Kavallerie unter besonderer allerhöchster Anerkennung seiner langjährigen erprobten Dienste in den wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde.
Streng rechtlich, gerade, offen und wahr, unermüdlich in der Pflichterfüllung, unerschütterlich in seiner Treue, wohlwollend gegen Jedermann, nur hart gegen sich selbst, das war der Verstorbene, ein alter Kavalier im besten Sinne des Wortes. Während seiner kriegerischen Laufbahn hatte er vor dem Feinde drei Verwundungen erhalten. Aber trotz dieser und der vielen schweren Gefahren und Beschwerden, die er namentlich im russischen Feldzuge zu bestehen gehabt, hatte er sich noch bis kurz vor seinem Tode eine seltene Rüstigkeit bewahrt und war täglich stundenlang zu Pferde, wobei der hochbetagte General niemals andere, als junge und feurige Pferde ritt. Seiner Ehe mit Sophie Magdalene Josephe Freiin von Würzburg, die ihm im Tode vorausgegangen, waren sieben Kinder entsprossen, von welchen die fünf Sohne sich der militärischen Laufbahn widmeten.
Über Land und Meer No. 5. Stuttgart; Oktober 1867.