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41 – 12 – 26* (Hausner)

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Das Grab ist nicht erhalten

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Robert Hausner

† 31.8.1868 (München), 27 Jahre alt, Tod durch Unfall mit Granate
Artillerie-Oberleutnant

Tag- und Anzeigblatt (26.8.1868)

Augsburg. Ueber das Unglück auf dem Lechfelde geht dem »Augsb. Anzeigbl.« folgende Mittheilung zu: Mittwoch Abends wurde mit laborirten Kartätschen und Granaten geschossen; nun zeigte sich eine Kugel zu groß und konnte selbe nicht so weit hineingebracht werden, daß der Deckel geschlossen werden konnte. Die Kugel mußte also wieder herausgebracht werden und ein Unteroffizier wollte sie in Empfang nehmen, ließ sie jedoch auf den Boden fallen. Vier Mann bei der Bedienung hatten die Geistesgegenwart, sich in demselben Moment auf die Erde zu legen, und kamen unverletzt davon. Drei dagegen blieben stehen und zerriß es dem Oberlieutenant Hausner (vom 2. Artillerie-Regiment in Würzburg) den Oberschenkel, einem verheiratheten Landwehrartilleristen den Fuß, während es einem zweiten Landwehrmann das Schüsselbein an dem rechten Arm zerschmettert.

Tag- und Anzeigblatt für die Städte Dillingen, Tauingen, Höchstädt, Wertingen und Gundelfingen Nr. 192. Mittwoch, den 26. August 1868.

Lindauer Tagblatt für Stadt und Land (29.8.1868)

Der jüngst durch das Zersprengen einer Granate verwundete Oberlieutenant R. Hausner vom 2. Art.-Reg. wurde vom Lechfelde hieher in das Krieger'sche orthopädische Institut gebracht. Das Schienbein ist zweimal gebrochen. Es ist dies der erste Officier, der nach dem neuen Pensionsreglement als im Dienste verwundet, pensionirt werden wird. Noch den neuen Bestimmungen erhält derselbe als Verwundeter eine jährliche Zulage von 360 fl. avancirt in der Tour bis zur zweitnächsten Charge also hier bis zum Hauptmann (da es bei der Artillerie keine Hauptleute 1. und 2. Klasse giebt) fort. Der zugleich getroffene Landwehr-Kanonier ist an der Schulter, der Linien-Kanonier am Waden verwundet und sind Beide in Augsburg im Spitale. Ersterer wird eine steife Schulter behalten, letzterer hat nur eine leichte Verwundung.

Lindauer Tagblatt für Stadt und Land No. 206. Samstag, den 29. August 1868.

Augsburger Abendzeitung (1.9.1868)

München, 31. Aug. Artillerie-Oberlieutenant Hausner, welcher am Lechfeld bei dem Zerspringen einer Granate verunglückte, ist heute früh gestorben; jedoch nicht in Folge der Unterschenkelzerschmetterung, welche ganz stauneswerth gut heilte, sondern in Folge einer Leberverletzung, welche durch einen Streifschuß eines Granatsplitters hervorgerufen war. Eine Hirn- und Rückenmarkserschütterung, welche ebenfalls durch dieses unglücklche Zerspringen der Granate erzeugt wirden, trat dabei in weniger intensiver Weise auf. Man kann sagen, die Summe dieser Verletzungen, namentlich aber die Lebererschütterung habe dieses junge, kräftige, hoffnungsvolle Leben geraubt.

Augsburger Abendzeitung Nr. 240. Dienstag, den 1. September 1868.



© Reiner Kaltenegger · Gräber des Alten Südfriedhofs München · 2007-2026


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